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INSIDE Küche

  • Schlagzeile: Schnell geliefert

Beim Küchenbauer Pino liegen die Lieferzeiten aktuell bei drei Wochen. Mit Aufschlag sind auch zwei Wochen oder fünf Tage möglich. Das kann man zurzeit durchaus als Nischenangebot werten.

Die Lieferzeiten der Küchenmöbler nehmen gerade wieder Dimensionen an, an die man sich noch aus der Zeit nach der Alno-Pleite erinnert. Mit Schrecken erinnert. Hintergrund ist diesmal allerdings keine Pleite eines großen Marktteilnehmers, sondern erfreulicherweise die anhaltend gute Nachfrage. Von genau der hat Pino aber in den ersten Monaten des Jahres nicht so profitiert wie andere. Pino-Küchen stehen vor allem auf der Großfläche und im Discount, wo während der Lockdowns bekanntermaßen nicht so gut verkauft wurde wie im Fachhandel. Seit April zieht das Geschäft wieder an, berichtet Vertriebsgeschäftsführer Jörg Deutschmann im Video-Interview. Für das Ziel, 2021 wieder auf das historische Umsatzniveau von rund 100 Mio Euro zu kommen, wird es trotzdem nicht reichen. Maximal 80 Mio sind realistisch, 78 waren es im letzten Jahr - vor Erlösschmälerungen.

Einen Vorteil hat die Situation: Pino ist schneller lieferfähig. Nicht nur weil man in Coswig keine riesigen Auftragspolster vor sich herschiebt, sondern auch weil seit 2017, dem Jahr der Übernahme durch die Investorengruppe um Nobilia, gezielt in die Prozesse investiert wurde.

Pino ist im Preiseinstieg positioniert, hat weder ein ausuferndes Sortiment noch herausragende Produktinnovationen. Dafür liefert man schnell. Der ein oder andere Verband, bei dem Deutschmann in der letzten Zeit vorgesprochen hat, hat das als Mehrwert erkannt und würde seinen Händlern empfehlen, Pino als Lieferant für eilige Fälle mit aufzunehmen. Auf der Herbstmesse, zu der Pino wie schon im letzten Jahr bei Nobilia unterschlüpfen wird, soll ein Online-Konzept samt Logistiklösung präsentiert werden, das Händler in ihre Onlineshops integrieren können. Neben dem stationärem Handel im Inland und dem Export - Fortschritte hat Pino hier zuletzt in Frankreich und in Tschechien gemacht -  soll das Online-Konzept zur „dritten Säule im Vertrieb“ werden, sagt Deutschmann. Mehr zu diesem Konzept wird im INSIDE Spezial Küche stehen, das zum Küchenherbst erscheint.

  • Schlagzeile: 1.000 Küchen für München
  • H1: Plana: 1.000 Küchen für München

2017 hatten Ronald Kegel (lange Vertriebsleiter bei Möbel Mahler) und seine Frau Julia Kegel (zuvor im Marketing bei Mahler) sich angesichts der Wirren in Bopfingen selbstständig gemacht. Mit einem Plana-Studio in München-Moosach.

Nummer zwei folgte bereits  2019 in Laim, und ab morgen gehen die Kegels schon mit dem dritten Plana-Standort an den Start: In der Perlach Plaza in Neuperlach am Ostpark, vom Immobilienentwickler als „Neuperlachs neue Mitte“ bezeichnet. Auf insgesamt 30.000 qm sollen hier Wohnen, Freizeitangebote, Gastronomie und Einzelhandel mit direktem Zugang zur U-Bahnstation geboten sein. Auch Parkmöglichkeiten gibt es.

Die Fakten zum  neuen Plana: 300 qm VK-Fläche, zehn Musterküchen, sechs Verkäufer und Verkäuferinnen sowie eine Mitarbeiterin am Empfang. Der Jungfilialist Kegel peilt mit insgesamt 60 Mitarbeitern für die drei Filialen und 1.400 qm Gesamtfläche rund 1.000 verkaufte Küchenkommissionen im Jahr an. Unter den 60 Leuten scheint es auch einige mit Sprachbegabung zu geben. „Übrigens: Wir bieten die Küchenberatung gerne auch in englischer, ukrainischer, griechischer, russischer, kroatischer, bulgarischer oder mazedonischer Sprache oder auf Boarisch an“, heißt es auf der Homepage. Unterstützt werden Ronald und Julia Kegel von Matteo Mazzardo als kaufmännischem Leiter und Sebastian Mager als Vertriebsleiter.

  • Schlagzeile: Management wird verstärkt
  • H1: Plana: Management wird verstärkt

Rüdiger Schoeller geht zu Plana. Am 1. Juli wird der Küchenmann, bisher Geschäftsführer der Mandemakers-Tochter Culinoma, Geschäftsführer der Culinoma-Franchise-Tochter Plana Küchenland in Böblingen. Schoeller übernimmt die Ressorts Marketing, Vertrieb und Expansion. Am Ende operativ

___STEADY_PAYWALL___ keine Riesenveränderung, denn Schoeller (Siematic, Schmidt, Kiveda/Küchenquelle) hat diese Aufgaben bisher auch von seinem Posten bei der Plana-Mutter Culinoma aus mitgemacht.

Das Plana-Ressort Expansion managen zukünftig und weiterhin also Steffen Keim und Schoeller zusammen. Schoeller nun nur mit gefestigter Position bei Plana. Am Ende übernimmt Schoeller die Aufgaben, die ganz früher mal Martin Alof bei Plana hatte. Alof schied 2015 in Böblingen aus.

Die Plana-Geschäftsführung besteht somit ab Juli aus Marcel Kröning (Finanzen), Mark Willekes (Geschäftsentwicklung, Prozessoptimierung, IT und Personal) und Schoeller.

48 Standorte gehören derzeit zu Plana Küchenland – betrieben von 33 Franchisenehmern. Den Umsatz der Plana-Händler im vergangenen Geschäftsjahr geben die Böblinger mit 131 Mio Euro an.

Bei der Culinoma GmbH steht Fokke Broekhuis zukünftig alleine an der Spitze.

 

  • Schlagzeile: Nummer zwei in Nürnberg
  • H1: Plana Nummer zwei bei Nürnberg

Die Zahl der Plana-Küchenland-Standorte nähert sich der 50. In Schniegling bei Nürnberg hat am 18. Dezember Plana-Händler Asim Balkan sein zweites Küchenstudio eröffnet. Den ersten Standort betreibt Balkan seit Herbst 2021 in Mögeldorf, zuvor war er bei einem Großflächenhaus angestellt.

Das neue Studio in Schniegling hat eine Ausstellungsfläche von 400 qm und ist mit acht Musterküchen bestückt. Hausleiter ist der Bruder des Inhabers, Tayfun Balkan, der laut Plana im internen Verkäufer-Ranking des Franchisesystems an der Spitze steht.

  • Schlagzeile: Neue CI, neuer Claim
  • H1: Plana: Neue CI, neuer Claim

Die Böblinger Culinoma-Franchise-Tochter Plana Küchenland heißt nicht mehr Plana Küchenland, sondern nur noch: Plana. Zum 35-jährigen Bestehen wurden Corporate Design und Claim neu gemacht. „Aus Freude an Küchen“ steht nun unter dem neuen Logo.

Plana-Geschäftsführer Mark Willekes: „Erklärtes Ziel war, das

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  • Schlagzeile: Mehr Externe im Blick

Mitten zur Messe kam die News, dass die Mandemakers-Tochter Culinoma einen neuen Chef bekommt. Seit 1. Oktober ist nun der langjährige BSH-Manager Christofer von Nagel neuer Kapitän der Plana-Mutter, als Nachfolger von Fokke Broekhuis (65), der von Nagel noch bis März 2025 einarbeiten wird.

Plana-Geschäftsführer Rüdiger Schoeller wollte auf der Messe vor allem mal „Flagge zeigen“, wie er sagte.

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  • Schlagzeile: Neugründer übernehmen
  • H1: Plana: Neugründer übernehmen

Seit Anfang November sind Natalia und Andreas Betger neue Inhaber des Plana-Küchenstudios in Sinzheim. Seit 2019 gibt es den 200 qm großen Standort der Culinoma-Franchiseschiene, einer von aktuell 47 deutschlandweit. Die Neugründer – Andreas Betger war zuvor mit eigener Küchenmontage-Firma beruflich unterwegs – haben den Standort in Sinzheim von Marco

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  • Schlagzeile: Selektion statt Gießkanne
  • H1: Plana: Selektion statt Gießkanne

Neugründer zu finden ist im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld kein Selbstläufer. Das Küchen-Franchisesystem Plana setzt bei seiner weiteren Expansion vor allem auf: Ausdauer. Wieso das so ist und wieso man bei der Akquise nicht wie so manche Verbundgruppe bestehende Küchenstudios im Visier hat, wird verständlich, wenn Geschäftsführer Rüdiger Schoeller erklärt, wie die Auswahl neuer Franchisenehmer läuft.

Schoeller ist seit Mitte 2023 in der Plana-Geschäftsführung für Marketing, Vertrieb und Expansion zuständig. Diese Aufgaben fielen schon zuvor in seine Zuständigkeit als Geschäftsführer der Muttergesellschaft Culinoma. Inzwischen ist Schoeller auch operativ tief drin.

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  • Schlagzeile: Auftragseingang im Plus

Das leichte Plus im Auftragseingang, das die Plana-Franchisenehmer im vergangenen Jahr erzielen konnten, lässt für 2025 hoffen. Um 3,1 Prozent auf etwa 120 (2023: 116) Mio Euro ist der Auftragseingang bei den 47 Plana-Studios gestiegen, während beim fakturierten Umsatz 2024 ein Rückgang auf knapp 125 (2023: 135) Mio Euro hingenommen werden musste. Die durchschnittliche Durchlaufzeit, das erklärt Plana-Geschäftsführer Rüdiger Schoeller auf Nachfrage, liegt bei ca. sechs Monaten, was den Unterschied zwischen AE- und Umsatzentwicklung erklärt.

Der durchschnittliche Auftragswert lag im letzten Jahr bei fast 18.000 Euro, fürs Vorjahr waren 16.800 Euro angegeben worden.

  • Schlagzeile: Inhaber-Wechsel in Augsburg
  • H1: Plana: Inhaber-Wechsel in Augsburg

Nach 15 Jahren hat der bisherige Plana-Franchisenehmer Thomas Gapp sein Geschäft in Augsburg jetzt an ein Nachfolger-Duo übergeben. Grund: nach insgesamt 35 Jahren in der Küchenbranche geht Gapp, der das Küchenstudio mit seiner Frau Julia geleitet hatte, in den Ruhestand.

Beim

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  • Schlagzeile: Neues Leben nach der Großfläche
  • H1: Plana in München: Ein neues Leben nach der Großfläche

Julia und Ronald Kegel waren beide lange bei Möbel Mahler, haben beide vor dem Crash dort den Absprung geschafft. Heute sind sie die Plana-Händler für München – an drei Standorten in der Stadt. Wie geht es den Kegels heute?

„Und, vermissen Sie die Großfläche und Möbel Mahler?“ Die Frage muss natürlich gleich zum Start kommen, beim Händeschütteln im Plana-Küchen-Haus in der Hanauer Straße, gleich neben dem Olympia-Einkaufszentrum im Norden der Stadt. Man kennt sich von früher. Als bei Möbel Mahler einst eine schlechte Nachricht nach der anderen kam, hat

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  • Schlagzeile: Umzug in Heilbronn
  • H1: Plana Küchenland: Umzug in Heilbronn

In Heilbronn wird das Plana-Küchenstudio von Adrian Puck an diesem Wochenende in neuen Räumen auf 220 qm eröffnen. Plana Heilbronn war bis Ende 2021 als Filiale des zu Culinoma gehörenden Franchise-Unternehmens geführt worden, dann hatte Adrian Puck

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  • Schlagzeile: Fünf bis sechs im Jahr

Mark Willekes, Geschäftsführer der Culinoma-Franchisetochter Plana Küchenland, spricht im INSIDE Küche-Talk darüber, wie Plana nach einer Konsolidierung auch über das Stammgebiet im Südwesten hinaus wachsen will. 41 Standorte sind es aktuell, fünf bis sechs neue pro Jahr hält Willekes für realistisch. In Kürze werden erstmal drei Fischer-Küchenatelier-Standorte in Offenburg, Freiburg und Waldshut-Tiengen zu Plana-Franchise-Studios.

 

  • Schlagzeile: Kohleausstieg

„Wir haben den Kohleausstieg schon abgeschlossen“, sagt Klaus Weigert, der nach Jahren der Vertretung für den niederländischen Plasmafilterhersteller PlasmaMade in der DACH-Region zum 1.2.2022 die PlasmaMade Deutschland GmbH gegründethat. Welchen Vorteil die PlasmaMade-Technologie gegenüber Marktbegleitern hat und warum das einen höheren Preis rechtfertigt, erklärt Weigert seinen Kunden so: „Das Problem ist das Fett. Kohlefilter muss man wechseln, weil sie irgendwann anfangen zu müffeln.“ PlasmaMade-Filter dagegen seien wartungsarm, da sie sich selbst reinigen. Das Restfett wird gespalten. Zum INSIDE Küche-Talk im Audio-Format geht’s hierentlang.

Und hier zum Video:

  • Schlagzeile: Antworten von Marohn

Wie lange ist Ralf Marohn noch Geschäftsführer der vor einem Jahr von der chinesischen Jomoo-Gruppe aufgefangenen Poggenpohl Möbelwerke? Ist Marohn es überhaupt noch? Im Handelsregister eingetragen als Geschäftsführer der very international firmierenden Poggenpohl Manufacturing GmbH sind nur Inhaber Xiaowei Lin und Yunwei Zhu.


Und Marohn? „Ich bin schon auch nach wie vor Geschäftsführer, nur ich bin nicht im Handelsregister eingetragen“, sagt Asien-Experte Marohn. Wie kommt´s? Marohn: „Das müssen sie eher den Inhaber fragen. Geplant war es mal anders, da haben Sie Recht.“ Man hört schon raus, dass Marohn es nicht ganz so geschickt findet, dass er solche Fragen beantworten muss, denn schließlich fragen ihn genau das auch Kunden, denen zum Beispiel auffällt, dass Marohn auch nicht im Impressum auf der Poggenpohl-Webseite aufgeführt ist.


Doch Marohn würde es natürlich nicht sagen, dass er das unglücklich findet. Schlussfolgern darf man es aber wohl schon. Die nächste Schlussfolgerung des Reporters, dass er ja dann vielleicht auch bald nicht mehr Poggenpohl-Geschäftsführer ohne Handelsregister-Eintrag sein könnte, hält der Poggenpohl-Geschäftsführer jedoch für falsch. Marohn: „Wir haben hier nach der Insolvenz im vergangenen Jahr zuletzt viel geschafft, 35 neue Leute eingestellt, Ende Juni unsere Neuheiten gezeigt, einen Spannungsbogen für die Messe im Herbst aufgebaut und vieles mehr.“ Im Umsatz liege man in etwa im Plan. Alle Handelspartner in Deutschland seien an Bord geblieben. „Und wir wollen jetzt zeigen, dass wir halten, was wir versprechen und nicht nur darüber reden“, sagt Marohn.


Man darf dennoch gespannt sein, wie das Thema weitergeht. Unter anderem mit Ulrike Wessel und Jan Bobe kamen zuletzt bekannte Leute dazu. Die Entwicklungsabteilung in Herford wurde zudem kräftig aufgestockt. „Sie ist so groß wie noch nie. Die Produktentwicklung wird massiv ausgebaut“, sagt Marohn. Auf der anderen Seite hört man im Markt, dass die chinesischen Inhaber schneller deutlich bessere Ergebnisse sehen wollten.

  • Schlagzeile: Ohne Dirk Lange

Etwas länger als zwei Jahre war Dirk Lange bei der Herforder Küchenschmiede Poggenpohl – Inhaber ist die chinesische Jomoo Group – als Managing Director unter Vertrag. Er hatte seinerzeit von Ralf Marohn übernommen.

Nun gehen die Lange und Poggenpohl getrennte Wege – intern  wurde heute bereits darüber informiert, dass Lange die Firma verlässt und ein Nachfolger gesucht wird. Die offizielle Bestätigung steht noch aus. In Herford war bisher niemand zu erreichen.

  • Schlagzeile: Chefposten neu besetzt
  • H1: Poggenpohl holt vor der Messe neuen CEO

Pünktlich zur am Wochenende beginnenden Hausmesse in Herford hat die Luxusküchenschmiede Poggenpohl den Posten des CEO wieder neu besetzt. Kommissarisch hatte die Position nach der Trennung von Dirk Lange im letzten Herbst Xiaowei Lin übernommen, COO vom chinesischen Investor Jomoo.

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  • Schlagzeile: Neue Perspektiven

Seit der Übernahme von Poggenpohl durch die chinesische Jomoo Group vor vier Jahren kam die Herforder Edelküchenschmiede nicht in ruhiges Fahrwasser. Die Personalfluktuation hielt bis zuletzt an, die Konjunktur tat ihr Übriges. Seit der Trennung vom letzten CEO Dirk Lange im Herbst letzten Jahres fehlte ein Chef vor Ort. Kurz vor der Hausmesse wurde dann allerdings ein neuer CEO vorgestellt, einer mit Premiummöbel-Background, der auf offene Kommunikation zu setzen scheint. 

Lars Eriksen, früher Chef bei Dedon und Gloster Furniture, will anschieben in Herford. „Für mich ist es wichtig, dass ich bei Poggenpohl vieles transparenter und offener mache", sagte Eriksen auf der Messe. 

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  • Schlagzeile: Freischwimmer aus Berchtesgaden
  • H1: Die Freischwimmer aus Berchtesgaden

Der Architekt Ralf Weißheimer gründete vor 13 Jahren das Küchenlabel Popstahl. Die reine Stahlküche, produziert in Österreich, nimmt Fahrt auf.

Über 100 Rezepte hat Verena Lugert in ihrer wöchentlichen Spiegel-Kolumne den Lesern bereits vorgestellt. Zu Lockdown-Zeiten stellte die gebürtige Bayerin, die heute in Hamburg lebt und unter anderem bei Starkoch Gordon Ramsay arbeitete, fast täglich neue Rezepte für den Spiegel ins Netz. Das neue Buch der Spiegel-Bestseller-Autorin „Lieblingsessen“ erscheint im Oktober. Die Internet-Plattform www.i-love-food.com ist vor wenigen Tagen live gegangen. Lugert hat sich eine große Fanbase aufgebaut. Einer ihrer Fans ist Ralf Weißheimer, Gründer und Inhaber von Popstahl Küchen mit Sitz in Berchtesgaden. Und Lugert kocht mittlerweile auf einer Popstahl-Küche.

Weißheimer ist studierter Architekt. Die Vision, Küchenanbieter zu werden, die hatte Weißheimer nicht. Mit seinem damaligen Geschäftspartner Christian Thommes gründete er das Berliner Architekturbüro Institut feiner Dinge. Im Jahr 2008 haben die beiden mit ihrer Firma ein größeres Projekt an Land gezogen. Eine Zahnarztpraxis sollten sie gestalten und haben dazu auf Möbel der Firma Mediadent zurückgegriffen. Die Firma ist auf die Produktion von Möbeln für Praxen aus österreichischem Stahl spezialisiert. Mit Küchen hatte Mediadent zu dem Zeitpunkt nichts am Hut. Das sollte sich durch Weißheimers Idee schnell ändern. „Der Gedanke, mit den Stahlmöbeln aus österreichischer Produktion eine Küche herzustellen, der ist mir damals sofort in den Kopf geschossen“, sagte Weißheimer bei einer Wanderung durch Berchtesgaden, zu der er Journalisten und Blogger diesen Sommer eingeladen hat. Ziel der Wanderung: ein Kochevent mit Verena Lugert im Popstahl-Showroom im bayerischen Bergland.

Mediadent, erzählt Weißheimer weiter, sei nach einigen Gesprächen von der Idee überzeugt gewesen. „Die Produktion musste für uns angepasst werden. Medizinschränke haben

andere Maße als ein typischer 60er-Schrank in der Küche“, sagt Weißheimer. Noch im gleichen Jahr produzierte Mediadent die erste Küche nach Weißheimers Designentwurf. Die beiden Architekten gründeten mit einem weiteren Partner im Jahr 2009 die Firma Popstahl.

Durchschnittspreis liegt bei 60.000 Euro

Heute ist Weißheimer alleiniger Inhaber des Unternehmens. Die ehemaligen Geschäftspartner einigten und trennten sich. Für Weißheimer ein guter Deal, wie er findet: „Seit 2016 nimmt die Firma richtig Fahrt auf.“ Den Boom der letzten Jahre hat auch Popstahl nutzen können. Weißheimer: „Wir konnten zuletzt gut 20 Prozent zulegen.“ Das Jahr 2022 sei, wie für die meisten Küchenhersteller, das beste der Firmengeschichte. Genaue Umsatzzahlen nennt der Unternehmer nicht. Nur so viel: Knapp 50 Küchenkommissionen produziert Popstahl jedes Jahr. Und es werden immer mehr. Wer eine Küche von Weißheimer zu Hause haben will, der muss tief in die Tasche greifen. „Der durchschnittliche Preis unserer Küchen liegt bei 60.000 bis 65.000 Euro. Tendenz steigend“, sagt Weißheimer, für den momentan sechs Leute arbeiten.

Weißheimer lebt und arbeitet Vollzeit in Berchtesgaden. Er kennt jeden Berggipfel und jede Wanderroute in der Gegend mit Blick auf den Watzmann, Deutschlands zweithöchsten Berg.

Bis heute läuft die Partnerschaft zwischen Popstahl und Mediadent. Auf der Website des österreichischen Unternehmens Mediadent, das auch in Deutschland eine Niederlassung in München hat, sucht man dennoch vergebens nach Küchen. Und auch Popstahl ist noch nicht in aller Munde, wenngleich den Küchenexperten durchaus ein Begriff. „Wir bleiben gerne im Hintergrund“, sagt Weißheimer. Popstahl stellt auf keinen Messen mehr aus. Und Weißheimer schaltet auch kaum Anzeigen in Magazinen oder im Netz. Einzige Ausnahme: Werbung im Slowfood-Magazin. Weißheimer: „Nachdem das Magazin erscheint, erhalten wir fast immer einen Küchenauftrag.“ Auch Partnerschaften mit Küchenstudios sind nicht angedacht. „Stahl ist sehr teuer. Das ist auch der Grund, warum unsere Küchen so teuer sind. Die Margen der Küchenhändler würden die Küchen noch teurer machen. Das macht keinen Sinn“, sagt Weißheimer. Einziger externer Händler mit Popstahl-Küchen im Angebot ist der Concept Store Raumwerk in München.

200 Farben im Angebot

Am liebsten setzt Weißheimer allerdings auf Mundpropaganda und veranstaltet Kochabende mit Köchin Lugert. Zu diesen Veranstaltungen werden eben dann Blogger und Journalisten eingeladen. In Berchtesgaden war unter anderen Silke Untch dabei. Die Münchnerin hat unter dem Account la.cecilia.munich auf Instagram knapp 160.000 Follower und verschickte den ganzen Abend immer wieder Videos der Popstahl-Küchen aus dem Showroom ins Netz zu ihren Fans. „Durch Influencer-Marketing erreichen wir sehr schnell viele Personen und können so bekannter werden.“ Auch mit Bora wurde ein Event veranstaltet und Auszüge davon auf Instagram veröffentlicht. „Wir erreichen nicht immer unsere Zielgruppe, doch oft die Kinder derer, die eine Popstahl-Küche wollen. Und die zeigen es dann eben ihren Eltern.“ Überhaupt ist die Popstahl-Küche sehr Instagram-tauglich. Die verzinkte Stahlküche ist in nahezu jeder Farbe erhältlich. Bis zu 200 Farben stehen zur Auswahl.

Den Flagship-Showroom in Berchtesgaden eröffnete Weißheimer im vergangenen Jahr. Weißheimer ist heute Küchenanbieter und Händler zugleich und führt die Marken Berbel, Bora, MGS, Miele, Quooker, Smeg und V-Zug. Ab September steht eine Popstahl-Vorführküche bei Verena Lugert in Hamburg. Auch dort ist im kommenden Monat ein Kochevent geplant. Es gibt momentan Überlegungen, einen Showroom in NRW zu eröffnen. Und auch im Münchner Edel-Haushaltswaren-Geschäft Kustermann am Viktualienmarkt steht eine Eventküche von Weißheimer, an der täglich gut 4.000 Personen vorbeigehen. Auf die Frage, wen er als größten Konkurrenten sehe, sagt Weißheimer: „Ich sehe uns als Freischwimmer im Markt.“ Könnte er recht haben. Schaut man auf den Preis, kommt wohl eine Bulthaup-Küche einer Popstahl am nächsten.

Beim Kochevent mit Verena Lugert dürfen und sollen dann alle mit anpacken. Avocados und Tomaten schneiden, diverse Salsas zubereiten und kühle Getränke verköstigen. Und, im besten Fall, alles auf Instagram mit den Fans teilen.

  • Schlagzeile: Kiffen in der Küche

Es geht um Beziehungskisten – in jeder Form: Hersteller Porta hat sich nach der im letzten Frühjahr öffentlich sichtbaren Auffrischung seiner Markenidentitätund seines Logos einen neuen Claim verpasst. „Stolzer Vermittler erfolgreicher Mensch-Möbel-Beziehungen. Seit 1965“, wirbt das Begros-Mitglied. Jetzt startete eine Bewegtbild-Kampagne zum Thema Küche, ebenfalls frisch und auch ein wenig frech in der Tonalität, die vor allem in Social Media läuft.

Gezeigt wird die Küche als der Ort, an dem alles passiert: Knutschen, Kiffen, Trauern, Lachen, Arbeiten. Da schimpft die Mutter über die gefundenen Kiffer-Utensilien, sitzen schwarz gekleidete Trauernde betroffen am Tisch – oder ein Pärchen neckt sich. Auch in puncto Diversity hat Porta sich ein offeneres Image verpasst. Küchenwerbung mit einem lesbischen Pärchen beim Küssen mag an sich nicht revolutionär sein – ist uns bei Inside Küche aber auch noch nicht untergekommen. 

Die Kampagne stammt wie der Marken-Relaunch von Agenturen der JvM-Gruppe. Seit 2019 wird die Kommunikation umgestellt und zugleich die Digitalisierung zum Omnichannel-Händler angegangen. Auch der neue Online-Store gehört zum Instrumentarium und wird entsprechend beworben.