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INSIDE Küche

  • Schlagzeile: Ein Date im Küchenstore
  • H1: Moki Kitchens aus Offenburg

„Hallo, hier ist Richard von Moki Kitchen“. Den Start-up-Spirit, der beim KMG-Zumbrock-Mitglied Moki aus dem badischen Offenburg herrscht, hört man förmlich durchs Telefon. Richard Degraf, 33, ist neu im Küchen-Business. Zuletzt war er Geschäftsführer eines im Automotive-Bereich tätigen Unternehmens in der Region.

Zwei bis drei Jahre ist es her, da hat Degraf ein altes Haus kernsaniert und selbst eine Küche gekauft. Dabei lief einiges schief, von Pannen beim Aufmaß über defekte Auszüge, ausgetauschte Teile, die wieder nicht passten bis hin zur Art der Rekla-Abwicklung. Dann noch die Aussage, bei einer 20.000 Euro Küche könne man nicht mehr erwarten. Eine ernüchternde Erfahrung, wobei man fairerweise sagen muss, dass er da auch besonders Pech mit dem Ansprechpartner gehabt haben könnte.

 

„Da habe ich Verbesserungspotenzial gesehen“, sagt Degraf. „Ich habe mich im Markt umgeschaut und mich gefragt: Wieso die Grenzen da setzen, wo sie jetzt sind?“ Die Idee, selbst ins Küchengeschäft einzusteigen, entstand - damals noch mit einem ganz anderen Konzept. Nach längeren Überlegungen war im Dezember vor einem Jahr der Business-Plan fertig. Degraf unterzeichnete den Mietvertrag für seinen Store, den er bewusst nicht Studio nennt. Der Standort befindet sich auf dem ehemaligen Sparkassen-Areal, das kürzlich zu dem hochmodernen Einkaufsareal Rée Carée umgebaut wurde - mit entsprechend hohen Mieten, aber in Spazier-Lage mitten in Offenburg. Die Option, ein bestehendes Haus außerhalb zu übernehmen, schlug Degraf aus. In Offenburg ist man heimatverbunden, man shoppt gern im Ort.

Das passt auch zu Mokis Planungskonzept „Speed-Planning - Ein Date im Küchenstore“: „Du bringst deinen vermaßten Grundriss mit in unseren Küchenstore und wir beraten dich ausführlich, zeigen dir aktuelle Farben und verschiedene Materialien. Dann kannst du relaxen, in der Stadt bummeln oder Kaffee trinken. Bereits zwei Stunden danach bekommst du deinen individuellen Planungsvorschlag von Moki.“ Angeblich trifft 90 Prozent der Speed-Planning-Kunden die Liebe auf den ersten Blick. Wobei man ergänzen muss, dass die Statistik auf einer noch niedrigen Probenzahl beruht, denn Moki hat erst am 22.10. eröffnet. Sieben Aufträge, die ab Februar zur Auslieferung kommen, sind immerhin bereits da, acht weitere in der Planung.

Nach den persönlichen Erfahrungen mit Reklamationen beim Küchenkauf hat Degraf sich für sein Unternehmen für einen anderen Umgang damit entschieden. Er geht mit seinem Hintergrund aus dem Automotive-Bereich an die Sache ran. „Ich bin ein penibler Qualitätsmensch“, sagt Degraf. „In 80 Prozent der Fälle ist der Mensch die Fehlerquelle. Wir tun viel, um Fehler von vornherein zu vermeiden, und prüfen die Planungen im Anschluss nochmal ganz besonders intensiv.“

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Was „man“ macht in der Branche, hat ihn in der Aufbauphase eigentlich nicht interessiert: „Ich habe alles gemacht, wie es mir gefällt. Bis zum Tag 1 habe ich nicht gewusst, wie es im Markt ankommt.“ Gleichzeitig habe er in der Anfangsphase aber sehr intensive Unterstützung durch den Verband bekommen, der auch Gefallen fand am Moki-Konzept. Die Verbundgruppe hat den Neuzugang und seinen Claim „Love my Kitchen“ im Herbst gleich mit dem KMG Marketing Award für 2021 bedacht.

Der Auftritt von Moki ist modern, das Marketing jung und frisch. Beratungstermine werden gleich auch per Video angeboten. Für Richard Degraf ist das eigene Studio das beste Plakat. Drum auch der Standort in der Innenstadt. Was es mit dem Namen Moki auf sich hat, will er (noch) nicht verraten. Festgestellt hat er in Kundengesprächen: Es hört sich nach einer Kette an. Kunden denken, sie haben Moki in anderen Städten schon gesehen. Das passt, denn eine Filialisierung ist geplant.

Auf 200 qm (mit 100 qm Erweiterungsoption) haben bislang vier Musterküchen Platz und ein Hauswirtschaftsraum. Moki setzt auf Schüller.C und Next125, auf Rotpunkt und demnächst kommt mit Noodles Noodles & Noodles noch ein „Exot“ dazu. Gerätelieferanten sind Smeg, Bosch, Miele, Gaggenau und Berbel. Perspektivisch sollen auch die Wohnen-Angebote der Holz-Lieferanten geplant werden. „Wir wollen das Folgegeschäft mitnehmen“, sagt er.

Zum Wettbewerb in Offenburg: „Wir sind die Nummer 17.“ Da könnte man meinen, auf noch einen Anbieter habe die Stadt nicht gerade gewartet. Degraf ist aber überzeugt, dass die Lage im Stadtzentrum den Unterschied macht. Und bei Küchen ab 10.000 Euro wird die Zahl der Wettbewerber auch gleich geringer. Zwei bis drei seien es da.

Ein wichtiges Thema ist für Richard Degraf die Kreislaufwirtschaft, was Moki auch auf seiner Internetseite heraushebt. „Aus Überzeugung, nicht fürs Marketing“, sagt Degraf. „Irgendjemand muss diese Maßstäbe setzen. Unsere Lieferanten Schüller und Rotpunkt sind da schon sehr weit.“ Zum bislang vier Köpfe starken Moki-Team gehört auch eine Studentin im Dualen Hochschulstudium, die sich gerade darum kümmert, den CO2-Fußabdruck der Lieferanten zusammenzutragen.

Bei der Mitarbeitergewinnung (und beim Halten) setzt der Jungunternehmer auf Methoden aus der Großindustrie, in der er zuvor tätig war und die schon seit Langem um Fachkräfte kämpft. Die Mitarbeiter sind flexibler in ihrer Arbeitszeit und haben die Möglichkeit zum Home-Office. Jeder bekommt die passende Ausrüstung: Laptop, Smartphone und Airpods. „Hier in der Region ist das schon noch etwas Besonderes, das die Mitarbeiter zu schätzen wissen“, sagt Degraf.

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  • Excerpt: Auf dem 4. INSIDE Branchen-Gipfel skizzierte der Berliner Ökonom Moritz Schularick die bevorstehenden Herausforderungen am Standort Deutschland. Mittlerweile ist der Volkswirt Chef des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. Ein Gespräch über die am Boden liegende Bauwirtschaft und unternehmerische Zukunftsfragen.
  • Schlagzeile: „Nicht rückwärts in die Zukunft"
Auf dem 4. INSIDE Branchen-Gipfel skizzierte der Berliner Ökonom Moritz Schularick die bevorstehenden Herausforderungen am Standort Deutschland. Mittlerweile ist der Volkswirt Chef des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. Ein Gespräch über die am Boden liegende Bauwirtschaft und unternehmerische Zukunftsfragen.
  • Schlagzeile: Im Handelsblatt
  • H1: Diskussion im Handelsblatt

„Die Thyssenkrupp-Stahlsparte plant Kurzarbeit, nachdem der Konzern infolge des Krieges mittlerweile mit einer „Beeinträchtigung der Geschäftsentwicklung“ rechnet. Anfang Juni kommen nach der Übergangsfrist infolge des Inkrafttretens der Sanktionen die letzten Holzlieferungen aus Belarus. Alles wird harte Auswirkungen auf den Möbelmarkt haben. Über ein Energieembargo wird nach wie vor gestritten. Heute auch wieder im Handelsblatt.

Dort streiten die Ökonomen Moritz Schularick und Achim Wambach über die Frage, ob Deutschland auf Gas, Öl und Kohle aus Russland verzichten kann.

Wambach ist Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung; Schularick forscht und lehrt am Institut für Makroökonomie und Ökonometrie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Schularick erhielt jüngst den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis 2022 – mit einer Summe von 2,5 Mio Euro der höchstdotierte deutsche Forschungsförderpreis. Am 12. Mai wird Schularick in München die Keynote des 4. INSIDE Branchen-Gipfelshalten.

Schularicks Thema in der Alten Kongresshalle am 12. Mai um kurz vor 11 Uhr gewinnt gerade dramatisch an Relevanz: „Wo kommen wir her? Wo kommen wie hin? Thesen zur Zukunft der deutschen Wirtschaft und der Globalisierung.“

Und hier geht es direkt zur Diskussion im Handelsblatt.

  • Schlagzeile: Durch die Decke
  • H1: Muldenlüfter: Marktzahlen

Wertmäßig 45 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 45 Prozent mehr in Bezug auf die Stückzahlen meldet die GFU Consumer & Home Electronics in den ersten fünf Monaten 2022 bei Kochfeldern mit integriertem Dunstabzug. In absoluten Zahlen waren das im Zeitraum Januar bis Mai 104.000 Stück oder 266 Mio Euro.

Dass Muldenlüfter schon in den Jahren zuvor kräftig zugelegt hatten — noch stärker als der ohnehin schon boomende Küchenmarkt, ist kein Gehemins. Die Zahlen der GFU für 2021: 31 Prozent mehr Umsatz und 34 Prozent mehr Absatz.

  • Schlagzeile: Ohrwurm-Jubiläum

Seit 1991 gibt es ihn: Einen der einprägsamsten Werbejingles der Welt. Wer kennt ihn nicht? – „Musterhausküchenfachgeschäft. Wir richten Küchen mustergültig ein.“ Für die einen ist er wegen seiner Ohrwurmqualitäten der schlimmste Jingle aller Zeiten, für andere hat er Kultcharakter. Seinen Zweck erfüllt hat er allemal: Zehn Jahre nach der Vorstellung der Funkkampagne auf der MHK-Jahrestagung 1991 lag die gestützte Bekanntheit von Musterhausküchen bei knapp 90 Prozent. Und auch 30 Jahre nach seiner Einführung sind Melodie und Text noch weit bekannt.

Frank Heckmann, der als Mediaplaner seit 25 Jahren für die Funkkampagnen in Dreieich verantwortlich ist, erinnert sich, dass die Spots in den ersten fünf Jahren ausschließlich gesungen wurden. In der Anfangszeit dauerten sie gut eine Minute, was später kaum noch bezahlbar war. Seit 1996 ist Martin Hecht – wir alle kennen ihn von vielen Jahrestreffen in Berlin, wo er als Moderator auftrat – die Stimme der Musterhausküchen-Spots. Darüber hinaus wurde mit Prominenten wie Alfred Biolek, Sally oder zuletzt Johann Lafer zusammengearbeitet.

Nach wie vor setzt man in Dreieich auf Funk als wesentliche Säule im Marketing. „Laut der bevölkerungsrepräsentativen Studie MA 2020 Audio I lag die Reichweite des Mediums Radio in Deutschland im letzten Jahr bei 74,8 Prozent. Im Vergleich aller Medien wie Internet, TV und Tageszeitung war das Radio sogar das meist genutzte Medium“, meldet MHK in dem Zusammenhang.

  • Schlagzeile: Zurück ins TV

Die neuen Testimonials der MHK-Marke Musterhausküchen, Giovanni und Stefano Zarrella, werden bald im Auftrag aus Dreieich auch im TV zu sehen sein. TV-Werbung hat Musterhausküchen seit 23 Jahren nicht gemacht.

Die Rückkehr ins TV steht mit der Teilnahme von Stefano Zarrella bei Let’s Dance im Zusammenhang. Ab dem 23. Februar wird er zusammen mit anderen Promis übers RTL-Tanzparkett fegen – und die Küchenmarke drei Monate lang zur Primetime werben, begleitet von Digitalmaßnahmen.

  • Schlagzeile: Zweigleisig
  • H1: Musterring: Zweiter Küchenlieferant

Die Musterring-Küchen, seit dem Neustart bisher exklusiv in allen Häusern der Filialisten Segmüller und Küchen Aktuell mit Studiokonzepten vertreten, bekommen einen neuen Lieferanten – neben Störmer.

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  • Schlagzeile: Zukunftsgruppen
  • H1: MZE: Zukunftsgruppen

Anstelle einer klassischen Erfa-Tagung hat der Mittelstandsverband MZE am 16./17. November erstmals zu einem reinen Küchen-Treffen eingeladen, „Inspiration Days“ getauft. 35 Mitglieder trafen sich dazu bei Sachsenküchen. Das neue Format kam so gut an, dass es auf jeden Fall wiederholt werden soll – wahrscheinlich künftig einmal jährlich. Wie man gut vorbereitet in die Zukunft geht, erfuhren die Teilnehmer vom Zukunftsinstitut.

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MZE

  • Schlagzeile: Das Morgen planen
  • H1: MZE: Das Morgen planen

Die Branche steht unter Druck. Nachwuchs fehlt, Betriebe schließen, und der Generationenwechsel ist oft schwierig. Beim MZE-Verband geht man das Thema mit dem Programm NexGeneration an.

Mitten in die Berge ging es für die 25 deutschen und österreichischen Teilnehmer der Juniorentagung des MZE vom 20. bis 22. Oktober 2024. Genauer: ins Travel Charme Bergresort in Werfenweng. Hübsch gelegen, malerisch mitten zwischen Bleikogel und Hochkönig gelegen, nur wenige Kilometer von Salzburg und dem Königssee entfernt. Man setzt eben einiges daran, dass die junge Generation zusammen- und vor allem vorankommt.

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  • Schlagzeile: Übergabe in Nordhorn

Gesamtvertriebsleiter Bernhard Schonhoff wird sich im Laufe des Jahres beim Küchen-Zubehör-Spezialisten Naber in den Ruhestand verabschieden. Seit 1979 ist er in Nordhorn tätig.

Schonhoffs Nachfolger steht bereits in den Startlöchern: Jörg Brune war zuletzt Geschäftsführer der WKS Textilveredlungs GmbH in Wilsum, die Küchenbranche kennt er aus einem früheren Job bei Berbel. Bei Naber wird er in den kommenden Monaten noch von Bernhard Schonhoff eingearbeitet.

  • Schlagzeile: Mit Betriebskita
  • H1: Naber investiert in Kinderbetreuung

Der Küchenzubehör-Spezialist Naber ist einer der Eigentümer der neu gegründeten GBK Grafschafter Betriebskindertagesstätten GmbH & Co. KG. Gemeinsam mit sieben weiteren Unternehmen aus der Umgebung stellt Naber Gelder zum Bau einer Betriebskita mit insgesamt 80 Plätzen zur Verfügung. 27 davon verantwortet die Stadt Nordhorn.

  • Schlagzeile: Wesco-Rechte erworben

Wie geht es bei Wesco weiter? Es sah zuletzt nicht gut aus. Zumindest die Markenrechte werden nun übernommen. Der Nordhorner Küchenzubehör-Marktführer Naber hat sich entschieden zu investieren und kauft die Rechte an der Traditionsmarke Wesco. 

Schon seit Langem haben die Nordhorner Wesco-Produkte im Sortiment, vor allem Abfallsammler, aber auch

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  • Schlagzeile: Farbiger Auftritt
  • H1: Naber: Farbiger Auftritt

Im Mittelpunkt der Naber-Präsentation auf der Area30 stand unübersehbar die Integration des Wesco-Sortiments. Die Marken- und Produktrechte der Wesco-Behälter und -Abfallsammler hatte Naber im März übernommen, und Vertriebsleiter Rainer Büth gleich mit.

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  • Schlagzeile: Immer „eigener“

Der Zubehörspezialist Naber aus Nordhorn steuert direkt auf die 100 Mio Euro zu. Mit einem unerwartet satten Plus von 15 Prozent wurden im letzten Jahr 95 Mio Euro Umsatz erreicht. Im zweiten Halbjahr konnte nochmal richtig aufgeholt werden. Corona hat auch dem B2B-Webshop einen Boost verschafft: Knapp 10 Mio Euro Umsatzanteil entfielen darauf. In Nordhorn arbeiten sie an einer technischen Erweiterung.

Im Videointerview mit INSIDE Küche sprechen Inhaber Lasse Naber und Marketingleiter Jürgen Heilen unter anderem über die zunehmende Bedeutung der eigenen Entwicklungsabteilung. 35 Prozent des Umsatzes machen die Eigenentwicklungen mittlerweile aus - von der Lüftungstechnik, wo man komplett auf eigene Produkte setzt, über die Lichttechnik bis hin zum Stuhlgestell. Gefertigt wird nach Möglichkeit bei europäischen Lieferanten. 

Nur ein Beispiel für die zahlreichen Eigenentwicklungen aus dem Hause Naber: Die Modulküche Concept Kitchen, mit der Naber vor ein paar Jahren ein Vorreiter war, als Modulküchen noch vielfach belächelt wurden. Ein Relaunch ist in Planung. Die aktuelle Version der Concept Kitchen ist knapp 90-mal platziert, mehr im Ausland als im Inland. Man bleibt dran an dem Thema - gerade jetzt wo es endlich eins wird im Markt.

Den Ausfall der stationären Messen im vergangenen Jahr hat Naber mit eigenen „Messefahrzeugen“ kompensiert, mit denen der Außendienst direkt die Kunden ansteuerte. Ging auch, macht aber weniger Spaß, so der Tenor. Momentan bereitet Naber sich auf die Area30 im ostwestfälischen Küchenherbst zu. Parallel dazu soll das Konzept mit den Händlerbesuchen vor Ort fortgesetzt werden.

  • Schlagzeile: „Unsere Leitmesse“
  • H1: Naber im INSIDE Küche-Talk

Großes Thema auf der Area30 ( „unsere Leitmesse“, sagt Inhaber Lasse Naber zu der Show in Löhne) wird beim Zubehörspezialisten Naber aus Nordhorn die neue Webseite inklusive Webshop sein. Zudem hat Naber für jede Warengruppe wieder neue Eigenentwicklungen dabei, neue Edelstahlarmaturen, ein neues Regal-Relingsystem, Stühle, Hocker, Leuchten und nicht zuletzt auch weitere Entwicklungen im Bereich Smart Home. „Ein Riesenthema“, so Marketingleiter Jürgen Heilen.

Zwischen 35 und 40 Prozent seines Umsatzes von inzwischen mehr als 100 Mio erwirtschaftet Naber mit selbst entwickelten Produkten, berichten Naber und Heilen im INSIDE Küche-Talk, der als Video oder hier als Podcastzur Verfügung steht.

Mit der Entwicklung im aktuellen Jahr sind Lasse Naber und Jürgen Heilen zufrieden. In Anbetracht der Lage hatte man vorsichtiger geplant. Diese konservativen Ziele werden voraussichtlich übertroffen.

 

  • Schlagzeile: Reaktionen von Ausstellern

Die Infektionszahlen sinken und die Probleme wachsen – so sieht die Lage für viele Messeveranstalter in Deutschland aus. Laut Verband der deutschen Messewirtschaft Auma haben sich die gesamtwirtschaftlichen Verluste durch die Absage von Messen mittlerweile auf 40 Mrd Euro summiert. Und die Erkenntnis setzt sich durch: Virtuelle Messen sind oftmals nur ein vergleichsweiser schwacher Trost.


So hat nun bekanntlich auch die IFA die Reißleine gezogen und das Berliner Technik-Event Anfang September abgesagt (INSIDE 1112). Die Reaktionen aus dem Lager der Aussteller? Auf Anfrage von INSIDE haben drei große Hausgerätehersteller ein Statement abgeben. Gesagt sei aber auch: Einige Anfragen blieben unbeantwortet. Noch hat offenbar nicht jeder einen Plan, wie man das fehlende Herbst-Großereignis der Hausgeräte-Fraktion kompensieren soll.


Kurz und bündig gibt die BSH zum Beispiel bekannt, dass man die IFA-Absage sehr bedauere und sich auf die IFA 2022 freue. Ob es alternative Events geben wird? Darüber ist von den Münchnern bislang noch nichts zu erfahren. Deutliche ausführlicher äußern sich Electrolux und Samsung. Hier die aktuellen Statements: 

Electrolux Deutschland

Ralf Birk, Electrolux Sales Director Kitchen Retail DE/AT

 
  • Wie bewertet man bei Ihnen die Absage der IFA? Was bedeutet das für Electrolux Deutschland?

    „Wir können heute noch nicht absehen, wie sich die Situation in den nächsten Monaten darstellen wird. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Partner:innen und Mitarbeiter:innen hat für uns oberste Priorität. Viele Fragen, die für die Planungen einer Großveranstaltung wie der IFA ganz entscheidend sind, lassen sich heute noch nicht eindeutig beantworten und sind abhängig von den Maßnahmen und Auflagen der lokalen Behörden. Deswegen haben wir uns bei Electrolux bereits Anfang Mai nach eingehenden Abwägungen und angesichts der hohen Volatilität dazu entschieden, in diesem Jahr nicht mit einem Stand auf der IFA vertreten zu sein und uns auf alternative Kanäle zu konzentrieren. Wir können die IFA-Absage der Messe Berlin deswegen gut nachvollziehen. Dennoch war es natürlich für alle Seiten keine leichte Entscheidung, denn die IFA ist seit jeher eine ausgezeichnete Plattform für den wichtigen und wertvollen Austausch mit unseren Geschäftspartnern.“

  • Planen Sie alternative Events für den Herbst – möglichweise auf rein digitalem Wege? Und wenn ja, wie sollen diese aussehen?

    „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, unsere Handelspartner wieder persönlich zu sprechen und ihnen vor Ort die Neuheiten zu präsentieren. Wir prüfen aktuell verschiedene Möglichkeiten, wie wir unsere Handelspartner in dem gebotenen Rahmen treffen können, sollte das die Situation im Herbst erlauben. Beispielsweise auf der A30 Küchenmeile. Unser Kitchen Center in Löhne kann ja ganzjährig und vielseitig genutzt werden. Derzeit bauen wir unseren Showroom um und bringen ihn auf den aktuellsten Stand, so dass unsere Handelspartner hier die neuesten Innovationen und Konzepte erleben können. Wir gehen aktuell davon aus, dass die Messe im September stattfindet, werden aber auch einen Plan B parat haben.“ 

  • Werden Sie stattdessen in der neuen Connect-Halle der imm cologne im Januar präsent sein?

    „Eine Teilnahme an der IMM Cologne 2022 ist nicht geplant.“

 

Samsung

Leif-Erik Lindner, Vice President Consumer Electronics bei Samsung

 

  • Wie bewertet man bei Ihnen die Absage der IFA? Was bedeutet das für Electrolux Deutschland?

    „Wir verstehen die gemeinsame Entscheidung der Messe Berlin und der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, die IFA in diesem Jahr als physisches Live-Event auszusetzen. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter, Partner und Kunden hat für Samsung Electronics höchste Priorität. Um unsere diesjährigen Produktneuheiten und Unternehmens-Updates teilen zu können, suchen wir aktuell nach alternativen Möglichkeiten. Anstehende Veranstaltungen werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.“

  • Planen Sie alternative Events für den Herbst – möglichweise auf rein digitalem Wege? Und wenn ja, wie sollen diese aussehen?

    „Wir suchen aktuell noch nach alternativen Möglichkeiten, um unsere Neuheiten kanal- und produktübergreifend zu präsentieren und werden anstehende Veranstaltungen zu gegebener Zeit bekannt geben. Mit Blick auf den Küchenkanal und unsere Einbaugeräte halten wir derzeit sowohl an einem Auftritt auf der nobilia Hausmesse als auch an der Teilnahme an der area30 fest. Stand heute werden wir dort mit einer vergleichbar großen Fläche wie im letzten Jahr bei nobilia vertreten sein.“

  • Werden Sie stattdessen in der neuen Connect-Halle der imm cologne im Januar präsent sein?

    „Die Entscheidung über eine mögliche Teilnahme von Samsung an einer internationalen Messe wie der imm cologne trifft das Unternehmen in enger Abstimmung im Headquarter in Korea. Veranstaltungen werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.“

 

 

 

 

 

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  • Schlagzeile: Kehrtwende!
  • H1: Wir brauchen die Kehrtwende!

Hitze, Dürre, Mikroplastik in unserer Nahrung. Auch der letzte Leugner müsste bald verstanden haben, dass die Menschheit und wir alle in kürzester Zeit einen Riesenmist gebaut haben. Wir haben es geschafft, in kaum mehr als 100 Jahren den Planeten zuzumüllen und das Klima zu verändern. Mit einer Wirtschaft, die darauf aus ist, stetig Verkaufsmengen zu steigern. Produziert mit kurzer Lebensdauer, gemacht für die Entsorgung. Und jetzt merken wir: Das Modell ist falsch. Es funktioniert so nicht. Die Menschheit schafft sich ab. Wir brauchen eine Kehrtwende. Je größer das produzierende Unternehmen, desto notwendiger diese Erkenntnis.

Von Katrin de Louw

Viele Menschen verbinden Nachhaltigkeit ausschließlich mit Ökologie. Dabei wird Nachhaltigkeit in drei Säulen gedacht: sozial, ökologisch und ökonomisch. Nachhaltige Materialien werden auf sozialer Ebene gerecht und mit fairen Löhnen und ethischem Anspruch produziert. Und auch die ökonomisch nachhaltige Produktion ist wichtig: Sichere Arbeitsplätze, Transparenz und nachhaltiges Wirtschaften, auch Regionalität mit lokaler Wertschöpfung gehören dazu.

Ökologisches Material und dessen Produktion

Betrachten wir jetzt einmal intensiver den Anspruch an Ökologie bei der Materialwahl. Das Problem der Erderwärmung verursacht vom CO2-Ausstoß durch menschliches Fehlverhalten ist neben dem Plastik in der Umwelt eines der Hauptprobleme der Umweltzerstörung. Obwohl die Möbelwelt an diesem Desaster einen vergleichsweise geringen Anteil hat, so ist es trotzdem Aufgabe der Branche, an einer klimafreundlichen Einrichtung zu arbeiten. Mehr noch: Die Konsumenten, insbesondere die nachkommenden Generationen, werden ihr Konsumverhalten ändern und Anschaffungen, insbesondere Neuanschaffungen, gründlicher überdenken. So zeichnet sich das Bild heute ab, wenn man mit der Generation Y spricht. Was bedeutet das jetzt für unsere Branche und für die Zukunft von Materialien für Möbel? Kann man das Thema, weil nun Krieg herrscht in Europa, auf später verschieben?

Ganz sicher nicht. Zunächst müssen wir endlich verstehen, dass wir Materialien ganzheitlich betrachten müssen – es geht um den ganzen Kreislauf, um Rohstoffgewinnung, Produktion, Energiegewinnung für die Produktion, Wasseraufbereitung, Verpackung, Lagerung, Logistik, Lebensdauer, Recyclingfähigkeit. Es nutzt kein vermeintliches Ökomaterial etwas, wenn die Herstellung des Materials einen großen CO2-Fußabdruck hat. Die Herkunft auch der Komponenten muss transparent werden und Lieferanten in die umweltpolitische Verantwortung genommen werden. Idealerweise müssen sie in eine klimaneutrale Produktion eingebunden sein.

Mit Greenwashing kommt man in Zukunft nicht mehr weit, Details werden stärker hinterfragt. Es ist nicht richtig, ein mikroplastikfreies Produkt auch als ein solches zu verkaufen, wenn bei der Herstellung dieses Produktes Mikroplastik anfällt und das dann fast unbemerkt in die Umwelt abgegeben wird, etwa über Abwässer. Sie merken schon, das Thema ist sehr komplex und die Diskussion kann in unendlich vielen Details und Ebenen stattfinden. Die gute Nachricht ist, dass die Tools zur Bewertung von Produktionen und Materialien hinsichtlich ihrer Ökologie ständig wachsen und auch besser werden. Allerdings scheint es im Moment auch so zu sein, dass die Menge der Angebote zur ökologischen Bewertung von Materialien auch die Orientierung schwieriger machen. Es ist eine Frage der Zeit, bis sich hier Verfahren durchsetzen.

Hightech-Thema

Um die Ausbeutung der Natur, auch der Menschen und unseres Lebensraumes nicht durch den Abbau fossiler und schließlich endlicher Rohstoffe weiter zu verschlimmern, sind zukunftsgerichtete Materialien im Wesentlichen aus nachwachsenden Rohstoffen aus verantwortungsvoller, sprich nachhaltiger Züchtung, Produktion oder Bewirtschaftung notwendig. Egal ob Holz, Bambus, Gräser und Pilze: Die Basis unserer neuen und zukunftsfähigen Materialien sind natürlichen und nachwachsenden Ursprungs. Dabei wird uns auch modernste Technologie helfen, traditionelle Rohstoffe neu zu erfinden, zum Beispiel durch 3D-Druck. Das Material der Zukunft ist langlebig. Das Produkt der Zukunft hat eine lange Lebensdauer. Nichts ist so ökologisch, wie das nicht produzierte Produkt. Produkte der Zukunft werden nach Gebrauch aufbereitet und erneut verkauft oder verschenkt. Diese Aufbereitung erfordert seitens des Materials auch die Möglichkeit dazu. Das erneute Verkaufen oder auch Verschenken bietet eine Möglichkeit, ehemals teure Produkte günstiger anzubieten. Es bietet auch dem Investor oder Bauherren die Möglichkeit, einen kleinen Anteil zurückzubekommen.

Erst danach, wenn das Produkt nicht mehr aufbereitet werden kann und auch keine Idee zum Upcycling besteht, sollte zukünftig das Thema des Recyclings kommen. Hier gilt es, den Werkstoff als Wertstoff zu erkennen und diesen sortenrein in den Materialkreislauf zurückzuführen. Sortenrein. Kleinhacken und als Rohstoffmix neu zusammenzukleben verschlechtert nicht nur stetig die Qualität, sondern ist auch keine Lösung für den Umweltschutz, da Kunststoffe immer kleiner werden und final nur die thermische Verwertung möglich ist.

Der Materialrealität ins Auge sehen

Um ein Problem zu lösen, muss ich es kennen und möglichst vollständig in seiner Ursache und Wirkung versuchen zu erfassen. Aktuell verarbeitet die Einrichtungsindustrie viele Verbundmaterialien und auch Kunststoffoberflächen. Es kommt vor, dass diese Oberflächen an der einen oder anderen namhaften Hochschule mit angehenden Innenarchitekten und Möbeldesignern nicht besprochen werden, also nicht Teil des Lehrplans sind. Heißt: Sie tauchen quasi nicht auf in der Ausbildung. Heraus kommen dann aus den Hochschulen talentierte und hochmotivierte Planerinnen und Kreative, die in der Möbelindustrie auf dem harten Boden der Tatsachen landen. Hier treffen Weltverbesserer (und das ist positiv gemeint) auf die Gesetze des Marktes, und die Kommunikation zwischen junger Generation und Unternehmensspitze scheitert dann nicht selten auch mal sehr schnell. Die notwendige Materialrevolution braucht aber Knowhow und gerade die Diskussion mit jungen Leuten. Und da wir auch schnell etwas bewegen müssen, braucht es auch in der Ausbildung Marktnähe beim Thema Materialien, denn die Verhandlungsposition der Berufsanfänger und damit der jüngeren Generation wird durch das Wissen stärker.

Egal ob Handy, Medizin, Luftfahrt: Kunststoffe sind uns in vielen Bereichen wichtig und bleiben über Jahrzehnte kaum ersetzbar. Sie sind nicht selten Voraussetzung unseres heutigen Lebensstandards. Im Interior sind uns Kunststoffe besonders während der Pandemie wertvoll erschienen: gut zu desinfizieren oder als durchsichtige Trennwand schützend und sogar lebensrettend. Sie können heute im Internet noch immer Tische aus den 50ern kaufen mit der berühmten Schichtstoffoberfläche. Wenn das nicht nachhaltig ist.

Kreislaufwirtschaft ist der Schlüssel

Natürlich gilt es auch darum, möglichst Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu fertigen und möglichst auf fossile, ja auch gesundheitsschädliche Stoffe in der Einrichtung zu verzichten. Eine der großen Aufgaben unserer Zeit ist es, die Biokunststoffe leistungsstark in den verschiedenen Anwendungen hinzubekommen. Und zwar so, dass eine Verarbeitung in der Möbelindustrie und ein Preisgefüge am Markt – wenn auch mit Hürden – umgesetzt wird.

Aber bis dahin (und vermutlich auch darüber hinaus) ist die Kreislaufwirtschaft die einzige Alternative mit Kunststoffen – ebenso wie mit allen Wertstoffen, wie Metallen, Glas und Textilien – umzugehen. Aktuell werden recycelte PET-Oberflächen auf Holzträgerwerkstoffen im Handel als Möbelfronten angeboten, bei denen man theoretisch die Materialien sogar wieder voneinander trennen kann. Ein guter Ansatz. Ich kenne nur leider bis heute kaum jemanden, der sich darum kümmert, dass die Kunststofffronten wieder nach Gebrauch in ihre Einzelkomponenten zerlegt werden.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Kreislaufwirtschaft gesetzlich vorgeschrieben wird. Und dann müssen Händlerinnen und Hersteller Service neu denken und Materialkreisläufe möglich machen. Sortenreine Materialkreisläufe! Und wann bringen Menschen Produkte konsequent in einen Rohstoffkreislauf? Richtig. Wenn das Material teuer genug ist. Die Materialien der Zukunft sind teurer.

Materialien der Zukunft

Egal ob Arbeitsplatten aus Bauschutt oder kunstvolle Fliesen aus recyceltem Glas: Es gibt bereits interessante Ansätze neuer Materialien. Materialien aus Pilzkulturen ersetzen im Hochbau, aber auch in der Automobilindustrie bereits Dämmungen und Füllungen. Das Material kann ähnlich wie geschäumter Kunststoff – zum Beispiel für Verpackungen und auch im Leichtbau – eingesetzt werden. Es ist aber im Gegensatz zu dem herkömmlichen Material zu hundertprozentig biologisch und auch auf diesem Weg abbaubar. Es entstehen also weltweit Alternativen, die es zu prüfen gilt. Das Massengeschäft hat im Moment nicht die Flexibilität in der Materialwahl. Um zukünftige Materialwege für das eigene Unternehmen zu finden, braucht es Experimente und Versuche in der Nische. Hier sitzt die Chance zur Materialrevolution und zur Einzigartigkeit.

Aber wir haben auch bereits gute Materialien. Denken Sie zum Beispiel an Holz. Ein zukunftsträchtiges Material, mit dessen Ressourcen wir natürlich auch schonend umgehen müssen und welches wir aus verantwortungsvoller Bewirtschaftung ernten müssen. Was für ein im Grunde zukunftsweisender Hochleistungswerkstoff, dessen Anbau und Verarbeitung unserem Klima zugutekommt. Holzmöbel binden CO2, das hier erst bei Verrottung oder Verbrennung wieder freigesetzt wird. Wenn Materialien teurer werden (und aktuell auch die Lieferketten gestört sind), ist eine der möglichen Reaktionen in der Gestaltung zukunftsgerechter Einrichtung die Reduktion. Reduzierung von Funktionen, von Materialien und Materialvielfalt am Möbel. Weniger ist mehr. Zumal viele Verbraucher auch durch die Inflation alle Anschaffungen genauestens überprüfen müssen. „Was braucht mein Möbel also wirklich?“ ist eine der wesentlichen Designfragen der Zeit.

Vom Gas gehen

Die ganze Branche sollte, das würde ich mir wünschen, vom Gas gehen: auf der Autobahn und hinsichtlich ihrer Entwicklung von Neuheiten. Ich weiß, dass oft behauptet wird, der Handel fordere jährlich Neues. Aber ich denke, es geht auch anders. Gutes Design und neue Ideen sind das, was der Endkunde will. Das bedeutet nicht, dass die Möbelserie, die gezeigt wird, neu sein muss. Stattdessen sollten wir uns um zeitloses Design Gedanken machen. Um neue Klassiker. Um „sustained colors“ anstelle der lieben „Farben des Jahres“. Konzepte erschaffen, die schön bleiben.

Stellen Sie sich vor, Sie kommen in ein Möbelhaus und sehen einen Schrank, den Sie vor fünf Jahren an gleicher Stelle gekauft haben. Nur in einer neuen, frischen Kojen- und Farbkombination mit modernen Accessoires wie Leuchten, Textilien. Was denken Sie dann? Die meisten Menschen würden sich wohl freuen, wenn sie sehen, dass sie damals das richtige Produkt gekauft haben, und fänden eine Umgestaltung der eigenen Einrichtung spannend. Der Kunde kam ins Möbelhaus, um etwas ganz anderes zu kaufen, sieht seinen eigenen Schrank und nimmt zusätzlich für diesen neue Accessoires mit.

Vielleicht würde der Kunde dann sogar regelmäßiger wiederkommen, um zu schauen, ob es noch mehr Ideen zu seiner Einrichtung gibt. Der Handel bliebe Ansprechpartner, auch zu diesem Produkt. Und mehr noch: Der Endkunde, der neue Einrichtungsideen für sein „altes“ Möbel findet, denkt nicht nur, dass er Qualität gekauft hat. Er ist sich auch sicher, dass er bei dem richtigen Händler ist. Bei seinem Händler.

Es gibt sie ja zum Glück auch in unserer Branche und sie werden stetig mehr: Die Vordenker und Managerinnen, die sagen: Ich muss nachhaltiger werden und damit den Wert unserer Marke steigern. Unternehmen wie Apple bezahlen ihre Manager zukünftig auch nach Nachhaltigkeitsaspekten, habe ich gelesen. Es gibt zunehmend mehr Möbelmacher, die längst wissen, dass wir uns mitten in der Materialrevolution befinden. Die Produktion, Verwendung und Wiederverwertung von Material ist ein zunehmend wichtiger Baustein der Unternehmensführung. Er braucht aktive Gestaltung. Von uns allen.

Katrin de Louw ist studierte Innenarchitektin und seit 1997 für Unternehmen aus der Interior- und Materialbranche tätig im Bereich Trendresearch, Produktentwicklung und Design. Sie gründete 2007 das Furniture Future Forum (ehemals Servicepoint A30) im Zentrum der deutschen Möbelindustrie als Trend- und Eventforum: in Bünde. Ebenfalls seit dem Jahr verantwortet de Louw die Material- und Oberflächensonderschau der Interzum in Köln. 2020 rief sie zudem das Colornetwork ins Leben, das sich seitdem stetig weiterentwickelt (INSIDE 1142).

  • Schlagzeile: Digital und papierlos
  • H1: Nahaufnahme Neelsen: Digital und papierlos

Viel mehr als nur Möbelteile. Zu Besuch bei Neelsen in Bünde.

Neelsen Fotor

„Wir sehen uns als Datenlogistiker und Prozessanbieter“, sagt Frank Meyrahn, gemeinsam mit Petra Meyrahn Geschäftsführer des Familienunternehmens Neelsen GmbH. Guter Hinweis für all diejenigen, die Neelsen eigentlich als Möbelteilehersteller abgespeichert hatten. Natürlich ist Neelsen auch heute noch Produzent von konfektionierten Möbelteilen. Dazu gehören nicht nur Zuschnitt und Bekantung, sondern auch viel Sonderbearbeitungen. Die Prozesse reichen tiefer als bei anderen verlängerten Werkbänken.

Doch auch damit ist es nicht getan. Bei den Kunden – zu 95 Prozent sind das Küchenmöbelhersteller – ist die Digitalisierung der Produktion längst gelebte Praxis. Hier muss man anknüpfen. Wachsen will Neelsen künftig stärker auch bei Innenausbauern und Schreinern. „Diese Zielgruppe kann datentechnisch inzwischen auch viel leisten“, sagt Meyrahn. Wer dort punkten will, muss die Prozesse beherrschen. Meyrahn: „Wir sind völlig digital. Es läuft alles papierlos mit bestehenden Kunden. Drittlieferanten können bei der Datenlogistik mit ins Boot geholt werden. Darum bezeichnen wir uns heute auch als Prozessanbieter. Wir definieren das Produkt über den Prozess.“

Historisch entstanden ist das Unternehmen im Jahr 1950 aus einer Bautischlerei. In den 60er und 70er Jahren wurden Teile für Wohnmöbelhersteller gefertigt. „Damals war Eiche schick“, erzählt Frank Meyrahn. Das Unternehmen firmierte auch noch nicht unter dem Namen Neelsen. Den bekam es erst im Jahr 2005, als der damalige Geschäftsführer Klaus Neelsen und seine Frau Irene, Frank Meyrahns Schwiegereltern, die Glunz-Tochterfirma Gollin kauften und umfirmierten. Hier haben der heutige Logistikstandort Bad Oeynhausen und das Werk Hüllhorst ihre Wurzeln. 2007 kam dann noch das Werk in Bünde dazu, wo früher Hofemeier- Küchen gefertigt wurden.

___STEADY_PAYWALL___„Die ersten Maschinen, die datentechnisch angebunden werden konnten, haben wir 2012 angeschafft“, erinnert Meyrahn sich. „Industrie 4.0 nannte man das erst später.“

Heute ist Neelsen auf Losgröße 1 spezialisiert, aber auch mittlere Losgrößen bis zu 200 Stück gehören zum Angebot. „Umfeld-Beiwerkmaterial“ für alle sichtbaren Flächen in Küche, Bad und Büro wird kommissioniert, zu den Kunden zählen Firmen wie Häcker, Nolte, Siematic oder auch Schröder Küchen. Anfragen kommen immer häufiger aber auch direkt von großen Handelsgruppen und Verbänden, die sich differenzieren wollen. Da der Auftragseingang bei Neelsen genau im Takt der Küchenmöbelindustrie schwingt, bedeutete das mengenmäßig in den ersten Monaten dieses Jahres Rückgänge im unteren zweistelligen Prozentbereich. Optimisten bezeichnen das bekanntlich als Normalisierung auf dem Vor-Corona- Niveau. In den vergangenen Jahren konnten Insolvenzen im Kundenkreis durch das Wachstum mit anderen Kunden recht gut abgefedert werden.

Zuletzt lag das Unternehmen bei rund 12 Mio Euro Umsatz mit rund 120 Mitarbeitern. Etwa zwei Drittel vom Umsatz entfallen auf lackierte Produkte, das verbleibende Drittel auf Schichtstoff- Produkte. Oberflächen wie Fenix von Arpa oder Pfleiderers Xtreme sind im Einsatz. Investiert hat Neelsen in den vergangenen Jahren in Lackier- und Verfahrenstechnik. Vieles wird aber auch noch handwerklich gefertigt, was angesichts der eingangs beschriebenen Digitalisierungsfortschritte doch verblüfft. „Wir können auch Nischenprodukte herstellen mit sehr exklusiven Oberflächen, die beispielsweise Objekteure einsetzen“, sagt Frank Meyrahn.

Sichtlich stolz sind sie in Bünde auf die 2019 durchgeführte Investition in einen VOC-Biofilter. Die Lackierung wurde in Bünde zentralisiert und an die Anforderungen des Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) angepasst. Die neue Biofilteranlage baut mit Hilfe von Mikroorganismen Schadstoffe in Luft und Wasser restlos ab, und zwar beim Einsatz lösemittelhaltiger Lacke. In dem Zusammenhang haben sie bei Neelsen auch die Emissionen von Bauteilen testen lassen und festgestellt, dass diese gering genug sind, um die Produkte mit dem Blauen Engel auszeichnen zu können. Das benötigte UZ 38 Zertifikat hat man inzwischen in der Tasche. Seit Ende März dieses Jahres sind die Produkte außerdem FSC-zertifiziert. Wer die Interzum besucht, wird Neelsen dort in Halle 6.1 finden. Auf der Kölner Zuliefershow ist Neelsen, eigentlich ZOW-Gründungsmitglied und -Fan, seit 2015 vertreten. Dort werden hauptsächlich Kunden aus dem europäischen Ausland angesprochen – die ja in den Hoch-Zeiten der ZOW noch nach Bad Salzuflen pilgerten. „Unsere ostwestfälischen Kunden erreichen wir inzwischen über das Furniture Future Forum in Bünde“, sagt Meyrahn, der mit dieser Zweiteilung recht zufrieden scheint. Dem Timing der ZOW allerdings, dem trauert er nach wie vor hinterher. „In der Region sind die Gespräche schon gelaufen. Köln im Mai ist eigentlich zu spät“, sagt er.

  • Schlagzeile: Tobias Wedell kommt
  • H1: Neelsen: Tobias Wedell kommt

Seit dem 1. September ist Tobias Wedell im Vertrieb des Möbelzulieferers Neelsen tätig. Er war zuletzt Key Accounter im Objektgeschäft bei Störmer und gut drei Jahre Vertriebsleiter bei Beeck Küchen. Mit Möbelteilen und der entsprechenden Kundschaft kennt er sich aus, denn auch bei Karl Niemann war er mehrere Jahre tätig.

Bei Neelsen soll Wedell Geschäftsführer Frank Meyrahn beim weiteren Ausbau der Vertriebsaktivitäten unterstützen.

  • Schlagzeile: Küche zum Skaten

Vom Skater-Park zurück in die Kochstube: E-Gerätehersteller Neff hat mit mehreren Partnern eine Küche entworfen, die das Herz von Asphaltsurfern höher schlagen lässt. Ein Jahr lang plante und probierte das Team – neben Neff waren Produktdesigner von Market Studios, die Design-Berater von C/O, die Hamburger Tischlerei Møbelwerft, die Agenturen We Own You und Philipp und Keuntje sowie King Ramps und Crow Ramps - bis die ultimative "Skater-Küche" samt passender Sportanlage für Tricks mit dem Skateboard fertig war.

Aufbau in der Moebelmanufaktur

In dieser neuen Küche kann neben Zubereitung von Speisen und Beisammensein nun also auch ge-rollbrettelt werden, stilecht in einer integrierten Quarterpipe. Werden zwei dieser Elemente kombiniert, entsteht daraus sogar eine Halfpipe (siehe Konstruktionszeichnung). Wird der Hunger vor (und bestimmt auch: nach) dem Sport zu groß, kann natürlich ordentlich was gekocht werden. Installiert ist ein "Slide & Hide"-Ofen von Neff. Seit 2002 verkaufte die BSH-Tochter mehr als 2 Mio Stück dieses Modells, das mit einer versenkbaren Ofentür daherkommt. Ein spezielles Dämpfungssystem sorgt dafür, dass die Tür geräuschlos und in einem Schwung in das Gehäuse gleitet.

Aus zwei Quarterpipes wird eine Halfpipe

Der Showcase wurde dafür entwickelt, um auf Messen oder bei Roadshows gezeigt zu werden. Bis dato war dies allerdings nicht möglich – eine Tour bei besserer Pandemie-Lage ist also nicht unwahrscheinlich. Schließlich geht es bei der Kampagne um das Thema Bewegung. „Zunächst haben wir lange zugehört. Die Idee eines Skate-Parks in einer Küche war spannend, weil sie den Wunsch nach maximaler Individualisierung widerspiegelt“, so Holger Schardt, Produktdesigner von Market Studios. „Wir wollten ein modernes und emotionales Storytelling“, lässt sich Neffs Marketingleiterin Elena Polontchouk zitieren. In einer begleitenden Kampagne in digitalen Kanälen werden die Skate Kitchen und der Ofen beworben, etwa auf Youtube, via Instagram und auf Facebook.