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INSIDE Küche

  • Schlagzeile: Lebenslange Liebe

Einige Kampagnen des Gütersloher Hausgerätebauers Miele haben sich in den letzten Jahrzehnten in den Köpfen eingebrannt. Beispiel: „Miele, Miele sagte Tante, die alle Waschmaschinen kannte.“ Im Rahmen der Jubiläumsfeiern auf der IFA und zur Küchenmeile erinnerte Gesellschafter Dr. Reinhard Zinkann an einige davon und hatte die Lacher auf seiner Seite. Zum 125-Jährigen geht Miele global mit der Kampagne „Einmal Miele, immer Miele“ an den Start und schlägt damit den Bogen zwischen Tradition und Zukunft. Der Slogan, so das Unternehmen, „basiert auf der Überzeugung, dass sich nichts Vergleichbares finden lässt, sobald Kunden die Qualität und Zuverlässigkeit sowie das intuitive Produkterlebnis erfahren haben.“

Die im September gestartete Multimedia-Kampagne, unter anderem mit TV-Werbespots, wird in 49 Ländern ausgerollt und hat eine ganze Reihe von Hausgeräten aus den Bereichen „Kitchen“ und „Cleaning“ im Fokus. Inhaltlich werden emotionale Bilder mit den Funktionen der Geräte kombiniert wie die Selbstreinigungsfunktion von Dampfbacköfen oder das Dosiersystem AutoDos für Geschirrspüler.

Kreativpartner für die Kampagne ist das Amsterdamer Büro der Agentur Wieden+Kennedy.

  • Schlagzeile: Verkäufer-Lernportal
  • H1: Miele mit Verkäufer-Lernportal

Miele hat ein neues digitales Lernportal für Händler und Servicemitarbeiter eingeführt. Nutzer können sich eigene Trainings zusammenstellen – von Online-Kursen bis zu Präsenzveranstaltungen. Das Portal deckt Produktgruppen für Haushalt und Professional ab und hat auch interaktive 3D-Ansichten in petto.

Hubertus Jakob, Director der internationalen Miele Academy: „Der Zugang ist intuitiv gestaltet, orientiert sich am Design von Streamingdiensten und macht Lernen über unsere Produkte einfach und attraktiv." In Deutschland ist das Lernportal bereits verfügbar und soll sukzessive in weiteren Ländern eingeführt werden.

  • Schlagzeile: Ohne Kündigungen
  • H1: Miele: Ohne Kündigungen

Der Stellenabbau bei Miele – zur Erinnerung: zwischen 1.300 und 1.400 Stellen werden an den deutschen Unternehmensstandorten abgebaut, konzernweit sind es 2.000 – soll nun doch komplett ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen. „Wir ziehen das ab sofort nicht mehr in Betracht“, wird Personalchefin Rebecca Steinhage in einer Mitteilung zitiert. Die Zusage gelte bis Ende 2027.

Umgesetzt werden soll der Personalabbau über Fluktuation und sozialverträgliche Lösungen wie Vorruhestand und Altersteilzeit sowie über Abfindungen. Die Angebote würden gut angenommen, heißt es.

  • Schlagzeile: „Wir haben ein Ergebnis“
  • H1: Miele-Jahrespressegespräch: „Wir haben ein Ergebnis“

Trotz der unverändert ungünstigen Rahmenbedingungen sieht der Hausgeräte-Bauer Miele für das Jahr 2025 wieder positive Anzeichen. Bei dieser Prognose stützen sie sich in Gütersloh auf das Geschäft zum Jahresauftakt und auf das Feedback aus dem Handel zu Produktneuheiten.

2024 war für Miele nicht nur das Jahr des 125. Firmenjubiläums, sondern wie für die gesamte Branche auch ein Krisenjahr. Der nahezu öffentlich ausgehandelte Stellenabbau führte zu negativen Schlagzeilen, die erst im Verlauf des Sommers wieder in den Hintergrund traten. Wie das Jahr letztendlich abgeschlossen wurde, darüber berichteten am Mittwochvormittag die geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Markus Miele und Dr. Reinhard Zinkann gemeinsam mit ihrer Geschäftsführungskollegin Rebecca Steinhage auf der Jahrespressekonferenz in Gütersloh.

Miele ist 2024 global und über alle Bereiche hinweg – von Hausgeräten bis zur Medizintechnik – um 1,7 Prozent auf 5,04 Mrd Euro Umsatz leicht gewachsen. Als „durchwachsen“ bezeichnet Markus Miele diese Entwicklung, die sich im Laufe des Jahres allmählich stabilisierte. Der deutsche Markt entwickelte sich rückläufig.

„Wir haben ein Ergebnis.“ Das sagte Reinhard Zinkann auf die immer wiederkehrende Frage nach Gewinn oder Verlust im letzten Geschäftsjahr. Heißt übersetzt:

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  • Schlagzeile: Gut beraten
  • H1: Miele setzt auf Händlerbeiräte

Nachdem bei Miele im letzten Jahr Diskussionen rund um den geplanten Personalabbau das Tagesgeschäft beeinflusst haben, bewegt sich der Hausgerätebauer inzwischen wieder in ruhigerem Fahrwasser.

„Niemand hat so transparent kommuniziert wie wir“, sagt DACH-Chef Christian Gerwens und lässt dabei ein wenig Enttäuschung durchblicken darüber, dass es nun deutlich weniger groß in der Öffentlichkeit stattfindet, welchen sozialverträglichen Regelungen getroffen werden konnten. Immerhin: Miele kommt ohne betriebsbedingte Kündigungen aus.

Der Start ins Jahr 2025 war dann im Vergleich zum holprigen Vorjahr auch recht gut. Gerwens: „Cooking kommt zurück, Cooling auch ein bisschen. Etwas durchwachsen sieht es noch im Bereich Dishwasher aus.“ Das erste Quartal wird Miele in Deutschland auf jeden Fall mit einem Plus zu Ende bringen.

„Natürlich hallen die Jubiläumsaktivitäten noch nach“, sagt Bernhard Hörsch, Vertriebsdirektor bei der deutschen Miele-Vertriebsgesellschaft. Geholfen haben auch neue Produkte, speziell die mattschwarzen Kochfelder und die Serie in Pearl Beige, die jetzt in der Auslieferung ist.

Um näher am Markt, an den Kunden zu sein, haben sie in Gütersloh im vergangenen Jahr drei Händler-Beiräte gegründet,

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  • Schlagzeile: „As soon as possible“

Die Gütersloher Hausgeräte-Marke Miele steht in diesem Jahr physisch nicht auf den Herbstmessen. Man setzt wieder auf die digitale Plattform – nur Miele-Österreich geht auch auf die Küchenwohntrends in Salzburg. Einen direkten Weg nach Gütersloh gibt es übrigens auch hierüber unsere digitale Roadmap.

Mieles DACH-Chef Frank Jüttner hat sich in diesen Tagen den Fragen der INSIDE-Redaktion gestellt. Es geht um die aktuelle Versorgungslage und eine diesbezügliche Einschätzung für die nächsten Monate, es geht um das Megathema Nachhaltigkeit und am Ende im Gespräch auch darum, was Frank Jüttner dazu sagt, dass Miele in diesem Jahr die Position 1 im Vertriebskanal der Küchenspezialisten wieder an Siemens Hausgeräte abgeben musste.

 

 

  • Schlagzeile: Fürs neue Wirtschaftswunder
  • H1: Mo Drescher: Arbeiten fürs neue Wirtschaftswunder

Manchmal ist die Unzufriedenheit eine ständige, schlecht gelaunte Begleiterin, die man immer wieder wegdrückt, um sein Leben einfach so weiterzuführen. Denn würde man auf die innere kritische Stimme hören, bedeutete dies Anstrengendes: Veränderung und Unsicherheit. So muss es auch Marc-Oliver Drescher vor 20 Jahren eine Weile ergangen sein. Seit 1995 arbeitete er als Werber, stolz darauf, dass er „von Werbelegende Uli Wiesendanger (TBWA) entdeckt wurde“. Kunden waren große Marken wie Absolut Vodka, Lucky Strike, Mercedes-Benz, McDonald´s und viele andere. Die 90er Jahre waren eine gute Zeit für Werbeagenturen und ihre sogenannten Kreativen. Begeistert schaute ein großes, auch branchenfremdes Publikum etwa die „Cannes Rolle“, eine Spotsammlung, die ausgezeichnete Werbung zum Kult oder sogar zur Kunst erhob. Und richtig gutes Geld verdiente man auch.

Ein tolles Leben. Trotzdem zog Drescher 2008, plötzlich und für ihn selbst überraschend, den Schlussstrich. Ein Eklat – mitten in einem großen Meeting einer bekannten deutschen Agentur kündigte er vor allen seinen Job: „Ich hatte im wahrsten Sinne des Wortes die Schnauze voll. Schon wieder sollte ich für ein wenig intelligentes Produkt, das die Welt nicht brauchte und das Ressourcen unnötig verschwendete, kreativ sein. Plötzlich war mein Zynismuskonto einfach voll.“ Seine Arbeit erschien ihm sinnlos, er habe keine Freude mehr an seinen Beruf gehabt, sagt er. Ein Neustart musste her. Wohin es nun gehen sollte, wusste er nicht, nur eines: „Ich wollte keinen Beitrag mehr dazu leisten, dass unsere Lebensgrundlagen weiter zerstört werden.“

Fürs Interview mit INSIDE ist Drescher aus seiner Heimatstadt Berlin ins sonnige München gereist. Die Barlegende Schumann‘s hat er als Treffpunkt vorgeschlagen, doch nach dem Lunch ist dort Schichtwechsel und so ist er zwei Häuser weitergezogen. „Sitze im Tambosi hinten im Schatten, weißes T-Shirt“, schickt er eine SMS, mit seinem langen Vollbart ist er dann nicht zu übersehen. Nachhaltigkeit, das ist jetzt seine Berufung. Mit seiner eigenen Agentur MODC berät er seit 2010 Unternehmen verschiedenster Sparten, wie etwa Bugatti, Hermès, Marantec, McDonald´s, Ricola zu ökologischer Wirtschaftlichkeit und einer „sinnstiftenden Kommunikationsstrategie“.

Er arbeitet mit der von ihm entwickelten InnovationPositive- Methode: Statt Greenwashing durch zum Beispiel CO2-Ablasszahlungen oder beschönigende Reklame für nicht wirklich umweltfreundliche Produkte, sollen Luxus-, Lifestyle- und mittelständische Familienunternehmen Nachhaltigkeit als einen Kulturwandel begreifen, sich so verändern, dass sie im Einklang mit der Natur arbeiten. „Wir erleben eine Zeitenwende, viele von uns wissen, wir können nicht mehr so weitermachen. Keine leichte Situation für niemanden von uns.“

Auch seine eigene Transformation 2008 ging nicht sofort steil und lief alles andere als glatt, die Gründung einer neuen Agentur mit zwei Werber-Kollegen scheiterte nach kurzer Zeit und Umweltschutz wurde damals von vielen Unternehmen noch lange nicht als Notwenigkeit gesehen. Drescher war auf der Suche nach dem richtigen Weg, da bat ihn eine Unternehmerin, ihr bei einer Präsentation zu helfen. Sie fragte, ob er mit ihr an einem Konzept für eine Cradle-to-Cradle-Messe arbeiten könnte: „Cradle? Ich hatte noch nie etwas davon gehört.“ Er las „Cradle to Cradle“ von Michael Braungart. „Ein Buch, das Brad Pitt zu den fünf wichtigsten Büchern zählt, Arnold Schwarzenegger zu einem Ambassador gemacht hat“, sagt er begeistert. Dieses Buch sei sein Aha-Moment gewesen, damit konnte er in seinem Beruf wieder einen Sinn sehen.

„Wir machen die falschen Dinge perfekt und damit nur perfekt falsch“, ist das Motto des deutschen Umweltpioniers Braungart, Gründer von Braungart EPEA, einem internationalen Umweltforschungs- und Beratungsinstitut in Hamburg. Eine Initiative gegen die Wegwerfgesellschaft, für konsequente Kreislaufwirtschaft. Ökologisch ist nur, was wiederverwertet wird. Drescher ist mittlerweile Ambassador: „Qualität sollte bedeuten, Produkte so herzustellen, dass sie profitabel für Unternehmen, begehrenswert und bezahlbar für Verbraucher sind, dabei weder dem Menschen noch der Umwelt schaden“, das findet er angesichts des fortschreitenden Klimawandels überhaupt nicht utopisch. Und er hat Beispiele von Unternehmen, die Cradle-to-Cradle erfolgreich umgesetzt haben. Etwa das holländische Unternehmen Desso, das ein Vorbild für die Möbelindustrie sein könnte. Dort werden Teppichböden durchweg ohne giftige Chemikalien hergestellt, mit positiven Auswirkungen auf das Raumklima in den Wohnungen. Zudem seien alle Produkte so konstruiert, dass jedes Material immer wieder neuen Kreisläufen zugeführt werden kann. Jeder Rohstoff wird zu neuen Teppichen verarbeitet oder für andere Produkte verwendet.

Bei seinen Kunden beginnt er die Beratung mit dem Workshop „Öko kills the world”. Dabei ist es ihm wichtig, die Mitarbeitenden als Change-Agenten einzubeziehen und zu ermutigen, Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die mit der Natur arbeiten. Erst im zweiten Schritt wird eine externe Kommunikationsstrategie aufgebaut, Werbung, die Kunden eines Unternehmens zu Fans machen soll. Die Zeit der schönen Slogans für schlechte Produkte ist für ihn vorbei. Besorgt ist Drescher, „dass Deutschland wieder auf dem besten Wege ist, eine große Chance liegenzulassen“. Statt Neugier, Offenheit und Mut für notwendige Transformationen erleben wir hierzulande zu oft kleinliche Grabenkämpfe. Grundsätzlich rede er aber mit allen Unternehmen, auch den Unentschlossenen, den Skeptikern, den Ängstlichen und den Neinsagern. „Ich will einen Beitrag dazu leisten, dass unsere Gesellschaft sich nicht länger spalten lässt, sondern sich als Team versteht, das Großartiges für eine lebenswerte Zukunft bewegen kann.“

  • Schlagzeile: Mit Küchen in die City
  • H1: Möbel Buss: Mit Küchen in die City

Ab ins „Wohnzimmer Oldenburgs“, wie die Nordlichter ihre Einkaufspassage Herbartgang liebevoll nennen. Der Herbartgang soll übrigens eine der ersten Fußgängerzonen Deutschlands gewesen sein, und in den 1960ern der Treffpunkt schlechthin: angesagt zum Einkaufsbummel, und Eisdiele und Café waren Hotspot für die inzwischen auch in die Jahre gekommene Jugend. Das nach wie vor aktuelle Konzept ist eine Mischung aus Architektur, Kunst, Gastronomie, Hotellerie und natürlich Einzelhandel, so beschreibt es die Werbegemeinschaft Herbartgang. 

Im Frühsommer wird ein Küchenstudio zu den Mietern zählen. Damit bekommt der Herbartgang seinen derzeit zweiten Händler mit Fokus aufs Wohnen und Möbel spendiert. Seit 1991 ist bereits Hochwert-Händler Wohnen + Ideen am Platz. Inhaber Dirk Brauer und sein dreiköpfiges Team freuen sich über die Kollegen von Buss, die nach dem Wegzug eines Modegeschäfts die Chance nutzen, um in der City Präsenz zu zeigen. Vom Sortiment her wird man sich nicht allzu sehr in die Quere kommen – und es gibt keinen Leerstand. Schließlich ist Braun auch Vorsitzender der Werbegemeinschaft Herbartgang.

Buss hat aktuell noch zwei Standorte und wird künftig mit seinem Innenstadt-Studio einen dritten haben. „Wir sind seit 16 Jahren mit Möbel Buss in Oldenburg und seit 40 Jahren in Ostfriesland. Wir fühlen uns in Oldenburg angekommen. Wir kommen unseren Kunden Richtung Innenstadt entgegen, denn wir sind Fans der Innenstadt und wir glauben an die Innenstadt“, so Oliver Haß, in der Buss-Geschäftsleitung für Marketing und Vertrieb verantwortlich, gegenüber der Nordwest-Zeitung. Auf zwei Etagen werden künftig vier Küchen ausgestellt. Haß weiter: „Es sollen ‚besondere Küchen‘ sein, mit denen wir zeigen, wie man mit verschiedenen Platzsituationen, Materialien und Geräten umgehen kann und Lust machen, in unserem Haus am Oldeweg vorbeizuschauen, in dem wir weitere 66 Küchen zeigen“. Auch gemeinsame Veranstaltungen mit der Gastronomie im Herbartgang seien geplant.

  • Schlagzeile: Küchen-Einkaufschef geht
  • H1: Möbel Heinrich: Küchen-Einkaufschef geht

Anfang Dezember wird Klaus-Uwe Götzinger, Küchen-Einkaufschef von Möbel Heinrich, in den Ruhestand gehen. Küche war in seiner Zeit bei dem Begros-Händler immer Götzingers Aufgabenbereich, lange Jahre waren es aber auch andere Sortimente. Götzinger hatte dort vor 35 Jahren im Unternehmen angefangen und war im jetzigen Verband

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  • Schlagzeile: Zwei Küchenstudios
  • H1: Möbel Rogg hat Mussotter Küchen übernommen

Nach der Eintragung einer Möbel Rogg Singen Verwaltungs GmbH, Balingen, ins Handelsregister Mitte September und einer ausbleibenden Antwort aus Balingen hatten wir im INSIDE 1121 die Frage aufgeworfen, was es mit dieser Neugründung auf sich hat.

Licht ins Dunkel gebracht hat Anfang November der Südkurier, der berichtet, dass das Begros-Mitglied zum 1.11. den Mittelständler Mussotter Küchen mit Standorten in Singen und Ramsen in der Schweiz übernommen hat. Mussotter selbst habe sich auf die Suche nach einem Nachfolger gemacht, ein Jahr lang sei verhandelt worden.

Holger Mussotter soll übergangsweise als Berater dabeibleiben und dem neuen Hausleiter Ralph Lederer zur Seite stehen, die 33 Mitarbeiter wurden übernommen. In die Geschäftsführung von Mussotter eingezogen sind die Rogg-Geschäftsführer Alexander Ast, Ekkehard Gulde und Julian Rogg.

  • Schlagzeile: Von Donzdorf bis London

Gemeinsam mit seinem Großcousin Christof Schmid betreibt Markus Schmid im schwäbischen Donzdorf das zweitälteste am Netz befindliche Möbelhaus Deutschlands – und das älteste mit Küchenabteilung. Schmids Erfolgsrezept: eine Kombination aus Tradition und Weltoffenheit. Letztere hat dazu geführt, dass Markus Schmid neben dem EMV-Einrichtungshaus in Donzdorf und einem Küchenstudio in Aalen seit 2015 auch ein Contur-Küchenstudio in London betreibt.

Gegründet wurde Möbel Schmid im Jahr 1673 als Schreinerei, die Aufträge zunächst von Institutionen wie der Kirche und der gräflichen Familie erhielt. Nach und nach wurde auch die lokale Bevölkerung mit Möbeln beliefert. In den 1960er Jahren trat man dem damaligen Großeinkauf Europa Möbel bei, wurde durch dessen Fusion mit dem DMV EMV-Gesellschafter. Über zehn Generationen wurde das Unternehmen von Vater auf Sohn weitervererbt, inzwischen in zwei Familienstämmen. „Wir sind sehr traditionell“, sagt Markus Schmid. „Böse Zungen behaupten, ein Möbel-Schmid-Jahr seien sechs normale Jahre.“ Diese Einschätzung hält Schmid nicht davon ab, Neues zu probieren. In einigen Wochen geht Möbel Schmid zum Beispiel im unternehmenseigenen Youtube- Kanal mit Back- und Kochvideos an den Start, in denen Markus Schmids ebenfalls im Unternehmen tätige Ehefrau Kate Booty-Schmid einfache Rezepte mit regionalen Zutaten vorstellt. Fünf solcher Videos sind bereits im Kasten.

Kate Schmid kocht

Das Wettbewerbsumfeld rund um das Donzdorfer Einrichtungshaus – zwischen Stuttgart und Ulm – ist ungewöhnlich: Im Umkreis von etwa zwölf Kilometern gibt es ganze fünf mittelständische Einrichtungshäuser zwischen 3.000 und 6.000 qm Fläche, viele kleinere Küchenstudios und als den einen Großen Möbel Rieger in Esslingen. In Donzdorf bewirtschaftet Möbel Schmid heute etwa 2.200 qm Verkaufsfläche, weitere 300 qm umfasst das 2011 eröffnete Küchenstudio in Aalen, mit dem das Unternehmen seine Küchenkompetenz untermauert. „Als Vollsortimenter wird einem die Küchenkompetenz oftmals nicht abgenommen“, sagt Schmid. Beim Sortiment ist man kollektionstreu: Natura, Contur und Raum.Freunde machen einen Großteil der Fläche aus, die regelmäßig aktualisiert wird. Im Küchenstudio steht ebenfalls die von Schüller gelieferte EMV-Marke Contur im Vordergrund, ergänzt um die Premiumschiene aus Herrieden Next125. Contur-Küchen verkauft Markus Schmid auch in London. Zum Studio im Londoner Crouch End, das den Namen Markus Schmid Kitchens Ltd. trägt, kam der Unternehmer durch Zufall.

Als Engländerin hat Kate Booty- Schmid Kontakte auf die Insel. Über mehrere Ecken kam eines Tages eine Anfrage aus London. Von einem deutschstämmigen Kunden, einem Hobby-Einrichtungsplaner mit Vorliebe für deutsche Produkte. Schmid flog spontan zum Aufmaß hin und erhielt den ersten Auftrag. Anderthalb Jahre später zog dieser Kunde um und ließ Schmid erneut seine Küche planen. Über Empfehlungen kamen weitere Londoner Kunden hinzu, bis das Geschäft schließlich von Deutschland aus kaum noch zu händeln war. Im englischen Markt bewegt Markus Schmid sich seit 2011. 2015 ging er mit der Eröffnung des kleinen Küchenstudios den nächsten Schritt.

Statthalter vor Ort ist der damalige Erstkunde, der seinen früheren Job kündigte. Er war bereits so tief im Thema, dass er auch im Verkauf tätig werden konnte. Finalisiert werden die Planungen allerdings in Schwaben. Mit 1,5 Musterküchen ist der Showroom in der englischen Hauptstadt vergleichsweise klein, aber ausreichend. Muster sind vorhanden. „Der Rest wird digital gemacht“, sagt Schmid, der in den letzten zehn Jahren viel über den britischen Küchenmarkt gelernt hat.

Aus hiesiger Sicht ist der Markt auf der Insel ziemlich speziell. Nicht selten werden zwei Backöfen oder zwei Geschirrspüler eingebaut oder es ist ein Gasanschluss erforderlich. Eigentlich sei der britische Küchenmarkt, wie er heute ist, erst in den vergangenen zwanzig Jahren entstanden. „Früher bestand eine Standardküche dort aus einem Standkühlschrank, einem Standherd und ein paar Unterschränken“, erklärt Schmid. Es gab einen riesigen Investitionsstau. Inzwischen werden in England Neubauten überall mit Küche verkauft, der größte Teil wird von den Bauunternehmen aber mit Massenware ausgestattet, die in Deutschland wohl unter „Einstieg“ verbucht würde. Große Player in dem Segment sind Wren, Howdens und Magnet.

Wenn Schmid über den britischen Markt spricht, meint er die Lage vor dem Brexit, der ja alles von Verbraucherkrediten bis zur Zollabwicklung schwieriger gemacht hat. Vor dem Brexit also hatte der gut betuchte Mittelstand genug Geld für eine gute Küche, aber nicht für die High-End- Küchen aus britischen Manufakturen. Von wohlhabenden, aber nicht reichen Leuten waren da besonders deutsche Küchen gefragt. Vor dem Brexit hatte Schmid auch mal eine Erweiterung, sogar einen Umzug in eine größere Immobilie angedacht. Diese Pläne sind erstmal vom Tisch. Während vor dem britischen EU-Austritt 25 bis 30 Küchen jährlich in London verkauft wurden, waren es zuletzt nur noch drei oder vier. Doch allmählich sind die Regularien geklärt und auch die Nachfrage zieht wieder an. Einige Händler in London mussten Brexit- und Corona-bedingt ihre Türen zusperren, Fachkräfte für Montage und Auslieferung sind noch schwieriger zu bekommen als zuvor. Schmids Subunternehmer sind nach wie vor dabei. Schmid: „Jetzt werden die Karten neu gemischt.“

  • Schlagzeile: Jens Oldings Plan
  • H1: Jens Oldings Plan bei Möbel und Küchen Muschenich

Er ist 46 Jahre alt, seit 1994 in der Branche und somit ein alter Hase mit viel Erfahrung: Jens Olding ist seit ein paar Tagen nun Geschäftsführer des Alliance-Händlers Möbel und Küchen Muschenich in Würselen. 

Die Inhaberfamilie zieht sich operativ zurück, die langjährige Geschäftsführerin Patricia Stobbe hat den Übergang somit erstmal bestens hinbekommen: Olding kam im vergangenen Jahr nach einigen Stationen als Hausleiter in der Großfläche (die erste war Möbel Walther in Gründau, damals schon unter Höffner) als neuer Vertriebschef zum Alliance-Haus an der belgischen Grenze. Nun hat

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  • Schlagzeile: Zweistelliges Minus in Q1
  • H1: Zweistelliges Minus in Q1

Die vom Statistischen Bundesamt für die deutsche Möbelindustrie ermittelten Umsatzzahlen, die im vergangenen Jahr aufgrund von Sondereffekten teilweise nicht so plausibel schienen, scheinen der traurigen Realität wieder etwas näher zu kommen.

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  • Schlagzeile: Stabilisierung?

Auf diese Nachricht hat die Branche lange gewartet. „Im Oktober sind Anzeichen für eine Stabilisierung der Auftragslage erkennbar“, heißt es in der aktuellen Aussendung der Möbelindustrieverbände. Die Bemühungen um Optimismus sind rauszulesen aus der Formulierung. Immerhin: Im Oktober konnten erstmals seit Langem in allen drei Sparten der Verbandsstatistik (Küchen-, Polster- und Wohnmöbel) leichte Zuwächse im Auftragseingang nach Wert und Stückzahlen verbucht werden. Ein zusätzlicher Werktag gegenüber dem Vorjahresmonat könnte zwar auch seinen Beitrag geleistet haben, aber wir wollen auch nicht schwarzmalen.

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  • Schlagzeile: Malle und Küche
  • H1: Malle und Küche

Die Abverkaufsplattform Möbelfirst, einst gegründet von den Geschäftsführern Christoph Ritschel und Dennis Franken und heute im The-Platform-Group-Reich untergebracht, schiebt die Internationalisierung weiter an. Im Februar wurden die ersten Möbelstücke nach Südtirol transportiert. Seit zwei Wochen ist das Unternehmen auch auf Mallorca aktiv.

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  • Schlagzeile: Plattform für Küchen
  • H1: Möbelfirst: Plattform für Küchen

Schon seit ein paar Monaten gehören auch Ausstellungsküchen zum Angebot der Möbelabverkaufs-Plattform Möbelfirst, Teil von The Platform Group. Nun haben Christoph Ritschel und Dennis Franken den Küchen auch eine eigene Plattform gegeben. Küchenfirst.com heißt der Ableger – in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf der Plattform werden schwerpunktmäßig Premium- bis Luxusküchen gehandelt. Aktuell liegt die teuerste Küche (Valcucine) bei 79.900 Euro. Es gibt aber auch Ausreißer nach unten bis 6.490 Euro (Global).

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  • Schlagzeile: Zuwachs in Hünfeld

Drei Vollsortimentshäuser und drei Küchenstudios an den Standorten Korbach, Frankenberg, Warburg, Eschwege, Brakel und Warendorf können Fritz und Christoph Klug bereits zu ihrem Filialnetz zählen. Nun übernimmt die von Kassel bis Münster bekannte Möbelkreis-Gruppe zum 1. Dezember noch die beiden Standorte des EMV-Verbandskollegen

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  • Schlagzeile: Küche als Bremse
  • H1: Möbelmarkt: Küche als Bremse

Das IFH Köln und die BBE Handelsberatung haben die aktuelle Studie „Branchenbericht Möbel 2025“ veröffentlicht. Fazit, nicht besonders überraschend: Die Möbelbranche stehe nach wie vor vor großen Herausforderungen. Die Branche – ohne Fachsortimente – musste 2024 einen Umsatzrückgang von 6,6 Prozent auf 20,7 Mrd Euro verkraften, nachdem der Markt bereits im Vorjahr geschrumpft war. In der Studie

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  • Schlagzeile: Rein ins Küchenbusiness

Deutschlands größte Möbel-Suchmaschine moebel.de macht nun auch in Küchen. Die neuen Aktivitäten, die schon seit Wochen in den sozialen Medien beworben werden, sind aus einer Kooperation mit EMV-Händlern heraus entstanden, erklärt COO und Vorstand Arne Stock. Stichwort: Lead-Generierung. Offenbar hat man in Hamburg genug Power, um in einem schon gut besetzten Markt, ordentlich durchzustarten.

Einen wesentlichen Unterschied zur Kundengewinnung im Möbelbereich gibt es bei Küchen, erklärt Stock: Es hängt noch viel mehr vom Budget ab. Darum ist ein Budgetplaner wesentliches Element von moebel.de/kuechen. Noch befindet man sich in der Beta-Phase, hatte aber bereits mehr als 100.000 Besucher. Rund 100 Küchenhändler sind bislang angeschlossen, die über moebel.de in den kommenden 100 Tagen zusammen 1 Mio Euro Mehrumsatz generieren sollen.

  • Schlagzeile: Rein in die Küche

Anbieter für Lead-Generierung in der Küchenbranche gibt es etliche, vom Pionier Küchenatlas bis zu den Angeboten der Verbände wie MHKs kueche.de oder kuechenspezialisten.de von Der Kreis. Seit Februar mischt in diesem Bereich ein weiterer Player mit. Die Möbelsuchmaschine moebel. de kommt zwar nicht aus der Küchenbranche, sondern aus einem verwandten Bereich. Mit ProSieben.Sat 1 hat sie aber einen potenten Investor im Rücken und zudem jahrelange Erfahrung im Digitalbusiness.

Braucht es wirklich noch einen weiteren Anbieter? Wir haben bei moebel.de-COO Arne Stock nachgefragt. Ein kurzes Videointerview zum Thema gibt’s hier:

Von den rund 65 Mitarbeitern in Hamburg arbeiten aktuell zehn aktiv für die Küchen-Sparte. Das Kerngeschäft von moebel.de ist es, Endverbrauchern den Weg zum Produkt zu zeigen, das dann im Online-Shop des jeweiligen Händlers oder Herstellers direkt bestellt werden kann. Der Küchenkauf funktioniert bekanntlich anders, denn die wenigsten Küchen sind von der Stange.

Dementsprechend war das Thema Küche bei moebel.de bislang zu einem großen Teil außen vor. Lediglich einfache Produkte wie Küchenzeilen oder Buffets waren gelistet. Geplante Einbauküchen waren es nicht. Und sind es auch nach wie vor nicht. Stattdessen findet man auf der Seite moebel.de nun einen Bereich Küche, in dem sich Endverbraucher aus rund 800 Produktbeispielen Inspirationen holen und in Ratgeberbeiträgen schmökern können, gezielt nach Händlern suchen oder auch einen Budgetplaner durchlaufen, vergleichbar mit einem Auto- Konfigurator.

Der Budgetplaner ist aktuell das am häufigsten genutzte Tool. Anhand eines ergänzenden Fragebogens werden die speziellen Bedürfnisse des Endkunden ermittelt und schließlich an einen passenden Händler weitergeleitet. Per Vertrag verpflichten sich die teilnehmenden Händler, sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums bei den genannten Adressen zu melden. Wer dieses Leistungsversprechen erfüllt, ist als Händler auch häufiger sichtbar. Rund 100 Händler nutzen das Angebot bislang. Die Mehrheit davon sind zum Start EMV- bzw. KSV-Händler. In Hamburg sind sie nicht mit einem fertigen Angebot an den Handel herangetreten, sondern haben es gemeinsam mit Händlern entwickelt. „Um das Produkt möglichst nahe an dem zu gestalten, was der Händler auch möchte“, sagt Arne Stock.

All dem ging sogar noch eine Endverbraucherbefragung durch das IFH voraus. Stock: „Wir sind komplett von beiden Zielgruppen abhängig, vom Nutzer und vom Händler. Wir selber bauen keine Küchen und planen keine Küchen. Das Feedback von beiden Gruppen wird immer wieder einfließen.“ So hat man es schon über Jahre bei der Möbelsuchmaschine gemacht. Auch mit der Industrie ist moebel.de im Austausch. Das erste Ziel, 100.000 Besucher auf die Seite zu kriegen, hat moebel.de nach den ersten drei Monaten geschafft. Auch das zweite, den teilnehmenden Händlern einen zusätzlichen Umsatz von zusammen 1 Mio Euro zu verschaffen, wird bis Ende Juli voraussichtlich erreicht. Im dritten Schritt sollen nun die Zahl der teilnehmenden Händler auf 200 verdoppelt und weiße Flecken auf der Landkarte geschlossen werden, was Stock bis Ende 2022 für realistisch hält. Wenn das so weit ist und der komplette Markt abgebildet ist vom Discounter bis zum Premiumhändler, kann auf die volle Marketingpower des Mutterkonzerns inklusive TV-Kampagne zurückgegriffen werden.

Momentan werden Endverbraucher über verschiedene Onlinemarketing- Möglichkeiten angesprochen. ProSiebenSat.1 ist auch im Bereich Advertising Technology stark, damit kennt moebel.de sich aus. Von der Werbung angesprochen wird, wer im Netz Spuren hinterlassen hat, die darauf hindeuten, dass er an einer Küche interessiert sein könnte. Stock fasst die jungen Küchenaktivitäten so zusammen: „Es ist ein neuer Bereich entstanden, der aber die bestehende Daten- Infrastruktur nutzt, und wir können für den Handel lokal und für die Industrie zum Beispiel nach Segmenten zielgerichtet künftig Werbung aussteuern und vermeiden unnötige Streuverluste. Aber wir stehen aktuell erst am Anfang.“