Anfang März stand schon auf INSIDE Küche, was sich andeutete und was wir eigentlich nicht glauben konnten.Nun ist das Ding durch: Hülsta, selbst in einem Eigenverwaltungsverfahren, hat den insolventen Küchenhersteller Warendorf gekauft.
___STEADY_PAYWALL___Ein Rundschreiben aus Warendorf ging am Abend an die internationalen Partner des insolventen Küchenherstellers. „Yesterday our company has been bought by the famous German furniture factory Hülsta-Werke Hüls GmbH & Co.KG.”
So ist es nun. Für heute ist eine offizielle Mitteilung geplant. Man darf gespannt sein auf die Details des Deals. Hülsta-Boss Dr. Thomas Knecht, der weiter an seiner Auffanglösung für Hülsta strickt, neues Personal an Bord hat und offenbar wieder große Pläne hat, nimmt sich gewaltig was vor.
Update 1: Der am späten Donnerstagvormittag versandten Pressemitteilung aus Stadtlohn ist zu entnehmen, dass Warendorf-Geschäftsführer Daniel Griehl an Bord bleibt. Er bekommt Unterstützung von Waldemar Bauer als Produktionsgeschäftsführer. Technik-Spezialist Bauer, lange bei Wellemöbel, zuletzt Gf bei Loddenkemper und Femira, war zum 1.3. bei Hülsta angetreten. Er wird künftig in Personalunion für beide Betriebe tätig sein. Warendorf soll unter dem Hülsta-Dach unabhängig weiter geführt werden, heißt es.
„Für Hülsta ist die Erweiterung um das Segment Küche ein konsequenter Schritt in Richtung der ganzheitlichen Möbel-Markenwelt, von der auch die bestehenden Handelspartner profitieren sollen“, steht in der Pressemitteilung. Dass dann in absehbarer Zeit auch der Markenname Hülsta an Küchen aus Warendorf stehen dürfte, liegt auf der Hand. Schließlich ist im Markt bekannt, dass Knecht schon vor einiger Zeit Kooperationsgespräche in diese Richtung geführt hat. Und auch schon in grauer Vorzeit, unter früheren Unternehmenslenkern, poppte das Thema „Hülsta Küche“ immer wieder auf.
Update 2: Am späten Nachmittag meldete sich dann auch die Insolvenzkanzlei Pluta zu Wort und erklärte, dass der Verkauf sowohl der Warendorf Küchenfabrik GmbH als auch der Warendorf Küchen Retails GmbH zum 1.4. vereinbart wurde. Warendorf Küchen Retails betreibt die Küchenstudios am Stammsitz Warendorf, in Berlin und Düsseldorf. Es sind aber noch Closing-Bedingungen zu erfüllen, mit deren Eintritt man bis Anfang/Mitte April rechne. Die Aktivitäten sollen in die neuen Gesellschaften Warendorf Werke GmbH mit 74 Beschäftigten und die Warendorf Individual GmbH mit neun Beschäftigten eingebracht werden. Zehn Stellen müssen abgebaut werden. In der Mitteilung heißt es weiter: "Die Transaktion ist wohl einzigartig in der Restrukturierungsbranche, weil sich die operative Hülsta-Werke Hüls GmbH & Co. KG ebenfalls in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung befindet." Das kann man wohl sagen. Warendorf wird eine Schwestergesellschaft von Hülsta unter dem Dach der gemeinsamen Holding.