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INSIDE Küche

  • Schlagzeile: Warten auf den Abschwung
  • H1: UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2022

Prognostiziert hatten wir (und so viele andere) es schon lange. Schon das Jahr 2019 war hier im INSIDE Spezial Küche mit der Überschrift „Das Jahr nach den fetten Jahren“ versehen. Dann kam Corona und die fetten Jahre fingen erst richtig an – gemessen am Umsatz. Nun sind sie aber ganz offensichtlich wirklich vorbei, allerdings später als gedacht. Ablesen lässt sich das in den Umsatzzahlen der Hersteller 2022 noch nicht. Die Top 10 der deutschen Küchenmöbelindustrie, die wir in der jährlichen INSIDE Küchen-Hitliste nach Umsatzgröße bewerten, haben allesamt nochmal gut zugelegt. Zu einem großen Teil aufgrund des deutlich höheren Preisniveaus, aber auch, weil das Jahr 2022 noch durchaus gut gestartet war.

Nach den gigantischen Investitionen der vergangenen Jahre, die nicht nur bei den ganz Großen stattfanden, sondern eigentlich bei jedem Hersteller, der das bezahlen konnte, schwebt wieder das Wort Überkapazitäten als Drohbild über der Branche. Seit dem letzten Herbst sind mit Rational und Störmer zwei weitere Hersteller aus dem Markt ausgeschieden, davon profitierten andere aber nur punktuell. Wie wollen gerade kleine Unternehmen die Rückgänge überleben, wenn die Fixkosten hoch bleiben? Wie sollen all die neuen Werke nun ausgelastet werden? Im europäischen Ausland geht der Ausbau sogar noch weiter. Impuls-Vertriebschef Ulrich Spleth spricht nicht nur für das eigene Unternehmen, wenn er sagt: „Wir bleiben auf Wachstum gepolt. Wir werden die Ziele erreichen, nur eben später.“ Große Hoffnungen liegen dabei weiterhin auf dem Export.
2022 hatte die deutschen Küchenmöbelindustrie ihren Umsatz noch um 9,5 Prozent auf 6,2 Mrd Euro nach oben gehievt. Für den deutschen Küchenhandel hat die GfK 2022 noch ein leichtes Umsatzplus von 0,7 Prozent erfasst – bei 8,5 Prozent Mengenrückgang. Die Rahmenbedingungen für den Küchenmarkt haben sich seit dem Frühjahr 2022 zunehmend verschärft. Die amtlichen Umsatzahlen der deutschen Küchenmöbelindustrie weisen nach wie vor ein leichtes Plus aus, sind aber von Sondereffekten verfälscht und bedürfen Erläuterungen. Der Mengenabsatz liegt im bisherigen Jahresverlauf sowohl im Inland als auch im Ausland unterhalb der starken Vorjahre. Beim Umsatz gibt es Firmen, die noch am Vorjahresniveau kratzen oder leichte Steigerungen erfahren ebenso wie die mit spürbaren Rückgängen.

In Zukunft, das ist auch klar, werden Unternehmen nicht mehr nur an Umsatz und Ergebnis gemessen werden. Auch Aspekte wie Nachhaltigkeit, der Anteil weiblicher Beschäftigter und Führungskräfte und Fortschritte bei der Digitalisierung werden wichtiger. Mit einem Digitalindex für die wichtigsten Küchenmarken wollen wir uns auch an diese Bewertungen herantasten. Ganz traditionell haben wir aber auch dieses Jahr wieder die Hitliste der Top-10-Küchenhersteller in Deutschland nach Umsatzgröße erstellt.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2021

Die mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste ist, das behaupten wir mit Stolz, das einzige Ranking im Markt, das nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Denn: Nur Umsätze nach Erlösschmälerungen werden aufgeführt. Im Zuge der inzwischen von vielen Unternehmen verfolgten Sortimentserwei-terungen in andere Produktbereiche schleichen sich aber natürlich zunehmend Bad-oder Wohnmöbelumsätze ein. Tatsächlich erobert die Küchenindustrie allmählich das gesamte Haus.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2020

Die Zusammenstellung der zehn umsatzstärksten deutschen Küchenbauer, unsere mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste, ist inzwischen zur Tradition geworden. Um Vergleichbarkeit herzustellen, werden nur die Umsätze nach Erlösschmälerungen berücksichtigt.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2019

Auch 2019 sind in der deutschen Küchenmöbelindustrie die Großen nochmal größer geworden. Aber nicht im selben Tempo wie in den von den Ausläufern der Alno-Pleite geprägten Vorjahren.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2018

Speziell die großen Küchenmöbler wurden im letzten Jahr nochmal größer. Doch nicht nur die. Die mittlerweile fünfte INSIDE Küchen-Hitliste zeigt: Der Markt der Küchenbauer bleibt in Bewegung.

 

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UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2021

Die mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste ist, das behaupten wir mit Stolz, das einzige Ranking im Markt, das nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Denn: Nur Umsätze nach Erlösschmälerungen werden aufgeführt. Im Zuge der inzwischen von vielen Unternehmen verfolgten Sortimentserwei-terungen in andere Produktbereiche schleichen sich aber natürlich zunehmend Bad-oder Wohnmöbelumsätze ein. Tatsächlich erobert die Küchenindustrie allmählich das gesamte Haus.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2020

Die Zusammenstellung der zehn umsatzstärksten deutschen Küchenbauer, unsere mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste, ist inzwischen zur Tradition geworden. Um Vergleichbarkeit herzustellen, werden nur die Umsätze nach Erlösschmälerungen berücksichtigt.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2019

Auch 2019 sind in der deutschen Küchenmöbelindustrie die Großen nochmal größer geworden. Aber nicht im selben Tempo wie in den von den Ausläufern der Alno-Pleite geprägten Vorjahren.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2018

Speziell die großen Küchenmöbler wurden im letzten Jahr nochmal größer. Doch nicht nur die. Die mittlerweile fünfte INSIDE Küchen-Hitliste zeigt: Der Markt der Küchenbauer bleibt in Bewegung.

  • Schlagzeile: Der Einbruch ist da
  • H1: UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2023

2023 ist das Küchenjahr geworden, das die Branche schon vor Corona gefürchtet hatte. Überstunden und lange Lieferzeiten sind längst passé. Die nach der AlnoPleite aufgebauten Kapazitäten sind bei weitem nicht ausgelastet. Die Hoffnungen der Küchenmöbelbauer liegen im ebenfalls schwächelnden Export, auf der Herbstbelebung und darauf, dass politische Maßnahmen endlich wieder Schwung in die Baukonjunktur bringen.

Dass der Sinkflug, der die Auftragseingänge der Küchenmöbelbauer schon Anfang 2023 erfasst hatte, nicht überall abrupt im Umsatz zu sehen war, lag überwiegend an Auftragspolstern aus dem Vorjahr. Spätestens im zweiten Halbjahr war das Drama dann flächendeckend sichtbar und setzte sich bis 2024 hinein fort.

Laut amtlicher Statistik, die im letzten Jahr allerdings offenbar durch Nachmeldungen ein wenig verzerrt war, schloss die Branche das Jahr 2023 mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent auf 6,235 Mrd Euro ab. Mit Störmer und Warendorf schieden im Jahresverlauf zwei weitere Hersteller aus dem Markt aus. Die Rückgänge der einzelnen Unternehmen fielen zum Teil deutlich stärker aus, als das in der Statistik ablesbar war. Wer weiter zulegen konnte, gilt als Exot.

Für die INSIDE Küchen-Hitliste analysieren wir wie immer die Umsätze der Top-10-Küchenmöbelproduzenten in Deutschland nach Erlösschmälerungen – eventuelle Geräteumsätze inklusive. Hersteller mit Überschneidungen im Gesellschafterkreis fassen wir dabei zusammen – selbst wenn sie, wie beispielsweise Express Küchen oder Impuls, von der Umsatzgröße her auch allein das Potenzial hätten, im Ranking aufzutauchen. Schwierig: Nicht jeder legte für 2023 seine Umsätze mehr so detailliert offen wie vielleicht in früheren Jahren. Für uns Outsider bedeutete das Mehrarbeit. Wir sind aber überzeugt, dass wir uns auch diesmal wieder ganz gut angenähert haben.

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UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2022

Prognostiziert hatten wir (und so viele andere) es schon lange. Schon das Jahr 2019 war hier im INSIDE Spezial Küche mit der Überschrift „Das Jahr nach den fetten Jahren“ versehen. Dann kam Corona und die fetten Jahre fingen erst richtig an – gemessen am Umsatz. Nun sind sie aber ganz offensichtlich wirklich vorbei, allerdings später als gedacht. Ablesen lässt sich das in den Umsatzzahlen der Hersteller 2022 noch nicht. Die Top 10 der deutschen Küchenmöbelindustrie, die wir in der jährlichen INSIDE Küchen-Hitliste nach Umsatzgröße bewerten, haben allesamt nochmal gut zugelegt. Zu einem großen Teil aufgrund des deutlich höheren Preisniveaus, aber auch, weil das Jahr 2022 noch durchaus gut gestartet war.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2021

Die mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste ist, das behaupten wir mit Stolz, das einzige Ranking im Markt, das nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Denn: Nur Umsätze nach Erlösschmälerungen werden aufgeführt. Im Zuge der inzwischen von vielen Unternehmen verfolgten Sortimentserwei-terungen in andere Produktbereiche schleichen sich aber natürlich zunehmend Bad-oder Wohnmöbelumsätze ein. Tatsächlich erobert die Küchenindustrie allmählich das gesamte Haus.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2020

Die Zusammenstellung der zehn umsatzstärksten deutschen Küchenbauer, unsere mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste, ist inzwischen zur Tradition geworden. Um Vergleichbarkeit herzustellen, werden nur die Umsätze nach Erlösschmälerungen berücksichtigt.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2019

Auch 2019 sind in der deutschen Küchenmöbelindustrie die Großen nochmal größer geworden. Aber nicht im selben Tempo wie in den von den Ausläufern der Alno-Pleite geprägten Vorjahren.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2018

Speziell die großen Küchenmöbler wurden im letzten Jahr nochmal größer. Doch nicht nur die. Die mittlerweile fünfte INSIDE Küchen-Hitliste zeigt: Der Markt der Küchenbauer bleibt in Bewegung.

  • Schlagzeile: Das Glas ist halb voll
  • H1: Das Glas ist immer halb voll - die Küchenbranche macht sich Mut

„Die Gesamt-Gemengelage bleibt angespannt. Aber nicht so schlimm, wie es in der Bild-Zeitung steht.“ Das Zitat eines Managers aus der Küchenmöbelindustrie fasst ganz gut zusammen, was uns bei einem ersten Rundruf durch den Küchenmarkt zum Jahresstart als Stimmungsbild entgegenschlug. Zwischen eingeschlafenem Auftragseingang und neuen, vielfach nicht ausgelasteten Kapazitäten hat die Küchenbranche ihren Optimismus nicht verloren.

Viele haben in den Gesprächen dieser Tage darauf hingewiesen – und wenn man mal an die Jahre vor Corona und auch vor der kapazitätsverknappenden Alno-Insolvenz zurückdenkt, war das auch so: Der Jahresanfang war traditionell immer schwach im Küchenbusiness. In der Industrie wurden Zeitkonten abgebaut; und wenn Kurzarbeit angemeldet werden musste, dann im ersten Quartal. Sobald die Tage länger wurden, spätestens um Ostern herum, dann wurde die Branche wieder von einer guten Auftragslage überrascht. Und das kurioserweise jedes Jahr aufs Neue.

So sieht das auch Andreas Wagner, Chef des Küchenbauers Rotpunkt-Küchen, der in Bünde gerade 80 französische Kunden zu einer kleinen Hausmesse außer der Reihe zusammengetrommelt hat: „Bei uns selbst wird der Januar umsatzseitig besser als 2022, auch preisbereinigt. Auf der anderen Seite sehe ich jetzt, dass die Küchenbranche in die normale Saisonkurve zurückkehrt, die wir vor der Pandemie kannten. Und wenn ich die Kurve beispielsweise über die von 2017 lege, sehe ich denselben Verlauf – nur höher.“ In dasselbe Horn stößt Nobilia-Geschäftsführer Dr. Lars Bopf: „Die Corona-Jahre waren besondere Jahre. Alle Schwankungen, die man sonst im Jahresverlauf hat, waren verändert. Jetzt bewegen wir uns wieder im normalen Muster.“ Bopf legt allerdings ein Aber nach: „Dieses Jahr ist alles sensibler zu betrachten, weil bei vielen Verbrauchern ein extrem hohes Maß an Unsicherheit geherrscht hat. Diese Unsicherheit wird allmählich abgebaut, aber sie ist noch nicht ganz weg. Die Dynamik steigert sich hoffentlich. Ab Ostern geht es weiter.“ Bis dahin gelte es, „anspruchsvolle erste Wochen“ zu überbrücken.___STEADY_PAYWALL___

„Die Verunsicherung wird sich lösen“, ist sich auch Schüller-Vertriebsleiter Frank Bayer sicher. „Ich bin für 2023 nicht so pessimistisch, weil viele Dinge jetzt wieder berechenbarer werden.“ Bei der Vertriebstagung neulich hat Bayer seiner Mannschaft eingebläut: „Wir bleiben chronisch euphorisch.“

Jetzt im Januar bekommen Endverbraucher ihre Stromabrechnungen und können ihre finanzielle Lage allmählich besser einschätzen. Was allerdings im ungünstigen Fall auch heißen kann: Es ist kein Geld mehr übrig. Je niedriger das Budget für die Küche, umso härter sind die jeweiligen Kunden von der Inflation betroffen. „Das Drama liegt im Einstieg, unterhalb der Mitte“, sagt ein Handelsmanager. In diesem Segment wird auch mit einer längeren Erholungszeit gerechnet, selbst wenn es neben Szenario eins („Keine neue Küche“) auch ein zweites Szenario gibt: „Preiseinstieg statt Mitte“, wovon dann die Hersteller sehr preisgünstiger Küchen wiederum profitieren würden.

Baumann-Geschäftsführer Matthias Berens, der über die Marken Bauformat und Burger einen Blick sowohl auf das höherwertige Segment als auch den Preiseinstieg hat, sagt es so: „Schon nach den Sommerferien war im unteren Bereich die Goldgräberstimmung vorbei. Der Preiseinstieg war wie abgeschnitten. Küchen bis 5.000 oder 6.000 Euro finden eigentlich kaum noch statt im Markt. Dass der Küchendurchschnittswert zuletzt noch mehr gestiegen ist, liegt nicht nur an den Preiserhöhungen, sondern auch daran, dass im unteren Bereich kaum noch gekauft wird.“ Mit Burger hat man sich in den letzten Jahren zwar mehr ins mittlere Preissegment reinbewegt, spürt die Tendenz aber dennoch dort, wo man im SB-Bereich noch vertreten ist.

Während bei der Kundschaft für die preiswerten Küchen schlicht das Geld knapp ist, steht der Küchenkauf im höheren Preisbereich in Konkurrenz mit anderen Ausgaben wie beispielsweise der energetischen Sanierung. Der Markt hat sich wieder in einen Käufermarkt gedreht. Überlange Lieferzeiten ade. Auch im höherwertigen Bereich wird teilweise von zweistelligen mengenmäßigen Auftragsrückgängen berichtet. Die Umsatzeinbrüche halten sich hier wegen der Preiserhöhungen in Grenzen.

Nolte- und Express-Geschäftsführerin Melanie Thomann-Bopp sagt es recht konkret: „Wir gehen nicht davon aus, dass wir bei den Mengen in den nächsten Wochen auf dem Vorjahresniveau unterwegs sein werden. Mengenmäßig planen wir eher auf dem Niveau von 2019.“ Die Entwicklung von Nolte und Express laufe dabei recht parallel und es können bislang auch keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Absatzkanälen erkannt werden. Hier dürfte die Gruppe allerdings in einer Sondersituation sein, da die im Preiseinstieg aktive Firma Express die Preise nicht im vergleichbaren Maß angehoben hatte wie direkte Wettbewerber.

Kehrt der Preiskrieg zurück?

Die an fast allen Stellen erweiterten Kapazitäten müssen gefüllt werden. Es werden Volumina gebraucht, um die sich der ein oder andere aus dem konsumigen Segment auch mit dem ein oder anderen Aktionsangebot bemüht. Das ist bei großen Handelsorganisationen durchaus angekommen. „Wir merken schon an den Aktionsangeboten, dass die Auslastung nicht so gut ist“, sagt ein Verbandsgeschäftsführer.

Dass wie in der Vergangenheit versucht würde, Maschinenfutter um jeden Preis zu erkaufen, das ist aber nicht der Fall. So geht man nur vor, wenn Personalabbau droht oder gar Existenzängste, was zumindest auf die großen Küchenbauer nicht zutrifft. Zu den Wackelkandidaten werden aktuell eher kleinere Unternehmen gezählt. Und selbst dort hört man zum Teil (Zweck-)Optimismus raus. Natürlich off-record: „In so einer Lage traut man sich vielleicht wenigstens, neue Vertriebsformen anzugehen.“

Da man es bei den Großen im Markt mit soliden Unternehmen zu tun hat, ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass vergleichbare „Schweinepreise“ in den Markt gebracht werden wie zu Alno-Zeiten, nicht allzu groß. Hinzu kommt der anhaltende Kostendruck. „Was die Industrie da im letzten Jahr einstecken musste, ist durch die Preissteigerungen längst nicht ausgeglichen. Zeitlich liefen wir ja alle sechs bis neun Monate hinterher. Das hat noch keiner wieder aufgeholt“, argumentiert Häcker-Vertriebsleiter Marcus Roth. Thomann-Bopp: „Es kehrt etwas Ruhe bei den Rohstoffkosten ein, bei den Transportkosten sehen wir das aber nicht so. Und eine Steigerung der Lohnkosten kommt erst noch auf uns zu.“ Die in den vergangenen zwei Jahren erlebte Kostenexplosion wird überwiegend auch als Grund dafür gesehen, dass trotz der abnehmenden Auslastung „keine wilde Hackerei bei den Preisen festgestellt wurde“, wie ein Vertriebsmann sagt. „Momentan halten alle die Füße still.“ Festgestellt wurde aber, dass der Kampf im Projektgeschäft zugenommen hat – mehr Händler bewerben sich um die Projekte, unterbieten sich gegenseitig. Hier können dann gegebenenfalls Lieferanten aus dem Preiseinstieg punkten – oder andere mit einem Nachlass.

„Kann man mit Preisaktionen überhaupt mehr verkaufen?“, ist übrigens eine berechtigte Frage. Zumindest die Wohnungsfertigstellungen kurbelt man damit nämlich auch nicht an. Von den geplanten 400.000 Wohnungen ist im letzten Jahr schätzungsweise gerade mal die Hälfte fertiggestellt worden. Dass es im Wohnungsbau weiter vorangehen muss, ist aber auch klar, schließlich wird Wohnraum gebraucht. Kommt das nicht durch die Privatwirtschaft, dann vielleicht mit staatlicher Unterstützung – aber nicht ad hoc.

Andere Länder, anderes Mindset

Große Hoffnungen legen die Küchenbauer weiterhin auf den Export, der ja bereits 45 Prozent am Umsatz ausmacht. Nicht alle sind solche Schwarzmaler wie die Deutschen. „In anderen Märkten haben sie ein anderes Mindset“, sagt Melanie Thomann-Bopp. Das kann helfen. Als sehr wahrscheinlich wird in der Branche aber vor allem gesehen, dass deutsche Hersteller sich auf den internationalen Märkten durch ihre Qualität und Prozesse Marktanteile holen, wie das in den vergangenen Jahren beispielsweise in Frankreich gelungen ist.

Auf dem deutschen Markt war das Küchen-Verkaufen in den zurückliegenden Jahren mehr oder weniger ein Selbstläufer. „Davon haben auch die profitiert, die ihren Job vielleicht gar nicht so gut machen“, sagt ein Händler über seine Mitbewerber. „Jetzt wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Sowohl im Handel als auch in der Industrie.“ Ein anderer weist auf die Bedeutung guter Verkäufer hin, deren Qualitäten jetzt wieder wichtiger werden. „Viele Verkäufer haben in den letzten Jahren das Verkaufen verlernt“, sagt er.

Zum Glück, das darf man auch nicht unerwähnt lassen, gibt es innerhalb des sich abschwächenden Marktes auch noch wachsende Marktsegmente. Dazu gehören zum Beispiel die Funktionsarmaturen, so dass es nicht wundert, dass Quooker-Deutschland-Geschäftsführer Daniel Hörnes auch 2023 selbstbewusst mit weiterem Wachstum plant. Und im Hausgerätebereich ist, gerade durch die Energiekrise, die Energieeffizienz ein Treiber. „Die Menschen sind bereit, in energieeffiziente Hausgeräte zu investieren“, sagt Martin Wolf von der EK/Servicegroup, der bei der gerade zu Ende gegangenen Verbandsmesse in Bielefeld Stimmen zur Marktlage eingeholt hat.

Im INSIDE Küche-Talk zum Jahresstart haben wir uns mit Baumann-Geschäftsführer Matthias Berens, Quooker-Chef Daniel Hoernes und Küchenhändlerin Yvonne Zahn vom Küchenstudio Proform über die ersten Wochen des Jahres und ihre Erwartungen ausgetauscht. Yvonne Zahn spricht ganz sicher nicht für die gesamte Branche, wenn sie sagt: „Wir wollen in diesem Jahr nicht mehr wachsen“, bringt damit aber ein weiteres Thema auf den Tisch: Viele Unternehmen sind in den zurückliegenden Boom-Jahren an strukturelle Grenzen gestoßen. Vollauslastung bis Überlastung in Industrie und in Auslieferung und Montage des Handels sowie Mehrfachanfahrten durch Versorgungsprobleme. Nicht zu vergessen auch der hohe Krankenstand in den Unternehmen, der gerade zum Jahresende nochmal sämtliche Planungen zunichte machte. Hier scheint im neuen Jahr wieder etwas Ordnung reingekommen zu sein. Hoffentlich von längerer Dauer.

Und mittel- bis längerfristig hängt natürlich das seit Jahren prophezeite Thema des Fachkräftemangels über der Branche. „Die Mitarbeitersuche ist aktuell unsere größte Herausforderung“, sagt Melanie Thomann-Bopp nicht nur für Nolte-Küchen. „Der Markt dreht sich gerade komplett. Bei Bewerbungsgesprächen stellen die Bewerber die Forderungen.“

In den kommenden Wochen werden wir auf INSIDE Küche immer mal wieder INSIDE Talks zur Marktlage veröffentlichen. Neben der oben aufgeführten Runde ist bereits ein Talk mit Jochen Pohle, Martin Wolf und Christian Claes von der EK/Servicegroup im Kasten; und für Anfang Februar hat schon das Blanco-Duo Thorsten Neelen und Martin Hopf zugesagt.

Einblicke in die Entwicklung ihrer Unternehmen und ihre Erwartungen haben wir außerdem noch bei Ballerina-Chefin Heidrun Brinkmeyerund bei Leicht-Boss Stefan Waldenmaier eingeholt.

 

  • Schlagzeile: „Plötzlich ist alles wie immer“

Die Trends, Must-Sees und Talk-Abouts entlang der A30.

„Es herrschte große Aufregung im Vorfeld. Dann ging es los, und plötzlich ist alles wie immer - trotz der Umstände.“ Nicht nur Area30-Macher Michael Rambach wirkte in diesen Tagen in OWL sichtlich entspannt. Frohe Gesichter überwogen. Gemecker über die Maßnahmen gab es kaum, auch wenn der Messetag wie bei Nobilia oder Poggenpohl schon mal routinemäßig mit einem Teststäbchen in der Nase begann. Klar gab es auch Skurrilitäten: Wer hätte vor zwei Jahren gedacht, dass auf einer Möbelmesse mal Ordnungsamt und Zoll überprüfen, ob Gesichtsmasken getragen werden oder dass Besucher mit gefälschten Impfpässen nach Hause geschickt werden (hoffentlich Einzelfälle).

Schon zu Mitte der Messewoche konnte man sagen, dass die Besucherzahlen überwiegend zufriedenstellten, auch wenn sie logischerweise nicht das Niveau des letzten „normalen“ Jahres 2019 erreichten. Viele Händler reisten einfach mit weniger Personen, so dass die Zahl der Firmen, die die Messen besuchten, gar nicht mal so stark sank. Auch internationale Besucher waren mehr unterwegs als man vielleicht erwartet hätte.

Überthema Nachhaltigkeit

Dass Schwarz ist das neue Weiß ist, wissen wir nun schon seit ein paar Jahren. Dieser Hype hält sich hartnäckig in den Küchenausstellungen. Weitere Trends: Outdoor-Kochen, Sprudel- und Heißwasserarmaturen, farbliche Abstimmung von Materialien, Retro-Chic, Gold und Kupfer, Regale, Regale, Regale, Nischenregale, Licht (wie bei Pronorms I-luminate oder Ballerina mit der Nimbus-Kooperation) und viele Natur- und Recyclingmaterialien - von der Lavendelrückwand bei Rational über eine Recyclingglas-Keramikverbund-Arbeitsplatte bei Nobilia bis hin zur kunststofffreien Küche bei Beeck mit Linoleum-Fronten. Überhaupt wurde Nachhaltigkeit von vielen groß aufgehangen, ob mit Nachhaltigkeitspreisen oder Zertifikaten. Nur ein Beispiel: Rotpunkts FSC-Zertifizierung.

Anti-Fingerprint ist vom Endverbraucher gefragt. Muss man haben, auch wenn die Materialien teils so wenig fettfrei bleiben wie bügelfreie Hemden tatsächlich bügelfrei sind. Bei den E-Geräten hat sich in der Front der Glasanteil weiter erhöht, während Edelstahl zurückgeht. Das Design wird noch zurückhaltender, Displays bleiben im ausgeschalteten Zustand unsichtbar. Muldenlüfter sind für Gerätebauer zum Muss geworden, werden teils aber auch nur deswegen mit angeboten, weil man halt Vollsortimenter ist. Und im Armaturen- und Spülenbereich? Da ist es groß angesagt, zum Systemanbieter zu werden. Promotet Blanco als Vorreiter ja schon seit Längerem und kommt auch beim Handel gut an.

Selbstbewusst ins Wohnen

Nach ein paar Jahren des zaghaften Annäherns als „Ergänzung“, die vor allem im Export gefragt sei, haben einige große Küchenbauer nun beschlossen, beim Thema Wohnen Volldampf zu machen. Als „wichtigstes Thema“ wurde das Wohnen gar bei Schüller bezeichnet. Nolte in seinem neu eröffneten Forum und Nobilia haben fürs Living eigene Flächen vorgesehen, vorkonfigurierte Sets zusammengestellt, mit denen nicht nur Küchen-, sondern auch Wohnen-Verkäufer etwas anfangen können. Und auch mancher Wohnen-Einkäufer aus dem Möbelhandel reiste in diesen Tagen nach Verl oder Löhne. Sagen wir so: Es sieht nicht mehr nach umfunktionierten Küchenmöbeln aus, was in den Living-Kojen der Küchenmöbler steht.

Smart Home demokratisch

Das Thema Smart Home - früher mal ureigenes Thema der Geräteindustrie - findet inzwischen auch bei den Küchenherstellern statt. Auch wenn es noch immer Küchenmöbelbauer gibt, die es lieber ignorieren, sind da auch diejenigen, die das vernetzte Heim groß spielen. Zu letzteren gehört Nobilia. Gemeinsam mit Samsung will man das Thema einfach umsetzbar und damit marktfähig machen. Auch Naber arbeitet mit Samsung im Bereich Vernetzung zusammen. Schüller hat sich Christian Hartmannsgruber und Kimocon als Partner gesucht (Dazu mehr im INSIDE Spezial Zulieferindustrie, das mit dem INSIDE 1122 Mitte Oktober versandt wird.) Bei Pronorm in Vlotho war die „digitale Arbeitsplatte“ Steuerbar zu Gast, das jüngste Projekt des Innovationsnetzwerks Ambigence mit dem Kunststoffverarbeiter Coko aus Bad Salzuflen. Smart-Home-Anwendungen in der Küche und anderswo im Haus lassen sich über eine individuell belegbare Steuerung an der Arbeitsplatte bedienen.

Start-ups salonfähig

Bemerkenswert: Start-ups sind in der Branche angekommen und werden ernst genommen. Was kann die Küchenbranche von Start-ups lernen, wurde in diesen Tagen häufiger gefragt als umgekehrt. Schließlich ist jeder auf der Suche nach innovativen Lösungen, die begeistern.

Noch stärker als früher haben Holz-, Geräte- und Zubehöranbieter das Thema Service herausgestellt. In Zeiten, in denen die Anspannung der Kundschaft aufgrund von Lieferzeiten und Preisanhebungen zunimmt, wenigstens ein Zeichen. Preise, ja, die sind ein Riesenthema. Hoch einstellige Preiserhöhungsforderungen sind in keinem Bereich eine Seltenheit.

Sex, Crime und Alno

Gesprächsthemen entlang der A30: Häckers neue Rasterküche Concept130, die Luxusküchen von BT45 im IDF34 mit Gimmicks wie Waffenschrank und „Spielzimmer“ (als Alternative zum Hauswirtschaftsraum) und natürlich der Kauf der Marke Alno durch Arndt Vierhaus, den wir am Dienstag melden durften.

  • Schlagzeile: Im Fernsehen

Der exportstarke Küchenbauer Rotpunkt kratzt an der Kapazitätsgrenze. Es läuft gut in Bünde.

Andreas Wagner sitzt auch in seinem Einzelbüro mit Mund-Nasen-Schutz. „Wir wollen keine Ausnahmen einreißen lassen“, sagt er. Während die Politik noch diskutiert, ob man die Testpflicht für Unternehmen einführen darf, gibt es sie in vielen Unternehmen der Küchen- und Möbelindustrie längst. Auch bei Rotpunkt wird seit vier Wochen verpflichtend zweimal wöchentlich getestet - mit Selbsttests unter Beobachtung von medizinischem Personal. Bislang ist es so gelungen, das Virus aus dem Unternehmen herauszuhalten.

Auch insgesamt läuft es in Bünde. Mit Ausnahme von Großbritannien, wo sie das Geschäft auf niedrigem Niveau stabilisiert hat - das war noch bevor am Montag dieser Woche der Handel auf der Insel wieder geöffnet hat - verzeichnet Rotpunkt gute Auftragseingänge. Im März fiel das Plus deutlich zweistellig aus. Positive Beiträge kamen aus Skandinavien, Frankreich und dem Benelux-Raum. Die Konzentration auf Küchenspezialisten lässt Rotpunkt und andere reine Fachhandelslieferanten zurzeit auch besser dastehen als den Durchschnitt.

Um die Lieferzeit von derzeit neun Wochen zu drücken, würden sie bei Rotpunkt eigentlich lieber heute als morgen die Kapazitäten hochfahren. In diesem Jahr wurde bereits an zehn Samstagen gearbeitet. Überstunden werden in so ziemlich allen Bereichen gefahren. Personal für zusätzliche Schichten ist schwer zu bekommen. Die geplanten Investitionen am Stammsitz werden zudem noch von der Bürokratie eingebremst - zuletzt wurde die Ratssitzung, auf der der Bebauungsplanbeschluss gefasst werden soll, in den Juni geschoben. Erst im Anschluss können Genehmigungsanträge gestellt werden. „Wir sind schon kurz davor, mit den Investitionen auf unseren zweiten Standort in Preußisch Oldendorf auszuweichen“, sagt Wagner. Dass an manchen Stellen in Deutschland nicht alles so schnell voran geht, wie man sich das wünscht, passt in die Zeit.

Umsatzmäßig ist Rotpunkt auf jeden Fall gut durch die „Krise“ durchgekommen bislang. Auch das erste Corona-Jahr 2020 wurde mit 5 Prozent Plus abgeschlossen. Der hohe Exportanteil von 80 Prozent bei Rotpunkt hat Andreas Wagner kürzlich einen kleinen Auftritt im ZDF verschafft, wo er in der Mittagsausgabe der heute-Nachrichten zu Wort kam.

  • Schlagzeile: Nachhaltig nachhaltig

Nicht erst seit gestern hat Rotpunkt auch die Farbe Grün für sich entdeckt - natürlich im Sinne der Nachhaltigkeit. Mit dem BalanceBoard von Pfleiderer hat es einst den ersten großen Aufschlag zum Thema gegeben, das nach und nach weiterentwickelt wurde. Wieder geht das Unternehmen einen deutlichen Schritt nach vorn - mit der nun erfolgten FSC-Zertifizierung  und dem neuen Greenline BioBoard Gen2. Die FSC-Bestimmungen sind "noch einmal deutlich schärfer" als die PEFC-Bestimmungen, sagt Unternehmenschef Andreas Wagner. Und: "Nachhaltigkeit ist ein Thema, das wir sehr ernst meinen".

Aber es gibt noch anderes in diesem Herbst in Bünde zu sehen: Mit Memory Ri stellt Rotpunkt ein neues Holzfronten-Programm vor, das durch sehr schmale, vertikale Lamellen gekennzeichnet ist. Ebenso neu ist Just Grey, ein Farbton, der die Palette an Grautönen erweitert. 

  • Schlagzeile: Rein in die Ankleide
  • H1: Rotpunkt nimmt sich den Ankleide-Bereich vor

„Wir stehen voll im Saft“, antwortet Rotpunkt-Vertriebsgeschäftsführer Sven Herden auf die Frage nach der aktuellen Lage. Auch in Bünde sind die Auftragsbücher voll. Auf die Zukunft blicke man trotz des unsicheren Marktumfelds mit einer gehörigen Portion Grundoptimismus — den man aktuell eigentlich auch nur bei Fachhandelslieferanten findet.

Herdens Messehighlight: Endlich wieder Messe ohne Pandemieeinschränkungen. Bei den Neuheiten heißt es in Bünde: Weniger ist mehr. Es werden nicht 40 neue Farben gezeigt, sondern Innovationen gezielt auf den Bedarf des Handels abgestimmt, sagt Herden. Dazu gehören auch die Vereinfachung von Bestellungen oder Montage, beispielsweise Plug-and-Play-Lösungen bei der Beleuchtung.

Beim Sortiment außerhalb der Küche, wo viele Wettbewerber im Bad oder Wohnbereich ansetzen, hat sich Rotpunkt nach dem Hauswirtschaftsraum in diesem Jahr den Bereich Ankleide vorgenommen.

  • Schlagzeile: Immer südlicher
  • H1: Rotpunkt auf Expansionskurs

„Die Grundstimmung für die kommenden Monate und das kommende Jahr ist positiv“, sagt Vertriebs- und Marketinggeschäftsführer Sven Herden. Dazu trägt sicher der gute Auftragsbestand bei, den man in Bünde registriert, genauso wie der Bestelleingang, der zwar leicht unter Vorjahr liegt, aber höher als vor der Pandemie. Ein Exportanteil von 80 Prozent, dazu ein Umsatzplus von 19 Prozent auf 87 Mio Euro in 2021 geben Rotpunkt sicherlich etwas Rückenwind in den kommenden, härter werdenden Zeiten. Auf der anderen Seite bietet der Inlandsmarkt für die Bündener noch Potenzial, südlicher auch Österreich, wo Rotpunkt seit zwei Jahren aktiv ist, und neuerdings Slowenien. „Das macht auch logistisch Sinn, weil wir immer mehr Volumen generieren“, sagt Herden. Mit der österreichischen Vertriebsarbeit der Handelsagentur Dietmar Walter wurde dafür offenbar eine gute Basis geschaffen.

Auf der Hausmesse lief aus Sicht von Herden und Geschäftsführer-Kollege Andreas Wagner alles sehr gut. Genaue Besucherzahlen gab´s zur Messe zwar noch nicht, aber ein Indiz, dass die Frequenz stimmte: nämlich einen kurzen Kaffeebohnennotstand am Messedienstag, wodurch nachweislich der Verbrauch von 2019 getoppt wurde. Und beim Umsatz geht`s dieses Jahr auch rauf. Die Zielmarke: 94 Mio Euro. Vielleicht auch mehr. Bei den Neuheiten drehte sich einiges um das neue Ankleidezimmer. Laut Herden „ein einfach umsetzbares System“, mit dem der Küchenhändler Räume über die Küche hinaus in den Fokus nehmen kann. Besonderes Merkmal des „Dressing Rooms“: ein vertikales Lichtsystem, das durchgehend in der kompletten Höhe in den Korpus integriert ist. Außerdem konnten die Besucher die neue Front „Loft Oak“ mit Synchronpore sehen, ebenso wie ein modulares Innenausstattungssystem aus Eiche.

  • Schlagzeile: Showroom in Österreich
  • H1: Rotpunkt: Showroom in Österreich

Bis zum Sommer wird Rotpunkt Küchen aus Bünde für seine Kunden aus Österreich und Südtirol eine separate Ausstellung in den Räumen seiner Handelsagentur in Graz eröffnen. „Das verkürzt die Wege für neue Interessenten und bestehende Kunden erheblich“, sagt Vertriebs-Geschäftsführer Sven Herden. In Graz werden künftig zudem Produktschulungen durchgeführt. Auch an der Küchenwohntrends vom 3. bis 5.5. wird Rotpunkt sich wieder beteiligen. Auf 100 qm werden dort drei Küchen gezeigt.

Der frühere Regina-Vertreter Dietmar Walter hatte mit seiner Agentur Mitte 2020 den Vertrieb für Rotpunkt in Östererich und Südtirol übernommen. Inzwischen steht das Gebiet bei Rotpunkt auf der Liste der strategischen Exportmärkte, zu denen neben Belgien und den Niederlanden auch Großbritannien, Skandinavien und Frankreich gehören.

  • Schlagzeile: Nachhaltigkeits-Ritterschlag
  • H1: Rotpunkt: Nachhaltigkeits-Ritterschlag

Eine komplett auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wohnsiedlung entsteht unter dem Namen UN17-Village gerade in Dänemark, am südlichen Stadtrand von Kopenhagen. Bis 2024 sollen hier auf 35.000 qm über 500 Wohnungen und Lebensraum für mehr als 800 Menschen entstehen. Der Name UN17-Village ist von den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen abgeleitet. Dass der ostwestfälische Küchenbauer Rotpunkt hier den Zuschlag für die 536 Küchen dieses Projekts bekommen hat, kann man also durchaus als Ritterschlag in Sachen Nachhaltigkeit werten.

Die 17 „United Nations’ Sustainable Development Goals” gehen weit über Einzelaspekte des Umweltschutzes, der Kreislaufwirtschaft oder der Reduzierung des CO2-Fußabdrucks hinaus.

Entwickelt wurde das Wohnprojekt vom Immobilieninvestor NREP in Zusammenarbeit mit der Lendager Group und den Unternehmen Sweco Architects, MOE und CG Jensen. Schon beim Bau der insgesamt fünf Wohnblöcke werden ausschließlich Upcyclingmaterialien eingesetzt. Jeder Wohnblock verfügt über einen Dachgarten und eine Regenwassersammelanlage. Strom wird mit Solarkraft erzeugt, einige Gebäude sind sogar energiepositiv geplant, werden also mehr Energie erzeugen als verbrauchen. Ein weiterer zentraler Punkt ist ein eigener Wasserkreislauf samt Abwasserrecycling.

Beworben hat sich das Bünder Unternehmen mit seiner Greenline-Linie, für die die emissionsarme, zu 90 Prozent mit Recycling-Holz gefertigte Pfleiderer-Platte BioBoard Gen2 eingesetzt wird. Mit dem Produkt allein war es aber nicht getan. Im Rahmen des Bewerbungsprozesses musste Rotpunkt beispielsweise darlegen, wie es um die gerechte Bezahlung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder deren Gesundheit und Zufriedenheit bestellt ist, wie Geschlechtergleichstellung praktiziert wird und nach welchen Kriterien Lieferanten ausgewählt werden.

Es sei im Ausschreibungsverfahren zudem um konkrete Betriebsabläufe gegangen, die energieeffiziente Maschinen und die Nutzung erneuerbarer Energien umfassen ebenso wie Verschnittoptimierung und Sparsamkeit bei Verpackungsmaterialien oder Logistik. Die ersten Rotpunkt-Küchen werden in Kopenhagen bereits installiert, von der Single- bis zur Familienküche.

  • Schlagzeile: 100-Mio-Marke gerissen
  • H1: Rotpunkt Küchen ist 2022 auf 100 Mio Euro Umsatz gewachsen

100 Mio Euro Umsatz - die Zahl hat in der deutschen Küchenmöbelindustrie einen guten Klang. Das haben sich Andreas Wagner, Heinz-Jürgen Meyer und Sven Herden sicher auch gedacht. Die Geschäftsleitung lässt per Mitteilung heute bekanntgeben, dass Rotpunkt Küchen mit einem Umsatzwachstum von 15 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr 2022 einen Jahresumsatz von 100 Mio Euro erreicht hat. Sicher, das ist der Umsatz vor Erlösschmälerungen – und dennoch ein starkes Fazit für ein Jahr, das für alle im Markt herausfordernd war.

Wie kaum anders zu erwarten, hängt ein Teil des Anstiegs auch mit Preisanpassungen zusammen, die Rotpunkt aufgrund gestiegener Material- und Energiepreise vornehmen musste. Herden: „Rund 5 Prozent der Umsatzsteigerung resultiert aus einem konkreten Mengenzuwachs". Das Gros des Umsatzes – rund 80 Prozent – erwirtschaftet Rotpunkt Küchen bekanntermaßen im Ausland, vor allem in den Niederlanden, in Belgien, Frankreich, Großbritannien, Skandinavien und Österreich. Seit Kurzem sind die Bündner sogar in Slowenien und Kroatien aktiv.

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  • Schlagzeile: Buster, Punch und Helene
  • H1: Rotpunkt: Buster&Punch und Birne Helene

Die Bauarbeiten am neuen Hochregallager sind auf dem Weg zur Rotpunkt-Hausmesse nicht zu übersehen. Das liegt nicht nur daran, dass der Küchenbauer aus Bünde das Dach mit Fahnen geschmückt hat. Obendrauf befindet sich ein Regenrückhaltebecken mit 300.000 Liter Fassungsvermögen, denn bei einem heftigen Regenguss den Niederschlag direkt in das benachbarte Flüsschen ableiten darf man nicht.

Mit solchen Themen muss man sich auseinandersetzen, wenn man investieren will, sagt Rotpunkt-Chef Andreas Wagner und bestellt eine „Helene“ – Birnenschorle, wie die Outsiderin auf Nachfrage erfährt. Fürs aktuelle Jahr ist Wagner mit dem Geschäft angesichts der Lage draußen ziemlich zufrieden. Wagner: „Wir produzieren noch durch, lassen auch keine Stunden ausfallen. Die nächsten Monate bis zum Jahresende kriegen wir auch noch rum.“ Und dann? Noch partizipiert man vom langen Vorlauf der Planungen. Der Umsatz ist dadurch noch mit 3 Prozent im Plus. Im Sommer ist der AE auch in Bünde ruhiger gewesen, lag dann aber in den letzten vier Wochen wieder über Vorjahr.

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  • Schlagzeile: 6.925 Elefanten

Dass man sich in Bünde letzte Woche besonders über den Richtkranz auf dem neuen Gebäude gefreut hat, liegt an den genehmigungsrechtlichen Hürden, die die Mannschaft rund um Rotpunkt-Küchen-Chef Andreas Wagner anfangs zu überwinden hatte. Man liege nun aber voll im Plan, so Wagner anlässlich des Richtfests am 17. November.

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  • Schlagzeile: Blick aufs zweite Halbjahr
  • H1: Rotpunkt: Blick aufs zweite Halbjahr

Rotpunkt Küchen konnte 2023 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau von 100 Mio Euro abschließen. Geplant war eigentlich ein Umsatzplus. Der Mengenabsatz ging erwartungsgemäß zurück. „Betrachten wir die Umstände und das Marktumfeld, so kann man dies sicherlich als gutes Ergebnis bezeichnen, auch wenn unsere Erwartungshaltung eine andere war“, sagt Vertriebs-Geschäftsführer Sven Herden.

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  • Schlagzeile: Exportverstärkung
  • H1: Rotpunkt: Exportverstärkung

Zur KBB in Birmingham in dieser Woche hatte Max Lükewille nach 25 Jahren bei Rotpunkt seinen Einstand in neuer Position.

Seit dem 1. März ist Lükewille Exportleiter in Bünde, eine neu geschaffene Position im Team von Vertriebsgeschäftsführer Sven Herden. Ganz neu im internationalen Vertriebsteam ist seit Januar John McWinnie als Gebietsleiter Großbritannien Nord. McWhinnie war vor seinem Wechsel zu Rotpunkt für Nolte, Häcker und Siematic tätig.

  • Schlagzeile: Neue Gesichter

Vom Schlafmöbelbauer Wiemann kommt der neue Einkaufsleiter von Rotpunkt Küchen. Marco Hebbelmann, 33, ist seit April in Bünde unter Vertrag.

Eine Neubesetzung gab es auch im Außendienstgebiet Nordbayern/Südhessen/Südthüringen. Dort hat Roland Lang übernommen, der Michael Zwießler ablösen soll. Zwießler geht nach einer Übergangszeit in den Ruhestand. Lang ist 59 und war zuletzt 24 Jahre für Lechner in dem Gebiet unterwegs.

 „Mit Roland Lang haben wir einen versierten Branchenkenner und optimalen Nachfolger für Michael Zwießler gewonnen“, sagt Sven Herden, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb von Rotpunkt Küchen.

  • Schlagzeile: Digitales Handbuch
  • H1: Digitales Handbuch

Auch in Bünde bei Rotpunkt gehen sie nun eine Partnerschaft mit der Digi-Schmiede Dein Konfigurator ein. Rotpunkt setzt ab sofort auf das digitale Verkaufshandbuch aus Zülpich. Dein-Konfigurator-Inhaber Albrecht Arenz und Team waren schon zum Onboarding in Bünde.

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  • Schlagzeile: Etwas aufgeholt
  • H1: Rotpunkt: Etwas aufgeholt

Im Jahresendspurt 2024 konnte der Küchenbauer Rotpunkt aus Bünde den im Verlauf des Jahres entstandenen Umsatzrückgang noch etwas eindämmen, so dass das Jahr mit einem Minus von weniger als

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  • Schlagzeile: Erholung im ersten Quartal
  • H1: Rotpunkt Küchen: Erholung im ersten Quartal

Küchenbauer Rotpunkt aus Bünde kann das erste Quartal mit einem Plus abschließen. Beim Umsatz meldet das Unternehmen nach einem schwächeren Jahr 2024 (knapp -3 Prozent) wieder einen Anstieg um 4,5 Prozent. Der Auftragseingang stieg sogar um 7 Prozent im Vorjahresvergleich. Aufwärts geht es aktuell in Deutschland und den Niederlanden. Frankreich und Skandinavien sind stabil. Auf dem britischen Markt sind nach der Flaute nun überdurchschnittlich gute Auftragseingänge zu verzeichnen, so das Unternehmen.
Sven Herden, Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing, räumt gleichzeitig ein, dass der österreichisch Markt schwierig ist. Als Reaktion darauf investiere man dort, unter anderem mit der Beteiligung an der Küchenwohntrends in Salzburg vom 7. bis 9. Mai. Gezeigt werden dort auf dem 95-qm-großen Messestand in Kooperation mit Novy zwei Küchen und ein Ankleidezimmer. Im Vordergrund stehen werden das Fenix-Sortiment mit 27 Dekoren für Fronten und Arbeitsplatten, das ab Lager verfügbar ist, und das Massivholz-Griffkonzept Tokyo. Als Highlights hebt Rotpunkt außerdem hervor: eingefräste Scharniere, Vitrinen-Ecklösungen, Planungslösungen für Durchgangstüren und Holzschubkästen.

  • Schlagzeile: Bis zur Montage

Bei Rotpunkt Küchen in Bünde hat man dem Thema Nachhaltigkeit schon vor einigen Jahren einen hohen Stellenwert eingeräumt. Als Greta Thunberg noch unbekannt war und man von Fridays for Future noch nichts ahnte. Das Überthema, zu dem sich Nachhaltigkeit und Klimaschutz in den letzten zwei Jahren entwickelt haben, war es 2015 noch nicht, als Rotpunkt bei seiner Hausmesse mit dem Motto „Umweltschutz fängt jetzt in der Küche an“ antrat. Für die damals vorgestellte Produktlinie Greenline wird inzwischen bereits die zweite Generation des von Pfleiderer gelieferten Werkstoffs „Bioboard“ eingesetzt.

Seit letztem Jahr ist Rotpunkt klimaneutral zertifiziert, 2021 folgte die vollständige Umstellung auf Ökostrom. In Bünde will man nicht „nur“ das Produkt, sondern auch das Unternehmen nachhaltig weiterentwickeln. „Ein CO2neutraler Fußabdruck gehört zu unserem Gesamtkonzept“, sagt Andreas Wagner, geschäftsführender Gesellschafter von Rotpunkt. Als Zertifizierungspartner hat der Küchenbauer sich für Myclimate entschieden und geht damit einen etwas anderen Weg als die meisten in der Branche. Wagner: „Unser Ziel ist es, irgendwann eine CO2 neutrale Küche zu verkaufen.“ Heißt: Nicht nur das Unternehmen selbst soll klimaneutral zu sein, sondern in Zukunft die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zur Montage. An welchen Stellen noch angesetzt wird, darüber spricht Andreas Wagner im Interview auf INSIDE Küche.

Und hier der INSIDE Talk mit Andreas Wagner als Audio-Format:

 

 
 

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