Die Möbelmacher: Vom Baum aus der Nachbarschaft
Die Möbelmacher
Aus der Nachbarschaft
Herwig Danzer ist studierter Germanist, Soziologe und Politikwissenschaftler. Er ist aktiver Unternehmer, Blogger und Event-Veranstalter. Und er ist Druckdampfgarer-Lobbyist – um nicht -Fetischist zu sagen. Gemeinsam mit seiner Frau Ute Danzer und einem Team von 15 Leuten, auch mehreren Schreinerinnen, sind sie: Die Möbelmacher.
Ein Besuch bei Ute und Herwig Danzer hat ein bisschen was von Kurzurlaub. Schreinerei samt Holzplatz und Wohnhaus sind idyllisch gelegen. Außer Vogelgezwitscher hört man keinen Laut, der Waldrand ist wenige Hundert Meter entfernt, und auf der anderen Straßenseite plätschert der Unterkrumbacher Bach. Hier haben die Danzers sich niedergelassen mit ihrem 1988 zunächst in einem Hersbrucker Hinterhof gegründeten Unternehmen.
Das Firmengebäude ist einer Basilika nachempfunden, mit Mittel- und Seitenschiffen. Notwendig gemacht hat diese Bauweise die Späneabsaugung. Dank hoher Fenster flutet Sonnenlicht in die ins Werkstatt- und Bürohaus integrierte Ausstellung.

Basilika von Unterkrumbach
Nach dem Umzug aus Hersbruck hatte zunächst die vom Team genutzte Küche als eine Art Showroom gedient. Hier konnten Interessenten sehen, was möglich ist. Darum ist die Küche aus allen möglichen Schrank-Typen zusammengewürfelt, erklärt Ute Danzer beim Begrüßungskaffee.
Heute wird neben der eigentlichen Ausstellung auch das benachbarte Wohnhaus als Showroom genutzt. „Das funktioniert nur, weil Ute immer aufräumt“, sagt Herwig Danzer, der sich eigentlich mit kleinem h schreibt, was die INSIDE-Schlusskorrektur aber nicht durchgehen lässt.

Zeigen, was geht: Bibliothek im Wohnhaus der Danzers
Die Outsiderin wird von den Danzers auf den typischen Betriebsrundgang geführt. Der beginnt beim Stamm und endet in der Küche. Auf dem Holzplatz neben der Werkstatt lagert Holz für fünf Jahre Möbelproduktion. Es stammt aus der Region, aus der Hersbrucker Alb, teils kann der Rücker es auf dem Heimweg vom benachbarten Wald direkt abladen. Das Schnittholz wird etwa drei Jahre gelagert und in eigenen Trockenkammern getrocknet. Warum? „Aus Überzeugung“, sagt Ute Danzer. „Wir wollen das reine Holz. Und an diesem Standort ist es möglich.“ Klassiker ist Buche aus der Hersbrucker Alb, aber auch Elsbeere oder andere Laubhölzer werden ab und an zu Küchen verarbeitet. Mit Resten aus der Produktion werden Werkstatt, Trockenkammer und Wohnhaus beheizt.

Auf dem Holzplatz hinterm Haus lagert Holz für die nächsten fünf Jahre

Besuch von Nachbars Katze

„So sieht Ihre Küche jetzt noch aus“
Von der Stange ist bei den Möbelmachern nichts, Herwig Danzer sucht das Außergewöhnliche. Von den sich im Markt immer mehr als Standard etablierenden Muldenlüftern hält er so wenig wie von Kombidampfgarern.
Post von INSIDE Küche
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