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Küchenheld: @Home bei Familie Edquist

Küchenheld

@Home bei Familie Edquist

26. September 2022, 10:12
Dr. Love Edquist und Kids

Sich als CEO eines boomenden Start-ups zu gleichen Teilen mit der Mutter um drei Kinder zu kümmern ist ganz sicherlich nicht der Standard in Deutschland. Küchenheld-Founder Dr. Love Edquist und seine Familie zeigen, dass es geht, und werden dafür auch gern als Influencer aktiv.

Beim Einrollen in den Bahnhof Berlin-Südkreuz geht die erste Unwetterwarnung über die Katwarn-App. Die Outsiderin steigt gerade mit ihren beiden Töchtern im Schlepptau in die S25 um, als Love Edquist anruft: „Es gewittert. Wir treffen uns dann in der Wohnung.“ So entwickelt sich das vereinbarte Outdoor-Treffen spontan zu einer Homestory, und wir bekommen auch noch die Küche zu sehen, deren Planungsprozess damals die Geschäftsidee für Küchenheld geliefert hat.

Als Love und seine Frau Tina Edquist vor gut zehn Jahren in der Neubauwohnung in Mitte ihre Küche planten, fehlten ihnen konkret Angebote für Leute wie sie selbst: Doppelverdiener mit wenig Zeit von Studio zu Studio zu tingeln, um Produkte und Preise zu vergleichen. Gewurmt hat die beiden zudem die fehlende Transparenz. Dass nicht erkennbar war, wie viel welche Komponente kostet oder welche sonstige Leistung. Tina Edquist stammt aus Ostwestfalen, hatte privat und familiär schon Berührungspunkte mit der Möbel- und Küchenbranche und Kontakte, über die dann wiederum andere Kontakte zustande kamen.

Ein paar Jahre später, 2018, gründete Love Edquist zusammen mit Ivo Wissler den Digitalanbieter Küchenheld, auf den mittlerweile viele schauen im Küchenmarkt – Lieferanten, Hersteller und Verbände, Warum? „Wir haben gezeigt, dass Digitalisierung im Hochwertbereich funktioniert“, sagt Edquist. Rabatte – das gehört auch zur Marketingaussage – gibt es keine: „Unsere Kunden verdienen schon beim ersten Kontakt transparente Preisaussagen“, heißt es. Das klappt offenkundig. Im August allein hat Küchenheld Aufträge im Wert von 2 Mio Euro geschrieben, bei einem durchschnittlichen Kommissionswert von 22.000 Euro. Gestartet war man mit einem Durchschnittswarenkorb von 12.000 Euro.

Der bislang größte Auftrag über 94.000 Euro für eine Next125-Küche inklusive Hauswirtschaftsraum kam aus Hamburg. Auch bei diesem Wert lief der Kontakt hauptsächlich digital. Der Kunde war nur einmal im Laden, berichtet Edquist. Etwa 40 Prozent der Kunden kommen sogar nicht ein einziges Mal in einen der Smartroom genannten Läden, von denen es deutschlandweit inzwischen acht gibt. Das am Jahresanfang formulierte Ziel von 20 Mio Nettoauftragsvolumen (INSIDE 1131) wird Küchenheld 2022 ziemlich sicher erreichen, eher noch übertreffen.

Noch läuft es in Berlin, aber natürlich rüsten sie sich auch bei Küchenheld für härtere Zeiten. Die Zielgruppe wird von hohen Lebenshaltungskosten vielleicht nicht so stark betroffen sein und sich dennoch eine Küche im Wert von über 22.000 Euro leisten können. Doch die schwächer gewordene Frequenz in den Geschäften wird die zuletzt so auftragsverwöhnten Küchenhändler in den nächsten Monaten dazu bringen, wieder stärker auf digitales Marketing zu setzen und somit für Wettbewerb im Netz sorgen. Das wissen sie auch in Berlin. Total flexibel New Work, Flexibilität, Remote-Arbeit, Work-Life- Blending – bei Küchenheld sind das nicht nur Worthülsen. Aber klar: Als Digitalunternehmen zählt das Küchenhandelsunternehmen natürlich auch zur sich duzenden Start-up-Welt mit der entsprechenden Infrastruktur, mit Speed und vor allem dem, was man heutzutage „Mindset“ nennt.

Dieses Mindset ist heute für viele Traditionsunternehmen Vorbild, natürlich erreicht man selten dieselbe Geschwindigkeit. Edquist selbst hat einen Arbeitsweg von etwa acht Minuten mit dem Rad und nimmt den auch gern auf sich, wenn die Lage zu Hause nichts anderes erfordert. Wie viele Mitarbeiter er im Büro antrifft und wie viele von zu Hause oder anderswo arbeiten, dafür gibt es keinen starren Plan. „Heute waren es von rund 40 vielleicht die Hälfte“, sagt er.

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