07. Juli 2022, 10:29
910 Mio Euro bringen die Händler von Nobilias französisch-belgischer, ach, eigentlich schon fast weltweit aktiver, Franchise-Organisation FBD zusammen auf die Umsatzwaage. 2021 ging es um 28 Prozent aufwärts; gut 500 Stores der Labels Ixina, Cuisine Plus, Cuisines Références und Vanden Borre gibt es aktuell.
Im Juli und Oktober sollen nun Pilot-Stores eines komplett neuen Konzepts namens Cake Kitchen eröffnet werden, an dem die FBD-Strategen drei Jahre lang getüftelt haben. Nummer eins geht im Einkaufszentrum Westfield Parly 2, nördlich von Paris an den Start; Nummer zwei irgendwann im Herbst. FBD-Chef Loïc Paitel sagt: „Wir sind uns bewusst, dass wir mit unseren bisherigen Marken immer noch einen Teil des Marktes nicht erreichen.“ Also hat man Cake Kitchen erfunden. Das Konzept erinnert an das des gerade in der Branche stark beobachteten Berliner Digital-Start-ups Küchenheld.
Seinen Namen verdankt Cake Kitchen einem Wortspiel mit dem Firmenmotto „Créer sa cuisine équipée c’est du gâteau.“ Wörtlich aus dem Französischen übersetzt hieße das: „Seine Einbauküche zu planen ist ein Stück Kuchen.“ Natürlich ist das mit dem Kuchen eine Redensart – Küchenplanung ist demnach auch kein Kuchen, sondern „ein Klacks“. Der Anspruch von Cake Kitchen: Die Customer Journey muss einfach und auf allen Kanälen möglich sein; Preis und Qualität müssen stimmen. Bei Cake Kitchen gibt es einen Meterpreis: 1.000 Euro kostet ein Meter Küche. Inklusive sind bis zu sechs Geräte, Spüle, Armatur und sonstiges Zubehör.
Kern des Konzepts ist ein einfach bedienbares Lead-Generierungs- und Planungstool. Als Kücheninteressent gibt man die gewünschte Höhe, Breite und seinen Vornamen an. Sobald man persönlich ansprechbar ist, wird um einen Grundriss und ggf. ein Foto der alten Küche gebeten und sofern möglich um die Lage der Anschlüsse. Dann wird man an den bislang einzigen Cake-Kitchen-Store im Land verwiesen. Aber — keine Panik, wenn man in Bordeaux lebt – es geht auch ganz auf Distanz. Nach der Eingabe weiterer Planungsdetails wird einem schonmal der Preis ausgeworfen. Zum Design kommt man dann später. Die Küchen „aus deutscher Produktion“ — lange Rätselraten, wer der Lieferant sein könnte, ist wohl nicht nötig — gibt es in 15 Fronten und vier Materialarten. Die Geräte kommen von Candy, Beko, Bosch, Whirlpool, Faber oder Franke.
Die anderen Marken der FBD-Gruppe sollen in Sachen Digitalisierung von Cake Kitchen lernen.