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RKI

Bye Bye Inzidenz?

12. Juli 2021, 9:47
Robert-Koch-Institut

„Ein internes Dokument des Robert-Koch-Instituts stellt eine Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz als einzigem Faktor für die Corona-Maßnahmen in Deutschland in Aussicht.“ Das berichten heute diverse Medien auf Basis eines Bild-Artikels. In einer ungeimpften Bevölkerung waren schwere Erkrankungen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle mit zeitlichem Abstand zur Inzidenzgestiegen, weshalb die sie nun etwa ein Jahr lang fast ausschließlich als Entscheidungskriterium für politische Maßnahmen herangezogen worden war - allen Kritikern zum Trotz.

 

Mit zunehmender Impfquote dürften sich Infektionszahlen und schwere Erkrankungen zunehmend entkoppeln, sagen Wissenschaftler. Ob das Gesundheitssystem unter solchen Voraussetzungen weitreichende Lockerungen verkraftet? Eine Art Feldversuch - ebenfalls nicht ohne Kritik - läuft ja in England. Hierzulande steigen die Inzidenzwerte seit wenigen Tagen wieder. Von niedrigem Niveau.

 

Das RKI fordert natürlich nicht die Aufhebung aller Schutzmaßnahmen um jeden Preis, sondern empfiehlt laut Bild einen „stärkeren Fokus auf die Folgen der Infektion.“ Für Einzelhandel, Gastronomie oder Messemacher wäre eine Abkehr von der Inzidenz als einzigem Lockdown-Kriterium eine gute Nachricht. Für ungeimpfte Gruppen müssten allerdings andere Schutzmaßnahmen her. Und vor allem wird die Politik kaum was ändern, solange nicht jeder Erwachsene das bekommen hat, was man inzwischen so routiniert „Impfangebot“ nennt.

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