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INSIDE Küche

  • Schlagzeile: "Die Investitionen waren notwendig"

Schüller-Chef Markus Schüller über die Verwerfungen auf den Märkten, die Kapazitäten in Herrieden, Recycling und Trennen – und Home-made-Pizza-Abende in der Familie.

Teil 2 des Interview-Doppels mit Häcker-Chef Markus Sander und Schüller Inhaber Markus Schüller. (Hier geht es zu Teil 1.)

INSIDE:Herr Schüller, wir hätten es reizvoll gefunden, zwei Protagonisten aus führenden Küchenunternehmen an einem Tisch zu einem Gespräch zusammenzubringen. Wir sind nicht böse darüber, dass es nicht geklappt hat. Wir sind flexibel und ändern gerne das Format. Trotzdem die Einstiegsfrage: Warum eigentlich ging es nicht? Hat es mit der schlechten Lage am Markt zu tun?

Markus Schüller: Das hat nichts mit der heutigen Zeit zu tun. Ein gemeinsames Interview von zwei führenden Küchenmöbelherstellern wäre nicht nur ein neues Format gewesen, sondern hätte meines Erachtens auch ein falsches Bild abgeben können. Vielleicht hätte es mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben.

Üblicherweise geben Küchenhersteller vor der Messe schon einmal einen Ausblick, wie das Jahr umsatzmäßig abgeschlossen werden könnte. Dieses Jahr sind die Auftragsbücher aber nicht so voll, dass man schon bis zum Jahresende blicken könnte.

Unsere Branche hatte zu Zeiten vor der Pandemie eine konstante, tendenziell positive Entwicklung über Jahre hinweg. Von Mai 2020 bis Mitte 2022, somit gut 24 Monate, konnten wir alle starke Auftragseingänge verzeichnen, die als Bestand noch in das Jahr 2023 hineinreichten. Auch unser Unternehmen konnte so in den ersten acht Monaten ein leichtes Wachstum beim Umsatz feststellen und somit auch eine positive Entwicklung nehmen. In den letzten Monaten mussten aber auch wir mit einem deutlich abgeschwächten Auftragseingang zurechtkommen. Das macht den Herbst 2023, aber auch die Zeit bis ins Frühjahr 2024 schwer planbar.

Ab wann ist der Auftragseingang abgerutscht?

Im dritten Quartal 2022 waren Veränderungen schon erkennbar. Wir konnten mit einem gewissen Auftragsbestand in das Jahr 2023 starten, so dass die positive Entwicklung beim Umsatz bis August anhielt. Berücksichtigen muss man natürlich auch die Preisentwicklung.

Rechnen Sie damit, dass das Jahr für Sie noch mit einem Umsatzplus ausgeht?

Die Antwort hätte vor drei oder vier Monaten anders ausgesehen als heute. Eine exakte Prognose zum jetzigen Zeitpunkt ist schwer zu treffen.

Auf wie viele harte Jahre stellen Sie sich ein?

Was bedeutet hart in der Situation? Wir hatten bisher den Begriff der herausfordernden Zeit verwendet. Aber aus der herausfordernden Zeit ist jetzt eine sehr anspruchsvolle Zeit geworden. Uns haben viele Themen überrascht. Der Brexit war absehbar, aber Pandemie, Lieferkettenabriss, überproportionale Kostensteigerungen, der Angriffskrieg auf die Ukraine, Energienotstand, Inflation, ein immer deutlicherer Anstieg des Zinsniveaus, Verunsicherung und Kaufzurückhaltung – all das hat Einfluss genommen. Mehr denn je sehen wir, dass die Entwicklung von Küchenmöbelindustrie und Baukonjunktur miteinander korrelieren. Wir glauben nicht, dass es kurzfristig eine Veränderung in der Gesamtnachfrage gibt. Eine Dauer von zwei bis drei Jahren scheint hier konjunkturpolitisch wahrscheinlich. Aber das ist ein Blick in die Glaskugel.

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  • Schlagzeile: Vollgas? Sparkurs?
  • H1: Eurocucina: Vollgas? Sparkurs?

Mitte April ist wieder Salone. Nächstes Jahr ist Küchenjahr in Mailand. Wer geht hin? Wer geht nicht?

Als die große internationale Küchenmesse war Mailand bis zu Pandemiebeginn für etliche exportorientierte deutsche Küchenbauer gesetzt. Auch wer 2022 dabei war, als die Messe wieder unter vergleichsweise normalen Bedingungen stattfinden konnte, war in der Regel zufrieden. Dann kam der Abschwung im Küchenmarkt weltweit. Ob es gerade deshalb sinnvoll ist, dabei zu sein oder ob eher auf Sparkurs gesetzt

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  • Schlagzeile: Jetzt mit Juno

Damals, zur Living Kitchen 2015, hatte sich Schüller Küchen für die Komplettvermarktung von „Schüller.C“ die Exklusivrechte an der Electrolux-Marke Juno gesichert.

Sechs Jahre nach dem Revival der Traditionsmarke wird auch Impuls Küchen sie zur Messe ins Sortiment aufnehmen. Bekanntlich haben der mittelfränkische Küchenbauer und das Unternehmen aus dem Sauerland mittlerweile Überschneidungen im Gesellschafterkreis.

Juno wird bei Impuls auf ähnlichem Level wie Privileg positioniert sein, oberhalb der in Brilon ebenfalls eingesetzten Einstiegsmarken Vestel und Ignis. Für Impuls ist dieser Schritt nach vielen Jahren der Wiedereinstieg in die Zusammenarbeit mit Electrolux. Weitere Schwerpunkte werden bei der Herbstmesse im Kitchen Center Löhne mit mehreren Kojen auf den Themen Tiny House und Hauswirtschaftsraum liegen. Neu sind auch 25 mm Arbeitsplatten.

Impuls konnte seine Fläche im KCL durch den Auszug von Zeyko von 380 auf 470 qm erweitern und dadurch den Schwestermarken Puris Bad und Laguna ein Plätzchen einräumen, die aber parallel wie immer auf der MOW in Bad Salzuflen zu sehen sein werden.

Eine große Geschichte zu den Plänen von Impuls, Puris und der Briloner Möbel Fertigungsgesellschaft, die unter dem Dach der Briloner Möbelwerke gerade ein amtliches Investitionsprogramm abfahren, ist für unser INSIDE Spezial Küche geplant, das im Herbst erscheint - und natürlich hier auf www.inside-kueche.de.

  • Schlagzeile: Warten auf den Abschwung
  • H1: UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2022

Prognostiziert hatten wir (und so viele andere) es schon lange. Schon das Jahr 2019 war hier im INSIDE Spezial Küche mit der Überschrift „Das Jahr nach den fetten Jahren“ versehen. Dann kam Corona und die fetten Jahre fingen erst richtig an – gemessen am Umsatz. Nun sind sie aber ganz offensichtlich wirklich vorbei, allerdings später als gedacht. Ablesen lässt sich das in den Umsatzzahlen der Hersteller 2022 noch nicht. Die Top 10 der deutschen Küchenmöbelindustrie, die wir in der jährlichen INSIDE Küchen-Hitliste nach Umsatzgröße bewerten, haben allesamt nochmal gut zugelegt. Zu einem großen Teil aufgrund des deutlich höheren Preisniveaus, aber auch, weil das Jahr 2022 noch durchaus gut gestartet war.

Nach den gigantischen Investitionen der vergangenen Jahre, die nicht nur bei den ganz Großen stattfanden, sondern eigentlich bei jedem Hersteller, der das bezahlen konnte, schwebt wieder das Wort Überkapazitäten als Drohbild über der Branche. Seit dem letzten Herbst sind mit Rational und Störmer zwei weitere Hersteller aus dem Markt ausgeschieden, davon profitierten andere aber nur punktuell. Wie wollen gerade kleine Unternehmen die Rückgänge überleben, wenn die Fixkosten hoch bleiben? Wie sollen all die neuen Werke nun ausgelastet werden? Im europäischen Ausland geht der Ausbau sogar noch weiter. Impuls-Vertriebschef Ulrich Spleth spricht nicht nur für das eigene Unternehmen, wenn er sagt: „Wir bleiben auf Wachstum gepolt. Wir werden die Ziele erreichen, nur eben später.“ Große Hoffnungen liegen dabei weiterhin auf dem Export.
2022 hatte die deutschen Küchenmöbelindustrie ihren Umsatz noch um 9,5 Prozent auf 6,2 Mrd Euro nach oben gehievt. Für den deutschen Küchenhandel hat die GfK 2022 noch ein leichtes Umsatzplus von 0,7 Prozent erfasst – bei 8,5 Prozent Mengenrückgang. Die Rahmenbedingungen für den Küchenmarkt haben sich seit dem Frühjahr 2022 zunehmend verschärft. Die amtlichen Umsatzahlen der deutschen Küchenmöbelindustrie weisen nach wie vor ein leichtes Plus aus, sind aber von Sondereffekten verfälscht und bedürfen Erläuterungen. Der Mengenabsatz liegt im bisherigen Jahresverlauf sowohl im Inland als auch im Ausland unterhalb der starken Vorjahre. Beim Umsatz gibt es Firmen, die noch am Vorjahresniveau kratzen oder leichte Steigerungen erfahren ebenso wie die mit spürbaren Rückgängen.

In Zukunft, das ist auch klar, werden Unternehmen nicht mehr nur an Umsatz und Ergebnis gemessen werden. Auch Aspekte wie Nachhaltigkeit, der Anteil weiblicher Beschäftigter und Führungskräfte und Fortschritte bei der Digitalisierung werden wichtiger. Mit einem Digitalindex für die wichtigsten Küchenmarken wollen wir uns auch an diese Bewertungen herantasten. Ganz traditionell haben wir aber auch dieses Jahr wieder die Hitliste der Top-10-Küchenhersteller in Deutschland nach Umsatzgröße erstellt.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2021

Die mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste ist, das behaupten wir mit Stolz, das einzige Ranking im Markt, das nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Denn: Nur Umsätze nach Erlösschmälerungen werden aufgeführt. Im Zuge der inzwischen von vielen Unternehmen verfolgten Sortimentserwei-terungen in andere Produktbereiche schleichen sich aber natürlich zunehmend Bad-oder Wohnmöbelumsätze ein. Tatsächlich erobert die Küchenindustrie allmählich das gesamte Haus.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2020

Die Zusammenstellung der zehn umsatzstärksten deutschen Küchenbauer, unsere mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste, ist inzwischen zur Tradition geworden. Um Vergleichbarkeit herzustellen, werden nur die Umsätze nach Erlösschmälerungen berücksichtigt.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2019

Auch 2019 sind in der deutschen Küchenmöbelindustrie die Großen nochmal größer geworden. Aber nicht im selben Tempo wie in den von den Ausläufern der Alno-Pleite geprägten Vorjahren.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2018

Speziell die großen Küchenmöbler wurden im letzten Jahr nochmal größer. Doch nicht nur die. Die mittlerweile fünfte INSIDE Küchen-Hitliste zeigt: Der Markt der Küchenbauer bleibt in Bewegung.

 

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UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2021

Die mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste ist, das behaupten wir mit Stolz, das einzige Ranking im Markt, das nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Denn: Nur Umsätze nach Erlösschmälerungen werden aufgeführt. Im Zuge der inzwischen von vielen Unternehmen verfolgten Sortimentserwei-terungen in andere Produktbereiche schleichen sich aber natürlich zunehmend Bad-oder Wohnmöbelumsätze ein. Tatsächlich erobert die Küchenindustrie allmählich das gesamte Haus.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2020

Die Zusammenstellung der zehn umsatzstärksten deutschen Küchenbauer, unsere mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste, ist inzwischen zur Tradition geworden. Um Vergleichbarkeit herzustellen, werden nur die Umsätze nach Erlösschmälerungen berücksichtigt.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2019

Auch 2019 sind in der deutschen Küchenmöbelindustrie die Großen nochmal größer geworden. Aber nicht im selben Tempo wie in den von den Ausläufern der Alno-Pleite geprägten Vorjahren.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2018

Speziell die großen Küchenmöbler wurden im letzten Jahr nochmal größer. Doch nicht nur die. Die mittlerweile fünfte INSIDE Küchen-Hitliste zeigt: Der Markt der Küchenbauer bleibt in Bewegung.

  • Schlagzeile: Der Einbruch ist da
  • H1: UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2023

2023 ist das Küchenjahr geworden, das die Branche schon vor Corona gefürchtet hatte. Überstunden und lange Lieferzeiten sind längst passé. Die nach der AlnoPleite aufgebauten Kapazitäten sind bei weitem nicht ausgelastet. Die Hoffnungen der Küchenmöbelbauer liegen im ebenfalls schwächelnden Export, auf der Herbstbelebung und darauf, dass politische Maßnahmen endlich wieder Schwung in die Baukonjunktur bringen.

Dass der Sinkflug, der die Auftragseingänge der Küchenmöbelbauer schon Anfang 2023 erfasst hatte, nicht überall abrupt im Umsatz zu sehen war, lag überwiegend an Auftragspolstern aus dem Vorjahr. Spätestens im zweiten Halbjahr war das Drama dann flächendeckend sichtbar und setzte sich bis 2024 hinein fort.

Laut amtlicher Statistik, die im letzten Jahr allerdings offenbar durch Nachmeldungen ein wenig verzerrt war, schloss die Branche das Jahr 2023 mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent auf 6,235 Mrd Euro ab. Mit Störmer und Warendorf schieden im Jahresverlauf zwei weitere Hersteller aus dem Markt aus. Die Rückgänge der einzelnen Unternehmen fielen zum Teil deutlich stärker aus, als das in der Statistik ablesbar war. Wer weiter zulegen konnte, gilt als Exot.

Für die INSIDE Küchen-Hitliste analysieren wir wie immer die Umsätze der Top-10-Küchenmöbelproduzenten in Deutschland nach Erlösschmälerungen – eventuelle Geräteumsätze inklusive. Hersteller mit Überschneidungen im Gesellschafterkreis fassen wir dabei zusammen – selbst wenn sie, wie beispielsweise Express Küchen oder Impuls, von der Umsatzgröße her auch allein das Potenzial hätten, im Ranking aufzutauchen. Schwierig: Nicht jeder legte für 2023 seine Umsätze mehr so detailliert offen wie vielleicht in früheren Jahren. Für uns Outsider bedeutete das Mehrarbeit. Wir sind aber überzeugt, dass wir uns auch diesmal wieder ganz gut angenähert haben.

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UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2022

Prognostiziert hatten wir (und so viele andere) es schon lange. Schon das Jahr 2019 war hier im INSIDE Spezial Küche mit der Überschrift „Das Jahr nach den fetten Jahren“ versehen. Dann kam Corona und die fetten Jahre fingen erst richtig an – gemessen am Umsatz. Nun sind sie aber ganz offensichtlich wirklich vorbei, allerdings später als gedacht. Ablesen lässt sich das in den Umsatzzahlen der Hersteller 2022 noch nicht. Die Top 10 der deutschen Küchenmöbelindustrie, die wir in der jährlichen INSIDE Küchen-Hitliste nach Umsatzgröße bewerten, haben allesamt nochmal gut zugelegt. Zu einem großen Teil aufgrund des deutlich höheren Preisniveaus, aber auch, weil das Jahr 2022 noch durchaus gut gestartet war.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2021

Die mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste ist, das behaupten wir mit Stolz, das einzige Ranking im Markt, das nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Denn: Nur Umsätze nach Erlösschmälerungen werden aufgeführt. Im Zuge der inzwischen von vielen Unternehmen verfolgten Sortimentserwei-terungen in andere Produktbereiche schleichen sich aber natürlich zunehmend Bad-oder Wohnmöbelumsätze ein. Tatsächlich erobert die Küchenindustrie allmählich das gesamte Haus.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2020

Die Zusammenstellung der zehn umsatzstärksten deutschen Küchenbauer, unsere mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste, ist inzwischen zur Tradition geworden. Um Vergleichbarkeit herzustellen, werden nur die Umsätze nach Erlösschmälerungen berücksichtigt.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2019

Auch 2019 sind in der deutschen Küchenmöbelindustrie die Großen nochmal größer geworden. Aber nicht im selben Tempo wie in den von den Ausläufern der Alno-Pleite geprägten Vorjahren.

UMSÄTZE DER DEUTSCHEN KÜCHENHERSTELLER 2018

Speziell die großen Küchenmöbler wurden im letzten Jahr nochmal größer. Doch nicht nur die. Die mittlerweile fünfte INSIDE Küchen-Hitliste zeigt: Der Markt der Küchenbauer bleibt in Bewegung.

  • Schlagzeile: Das Glas ist halb voll
  • H1: Das Glas ist immer halb voll - die Küchenbranche macht sich Mut

„Die Gesamt-Gemengelage bleibt angespannt. Aber nicht so schlimm, wie es in der Bild-Zeitung steht.“ Das Zitat eines Managers aus der Küchenmöbelindustrie fasst ganz gut zusammen, was uns bei einem ersten Rundruf durch den Küchenmarkt zum Jahresstart als Stimmungsbild entgegenschlug. Zwischen eingeschlafenem Auftragseingang und neuen, vielfach nicht ausgelasteten Kapazitäten hat die Küchenbranche ihren Optimismus nicht verloren.

Viele haben in den Gesprächen dieser Tage darauf hingewiesen – und wenn man mal an die Jahre vor Corona und auch vor der kapazitätsverknappenden Alno-Insolvenz zurückdenkt, war das auch so: Der Jahresanfang war traditionell immer schwach im Küchenbusiness. In der Industrie wurden Zeitkonten abgebaut; und wenn Kurzarbeit angemeldet werden musste, dann im ersten Quartal. Sobald die Tage länger wurden, spätestens um Ostern herum, dann wurde die Branche wieder von einer guten Auftragslage überrascht. Und das kurioserweise jedes Jahr aufs Neue.

So sieht das auch Andreas Wagner, Chef des Küchenbauers Rotpunkt-Küchen, der in Bünde gerade 80 französische Kunden zu einer kleinen Hausmesse außer der Reihe zusammengetrommelt hat: „Bei uns selbst wird der Januar umsatzseitig besser als 2022, auch preisbereinigt. Auf der anderen Seite sehe ich jetzt, dass die Küchenbranche in die normale Saisonkurve zurückkehrt, die wir vor der Pandemie kannten. Und wenn ich die Kurve beispielsweise über die von 2017 lege, sehe ich denselben Verlauf – nur höher.“ In dasselbe Horn stößt Nobilia-Geschäftsführer Dr. Lars Bopf: „Die Corona-Jahre waren besondere Jahre. Alle Schwankungen, die man sonst im Jahresverlauf hat, waren verändert. Jetzt bewegen wir uns wieder im normalen Muster.“ Bopf legt allerdings ein Aber nach: „Dieses Jahr ist alles sensibler zu betrachten, weil bei vielen Verbrauchern ein extrem hohes Maß an Unsicherheit geherrscht hat. Diese Unsicherheit wird allmählich abgebaut, aber sie ist noch nicht ganz weg. Die Dynamik steigert sich hoffentlich. Ab Ostern geht es weiter.“ Bis dahin gelte es, „anspruchsvolle erste Wochen“ zu überbrücken.___STEADY_PAYWALL___

„Die Verunsicherung wird sich lösen“, ist sich auch Schüller-Vertriebsleiter Frank Bayer sicher. „Ich bin für 2023 nicht so pessimistisch, weil viele Dinge jetzt wieder berechenbarer werden.“ Bei der Vertriebstagung neulich hat Bayer seiner Mannschaft eingebläut: „Wir bleiben chronisch euphorisch.“

Jetzt im Januar bekommen Endverbraucher ihre Stromabrechnungen und können ihre finanzielle Lage allmählich besser einschätzen. Was allerdings im ungünstigen Fall auch heißen kann: Es ist kein Geld mehr übrig. Je niedriger das Budget für die Küche, umso härter sind die jeweiligen Kunden von der Inflation betroffen. „Das Drama liegt im Einstieg, unterhalb der Mitte“, sagt ein Handelsmanager. In diesem Segment wird auch mit einer längeren Erholungszeit gerechnet, selbst wenn es neben Szenario eins („Keine neue Küche“) auch ein zweites Szenario gibt: „Preiseinstieg statt Mitte“, wovon dann die Hersteller sehr preisgünstiger Küchen wiederum profitieren würden.

Baumann-Geschäftsführer Matthias Berens, der über die Marken Bauformat und Burger einen Blick sowohl auf das höherwertige Segment als auch den Preiseinstieg hat, sagt es so: „Schon nach den Sommerferien war im unteren Bereich die Goldgräberstimmung vorbei. Der Preiseinstieg war wie abgeschnitten. Küchen bis 5.000 oder 6.000 Euro finden eigentlich kaum noch statt im Markt. Dass der Küchendurchschnittswert zuletzt noch mehr gestiegen ist, liegt nicht nur an den Preiserhöhungen, sondern auch daran, dass im unteren Bereich kaum noch gekauft wird.“ Mit Burger hat man sich in den letzten Jahren zwar mehr ins mittlere Preissegment reinbewegt, spürt die Tendenz aber dennoch dort, wo man im SB-Bereich noch vertreten ist.

Während bei der Kundschaft für die preiswerten Küchen schlicht das Geld knapp ist, steht der Küchenkauf im höheren Preisbereich in Konkurrenz mit anderen Ausgaben wie beispielsweise der energetischen Sanierung. Der Markt hat sich wieder in einen Käufermarkt gedreht. Überlange Lieferzeiten ade. Auch im höherwertigen Bereich wird teilweise von zweistelligen mengenmäßigen Auftragsrückgängen berichtet. Die Umsatzeinbrüche halten sich hier wegen der Preiserhöhungen in Grenzen.

Nolte- und Express-Geschäftsführerin Melanie Thomann-Bopp sagt es recht konkret: „Wir gehen nicht davon aus, dass wir bei den Mengen in den nächsten Wochen auf dem Vorjahresniveau unterwegs sein werden. Mengenmäßig planen wir eher auf dem Niveau von 2019.“ Die Entwicklung von Nolte und Express laufe dabei recht parallel und es können bislang auch keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Absatzkanälen erkannt werden. Hier dürfte die Gruppe allerdings in einer Sondersituation sein, da die im Preiseinstieg aktive Firma Express die Preise nicht im vergleichbaren Maß angehoben hatte wie direkte Wettbewerber.

Kehrt der Preiskrieg zurück?

Die an fast allen Stellen erweiterten Kapazitäten müssen gefüllt werden. Es werden Volumina gebraucht, um die sich der ein oder andere aus dem konsumigen Segment auch mit dem ein oder anderen Aktionsangebot bemüht. Das ist bei großen Handelsorganisationen durchaus angekommen. „Wir merken schon an den Aktionsangeboten, dass die Auslastung nicht so gut ist“, sagt ein Verbandsgeschäftsführer.

Dass wie in der Vergangenheit versucht würde, Maschinenfutter um jeden Preis zu erkaufen, das ist aber nicht der Fall. So geht man nur vor, wenn Personalabbau droht oder gar Existenzängste, was zumindest auf die großen Küchenbauer nicht zutrifft. Zu den Wackelkandidaten werden aktuell eher kleinere Unternehmen gezählt. Und selbst dort hört man zum Teil (Zweck-)Optimismus raus. Natürlich off-record: „In so einer Lage traut man sich vielleicht wenigstens, neue Vertriebsformen anzugehen.“

Da man es bei den Großen im Markt mit soliden Unternehmen zu tun hat, ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass vergleichbare „Schweinepreise“ in den Markt gebracht werden wie zu Alno-Zeiten, nicht allzu groß. Hinzu kommt der anhaltende Kostendruck. „Was die Industrie da im letzten Jahr einstecken musste, ist durch die Preissteigerungen längst nicht ausgeglichen. Zeitlich liefen wir ja alle sechs bis neun Monate hinterher. Das hat noch keiner wieder aufgeholt“, argumentiert Häcker-Vertriebsleiter Marcus Roth. Thomann-Bopp: „Es kehrt etwas Ruhe bei den Rohstoffkosten ein, bei den Transportkosten sehen wir das aber nicht so. Und eine Steigerung der Lohnkosten kommt erst noch auf uns zu.“ Die in den vergangenen zwei Jahren erlebte Kostenexplosion wird überwiegend auch als Grund dafür gesehen, dass trotz der abnehmenden Auslastung „keine wilde Hackerei bei den Preisen festgestellt wurde“, wie ein Vertriebsmann sagt. „Momentan halten alle die Füße still.“ Festgestellt wurde aber, dass der Kampf im Projektgeschäft zugenommen hat – mehr Händler bewerben sich um die Projekte, unterbieten sich gegenseitig. Hier können dann gegebenenfalls Lieferanten aus dem Preiseinstieg punkten – oder andere mit einem Nachlass.

„Kann man mit Preisaktionen überhaupt mehr verkaufen?“, ist übrigens eine berechtigte Frage. Zumindest die Wohnungsfertigstellungen kurbelt man damit nämlich auch nicht an. Von den geplanten 400.000 Wohnungen ist im letzten Jahr schätzungsweise gerade mal die Hälfte fertiggestellt worden. Dass es im Wohnungsbau weiter vorangehen muss, ist aber auch klar, schließlich wird Wohnraum gebraucht. Kommt das nicht durch die Privatwirtschaft, dann vielleicht mit staatlicher Unterstützung – aber nicht ad hoc.

Andere Länder, anderes Mindset

Große Hoffnungen legen die Küchenbauer weiterhin auf den Export, der ja bereits 45 Prozent am Umsatz ausmacht. Nicht alle sind solche Schwarzmaler wie die Deutschen. „In anderen Märkten haben sie ein anderes Mindset“, sagt Melanie Thomann-Bopp. Das kann helfen. Als sehr wahrscheinlich wird in der Branche aber vor allem gesehen, dass deutsche Hersteller sich auf den internationalen Märkten durch ihre Qualität und Prozesse Marktanteile holen, wie das in den vergangenen Jahren beispielsweise in Frankreich gelungen ist.

Auf dem deutschen Markt war das Küchen-Verkaufen in den zurückliegenden Jahren mehr oder weniger ein Selbstläufer. „Davon haben auch die profitiert, die ihren Job vielleicht gar nicht so gut machen“, sagt ein Händler über seine Mitbewerber. „Jetzt wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Sowohl im Handel als auch in der Industrie.“ Ein anderer weist auf die Bedeutung guter Verkäufer hin, deren Qualitäten jetzt wieder wichtiger werden. „Viele Verkäufer haben in den letzten Jahren das Verkaufen verlernt“, sagt er.

Zum Glück, das darf man auch nicht unerwähnt lassen, gibt es innerhalb des sich abschwächenden Marktes auch noch wachsende Marktsegmente. Dazu gehören zum Beispiel die Funktionsarmaturen, so dass es nicht wundert, dass Quooker-Deutschland-Geschäftsführer Daniel Hörnes auch 2023 selbstbewusst mit weiterem Wachstum plant. Und im Hausgerätebereich ist, gerade durch die Energiekrise, die Energieeffizienz ein Treiber. „Die Menschen sind bereit, in energieeffiziente Hausgeräte zu investieren“, sagt Martin Wolf von der EK/Servicegroup, der bei der gerade zu Ende gegangenen Verbandsmesse in Bielefeld Stimmen zur Marktlage eingeholt hat.

Im INSIDE Küche-Talk zum Jahresstart haben wir uns mit Baumann-Geschäftsführer Matthias Berens, Quooker-Chef Daniel Hoernes und Küchenhändlerin Yvonne Zahn vom Küchenstudio Proform über die ersten Wochen des Jahres und ihre Erwartungen ausgetauscht. Yvonne Zahn spricht ganz sicher nicht für die gesamte Branche, wenn sie sagt: „Wir wollen in diesem Jahr nicht mehr wachsen“, bringt damit aber ein weiteres Thema auf den Tisch: Viele Unternehmen sind in den zurückliegenden Boom-Jahren an strukturelle Grenzen gestoßen. Vollauslastung bis Überlastung in Industrie und in Auslieferung und Montage des Handels sowie Mehrfachanfahrten durch Versorgungsprobleme. Nicht zu vergessen auch der hohe Krankenstand in den Unternehmen, der gerade zum Jahresende nochmal sämtliche Planungen zunichte machte. Hier scheint im neuen Jahr wieder etwas Ordnung reingekommen zu sein. Hoffentlich von längerer Dauer.

Und mittel- bis längerfristig hängt natürlich das seit Jahren prophezeite Thema des Fachkräftemangels über der Branche. „Die Mitarbeitersuche ist aktuell unsere größte Herausforderung“, sagt Melanie Thomann-Bopp nicht nur für Nolte-Küchen. „Der Markt dreht sich gerade komplett. Bei Bewerbungsgesprächen stellen die Bewerber die Forderungen.“

In den kommenden Wochen werden wir auf INSIDE Küche immer mal wieder INSIDE Talks zur Marktlage veröffentlichen. Neben der oben aufgeführten Runde ist bereits ein Talk mit Jochen Pohle, Martin Wolf und Christian Claes von der EK/Servicegroup im Kasten; und für Anfang Februar hat schon das Blanco-Duo Thorsten Neelen und Martin Hopf zugesagt.

Einblicke in die Entwicklung ihrer Unternehmen und ihre Erwartungen haben wir außerdem noch bei Ballerina-Chefin Heidrun Brinkmeyerund bei Leicht-Boss Stefan Waldenmaier eingeholt.

 

  • Schlagzeile: „Plötzlich ist alles wie immer“

Die Trends, Must-Sees und Talk-Abouts entlang der A30.

„Es herrschte große Aufregung im Vorfeld. Dann ging es los, und plötzlich ist alles wie immer - trotz der Umstände.“ Nicht nur Area30-Macher Michael Rambach wirkte in diesen Tagen in OWL sichtlich entspannt. Frohe Gesichter überwogen. Gemecker über die Maßnahmen gab es kaum, auch wenn der Messetag wie bei Nobilia oder Poggenpohl schon mal routinemäßig mit einem Teststäbchen in der Nase begann. Klar gab es auch Skurrilitäten: Wer hätte vor zwei Jahren gedacht, dass auf einer Möbelmesse mal Ordnungsamt und Zoll überprüfen, ob Gesichtsmasken getragen werden oder dass Besucher mit gefälschten Impfpässen nach Hause geschickt werden (hoffentlich Einzelfälle).

Schon zu Mitte der Messewoche konnte man sagen, dass die Besucherzahlen überwiegend zufriedenstellten, auch wenn sie logischerweise nicht das Niveau des letzten „normalen“ Jahres 2019 erreichten. Viele Händler reisten einfach mit weniger Personen, so dass die Zahl der Firmen, die die Messen besuchten, gar nicht mal so stark sank. Auch internationale Besucher waren mehr unterwegs als man vielleicht erwartet hätte.

Überthema Nachhaltigkeit

Dass Schwarz ist das neue Weiß ist, wissen wir nun schon seit ein paar Jahren. Dieser Hype hält sich hartnäckig in den Küchenausstellungen. Weitere Trends: Outdoor-Kochen, Sprudel- und Heißwasserarmaturen, farbliche Abstimmung von Materialien, Retro-Chic, Gold und Kupfer, Regale, Regale, Regale, Nischenregale, Licht (wie bei Pronorms I-luminate oder Ballerina mit der Nimbus-Kooperation) und viele Natur- und Recyclingmaterialien - von der Lavendelrückwand bei Rational über eine Recyclingglas-Keramikverbund-Arbeitsplatte bei Nobilia bis hin zur kunststofffreien Küche bei Beeck mit Linoleum-Fronten. Überhaupt wurde Nachhaltigkeit von vielen groß aufgehangen, ob mit Nachhaltigkeitspreisen oder Zertifikaten. Nur ein Beispiel: Rotpunkts FSC-Zertifizierung.

Anti-Fingerprint ist vom Endverbraucher gefragt. Muss man haben, auch wenn die Materialien teils so wenig fettfrei bleiben wie bügelfreie Hemden tatsächlich bügelfrei sind. Bei den E-Geräten hat sich in der Front der Glasanteil weiter erhöht, während Edelstahl zurückgeht. Das Design wird noch zurückhaltender, Displays bleiben im ausgeschalteten Zustand unsichtbar. Muldenlüfter sind für Gerätebauer zum Muss geworden, werden teils aber auch nur deswegen mit angeboten, weil man halt Vollsortimenter ist. Und im Armaturen- und Spülenbereich? Da ist es groß angesagt, zum Systemanbieter zu werden. Promotet Blanco als Vorreiter ja schon seit Längerem und kommt auch beim Handel gut an.

Selbstbewusst ins Wohnen

Nach ein paar Jahren des zaghaften Annäherns als „Ergänzung“, die vor allem im Export gefragt sei, haben einige große Küchenbauer nun beschlossen, beim Thema Wohnen Volldampf zu machen. Als „wichtigstes Thema“ wurde das Wohnen gar bei Schüller bezeichnet. Nolte in seinem neu eröffneten Forum und Nobilia haben fürs Living eigene Flächen vorgesehen, vorkonfigurierte Sets zusammengestellt, mit denen nicht nur Küchen-, sondern auch Wohnen-Verkäufer etwas anfangen können. Und auch mancher Wohnen-Einkäufer aus dem Möbelhandel reiste in diesen Tagen nach Verl oder Löhne. Sagen wir so: Es sieht nicht mehr nach umfunktionierten Küchenmöbeln aus, was in den Living-Kojen der Küchenmöbler steht.

Smart Home demokratisch

Das Thema Smart Home - früher mal ureigenes Thema der Geräteindustrie - findet inzwischen auch bei den Küchenherstellern statt. Auch wenn es noch immer Küchenmöbelbauer gibt, die es lieber ignorieren, sind da auch diejenigen, die das vernetzte Heim groß spielen. Zu letzteren gehört Nobilia. Gemeinsam mit Samsung will man das Thema einfach umsetzbar und damit marktfähig machen. Auch Naber arbeitet mit Samsung im Bereich Vernetzung zusammen. Schüller hat sich Christian Hartmannsgruber und Kimocon als Partner gesucht (Dazu mehr im INSIDE Spezial Zulieferindustrie, das mit dem INSIDE 1122 Mitte Oktober versandt wird.) Bei Pronorm in Vlotho war die „digitale Arbeitsplatte“ Steuerbar zu Gast, das jüngste Projekt des Innovationsnetzwerks Ambigence mit dem Kunststoffverarbeiter Coko aus Bad Salzuflen. Smart-Home-Anwendungen in der Küche und anderswo im Haus lassen sich über eine individuell belegbare Steuerung an der Arbeitsplatte bedienen.

Start-ups salonfähig

Bemerkenswert: Start-ups sind in der Branche angekommen und werden ernst genommen. Was kann die Küchenbranche von Start-ups lernen, wurde in diesen Tagen häufiger gefragt als umgekehrt. Schließlich ist jeder auf der Suche nach innovativen Lösungen, die begeistern.

Noch stärker als früher haben Holz-, Geräte- und Zubehöranbieter das Thema Service herausgestellt. In Zeiten, in denen die Anspannung der Kundschaft aufgrund von Lieferzeiten und Preisanhebungen zunimmt, wenigstens ein Zeichen. Preise, ja, die sind ein Riesenthema. Hoch einstellige Preiserhöhungsforderungen sind in keinem Bereich eine Seltenheit.

Sex, Crime und Alno

Gesprächsthemen entlang der A30: Häckers neue Rasterküche Concept130, die Luxusküchen von BT45 im IDF34 mit Gimmicks wie Waffenschrank und „Spielzimmer“ (als Alternative zum Hauswirtschaftsraum) und natürlich der Kauf der Marke Alno durch Arndt Vierhaus, den wir am Dienstag melden durften.

  • Schlagzeile: „Die Marke sind wir“

Seit 21 Jahren betreibt Hubert Lehmann sein Küchenstudio Lehmann Küchen in Rust im Ortenaukreis, einem Ort, den viele wegen des dort angesiedelten Europaparks kennen. Für die Region Südbaden ist der Freizeitpark, der Ende dieser Woche im Rahmen eines Modellprojekts nach Monaten wieder seine Tore öffnen darf, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Auch zu den Kunden von Lehmanns Küchengeschäft zählt er.

Den ersten Kontakt zur Küchenbranche hatte Hubert Lehmann während seiner Schreinerlehre in den Jahren 1976 bis 1979. Damals montierte er Küchen für ein Möbelhaus und fand Spaß daran. Das Tischlerhandwerk war dann aber doch nicht seins: Nach einem Jahr als Geselle zog er weiter zu einem Trockenbauer in Freiburg, wo er bis 1986 tätig war. Und begann schließlich noch eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann beim damaligen Möbelhaus Koch in Lahr, wo man ihm relativ bald die Küchenabteilung anvertraute. Mit Erfolg: Aus 30.000 DM Umsatz wurden schnell 1,8 Mio. „Das hat mich beflügelt“, sagt Lehmann heute.

hlehmann 1302 Fotor

Im Jahr 2000 machte er sich dann in Rust gemeinsam mit seiner Frau Daniela selbstständig. Und zwar mit 100 Prozent Fremdfinanzierung. Ein Wagnis, das die beiden bis heute nicht bereuen. Inzwischen bringt es das Küchenstudio auf rund 2,5 Mio Euro Umsatz. Noch heute eröffnet Lehmann sich genau an das Eröffnungsdatum, den 15.7.2000.

Rust war kein Möbelstandort damals. Das nächste Küchenstudio war 10 km entfernt in Ettenheim. Man fuhr zum Möbel Kaufen auch nach Emmendingen, Freiburg oder Offenburg. Drei oder vier Jahre nach dem Start fand Lehmann seine Heimat im GEDK, in der DK-Schiene. Gefallen gefunden hat er an den monatlichen Bonuszahlungen, die seiner Einschätzung nach dank der schlanken Verbandsstruktur hoch ausfallen. Viel Marketing drumherum möchte er nicht. „Die Marke sind wir selbst“, sagt Lehmann. Und auch Zentralregulierung als Bedingung hat er wenig am Hut: „Ich will von einer Firma etwas kaufen und an diese Firma die Rechnung bezahlen.“ In dem Punkt ist Lehmann konservativ.

Hauptlieferant seines Küchenstudios ist Schüller. Fünf der insgesamt sechs Musterküchen in dem 300 qm-Studio sind aus Herrieden. Zusätzlich werden Nobilia und Allmilmö verkauft - wobei Lehmann kurioserweise weder eine Nobilia- noch eine Allmilmö-Musterküche platziert hat. Nobilia kommt vor allem im Objektgeschäft zum Einsatz. Für Ferienwohnungen oder wenn der Europapark Rust Mitarbeiterwohnungen ausstatten lässt. Nicht zuletzt kommen auch mal Anfragen von Ersteinrichtern, in deren Budget vielleicht keine Next125-Küche passt - Kinder zufriedener Kunden zum Beispiel. Auch ohne Musterküche steuert Nobilia einen Einkaufsumsatz von 150.000 Euro bei.

Lehmann Küchen Rust 2 Fotor

Zum Allmilmö-Händler wurde Lehmann nach der letzten Zeyko-Insolvenz. „Mein Schwiegersohn, der für uns im Verkauf arbeitet, hat sich in die Marke verliebt“, erzählt Lehmann. Die Zeyko-Ausstellungsküche ist geblieben. Lehmann: „Das läuft schon, wenn man den Kunden die frühere Verwandtschaft der beiden Unternehmen erklärt.“ Letztendlich findet die Produktion der Marke Zeyko ja seit Ende letzten Jahres ohnehin bei Allmilmö statt.

Als Gerätelieferanten hat Lehmann Küchen Neff, Miele und V-Zug im Portfolio - mit zunehmendem V-Zug-Anteil, da die Schweizer momentan einfach am zuverlässigsten liefern. „Wir sind in unserer Region sogar zum größten V-Zug-Händler aufgestiegen“, sagt Lehmann. Die Lieferschwierigkeiten der Geräteindustrie machen aber auch Lehmann zu schaffen. „Die Situation ist hart in diesem Jahr“, sagt er. „Wir haben erstmals sogar Küchen ohne Geräte draußen. Das ist sonst nicht unser Stil. Wir versuchen, alle Kunden glücklich zu machen.“ Dabei kann es auch mal passieren, dass man einem Kunden einen Ersatz-Geschirrspüler bei Mediamarkt besorgt, einbaut und dann noch Verlust damit macht, weil der Kunde unerwartet Skonto abzieht. Geschichten, über die Hubert Lehmann zum Glück schmunzeln kann.

Das operative Geschäft überlässt er inzwischen weitgehend seinen Prokuristen, Tochter Sarah Lehmann und Philipp Schächtele, die noch in diesem Jahr Geschäftsführer werden sollen. Mit der Eigenentwicklung Profil 2.0 hat Lehmann sich ein zweites Standbein geschaffen. Um die Vermarktung kümmert er sich mit Leidenschaft persönlich. Die Arbeit geht ihm also nicht aus. Mehr zu Profil 2.0 gibt es hier zu lesen.

  • Schlagzeile: Deutlich über Branchenschnitt

Die Zahlen, die der mittelfränkische Küchenbauer Schüller heute über den Ticker sendet, übertreffen den Branchenschnitt deutlich: In Herrieden konnten sie den Nettoumsatz vor Erlösschmälerungen 2020 um amtliche 8,4 Prozent auf 600,8 (Vorjahr: 554) Mio Euro steigern. Das lag nicht nur an der vergleichsweise niedrigen Exportquote von 24,9 Prozent. Auch im Ausland legte der Umsatz um 4,6 Prozent auf 149,5 Mio Euro zu, im Inland (451,3 Mio Euro) belief sich der Anstieg auf 9,8 Prozent.

Investiert wurden im letzten Jahr 69 Mio Euro. Bekanntlich erweitert Schüller am Stammsitz die Kapazitäten. Die Inbetriebnahme neuer Produktionshallen ist für den Herbst 2021 geplant.

  • Schlagzeile: Leben, lieben, kochen

„Das wichtigste Thema: Wohnen“ - mit dieser Aussage auf dem Messerundgang bei Schüller im House4Kitchen hatten wir ehrlich gesagt im Vorfeld nicht gerechnet, auch wenn schon bei vorangegangenen Stationen dem Living-Bereich eine herausgehobene Stellung eingeräumt wurde. „Live. Love. Cook.“ lautete das diesjährige Messemotto des mittelfränkischen Küchenbauers, der sein Angebot um Wohnwände und Sideboards erweitert hat. Mit 16 Planungsvorschlägen für Wohnwände will Schüller den Einstieg erleichtern, Sideboards gibt es in vier Planungsvarianten. Auch Garedroben gehören nun zum Sortiment.

Neu durchdacht haben sie in Herrieden ihr Colour Concept. Ab sofort sind die 27 verschiedenen Töne in allen drei Lackarten, Samtmatt-Lack, Satinlack und Satinlack mit Pore, erhältlich. Bei den Griffen geben in diesem Jahr filigrane Lederschlaufen, Knöpfe oder geradlinige Griffelemente den Ton an, die sich auch gut im Wohnen einsetzen lassen. Eine Besonderheit: Der onyxschwarze Griff OceanIX aus recyceltem Ozean-Plastik.

Mit System X5 wird ein extra hoher Korpus mit 84,5 cm Höhe in griffloser Ausführung eingeführt. Planer haben nun die Möglichkeit, aus den drei verschiedenen Korpushöhen (71,5 cm / 78,0 cm / 84,5 cm) die Option mit oder ohne Griff zu wählen. Auch in der Software kann zwischen den Baureihen und den Optionen mit oder ohne Griff gewählt werden, was eine Erleichterung im Planungsalltag bringt.

Über die Zusammenarbeit von Kimocon und Schüller im Bereich Smart Home und die „App für alles“, denen im House4Kitchen ein eigener Bereich vorbehalten wurde, werden wir in den kommenden Tagen detaillierter berichten.

Mit Next125 (und der Arbeitsplattenkollektion Systemo) plant Schüller den großen Aufschlag im nächsten Frühjahr in Mailand.

  • Schlagzeile: Kochen und Wohnen

Das neue Schüller-Werk steht, die Anlagen stehen, die Nullserien sind durch. Jetzt geht es nach und nach an die Produktionsverlagerung. Nach einem „dynamischen 1. Halbjahr“, wie es Schüller-Boss Markus Schüller nennt, rechne man weiterhin mit einem „guten Jahresverlauf“. In Herrieden kommuniziert man weiter zurückhaltend, auch wenn Schüller und Next125 weiterhin sicher zu den Gewinnern im Markt gehören.

Aktuell, so sagen das manche, wird es auch im Küchenmarkt etwas ruhiger. Schüller sagt: „Vielleicht haben wir auch alle vergessen, was eigentlich normal ist.“ Auf Pluszahlen festnageln lassen möchte sich Schüller jedenfalls nicht. Über Vorjahr liege man, ja. „Insgesamt war die Entwicklung in den letzten Monaten anspruchsvoll, aber erfolgreich. Neben positiven Auftragsbüchern im Inland sorgen insbesondere die Zahlen in den angrenzenden europäischen Ländern für Aufwind. Bei all dem schwingt für uns die Sorge um die Auswirkungen der Pandemie in Hinblick auf Gesundheit, Käuferverhalten und Versorgung mit Rohstoffen stets mit. Nichtsdestotrotz wagen wir, auch weiterhin mit einem positiven Verlauf bis Ende des Jahres zu rechnen. Dabei sind wir bemüht, am Standort Herrieden zu jedem Zeitpunkt einen reibungslosen Ablauf, termingerechte und vollständige Lieferungen sicherzustellen.“

Die Hauptmarke Schüller und die Premiumlinie Next125 – beide Kollektionen wachsen. Auf der Messe im House4Kitchen, in dem in diesem Jahr nach einem Jahr Pause Corona-konform und mit strengen Zeitslots unter dem Motto „Live. Love. Cook. Schüller“ Messe gemacht wird, stehen in diesem Jahr Lösungen für die angrenzende Wohnräume nochmal mehr im Mittelpunkt. „Das Zuhause zum Rückzugs- und Wohlfühlort zu machen ist ein gesellschaftlicher Trend, der nicht zuletzt durch die Einschränkungen in den letzten Monaten verstärkt an Relevanz gewonnen hat. Dies hat uns dazu inspiriert, vielfältige, aufeinander abgestimmte Ideen zu entwickeln, die über die Küche hinaus den Wohnraum als Ganzes in den Fokus nehmen“, sagt Schüller.

  • Schlagzeile: Zweistellig drauf
  • H1: Schüller wächst auch 2021

Als erster unter den großen Küchenmöbelbauern kommt an diesem Mittwoch Schüller mit seinen 2021er Zahlen aus der Deckung. Sie können sich erneut sehen lassen: Mit 671,5 (Vorjahr: 600,6) Mio Euro Nettoumsatz (vor Erlösschmälerungen) verbuchte Herrieden ein Plus von 11,8 Prozent. Schon im Vorjahr hatte sich das Unternehmen mit +8,4 Prozent überdurchschnittlich gut entwickelt.

Das Wachstum im vergangenen Jahr wurde zu einem großen Teil vom Export getragen, der um 31,8 Prozent auf 197 Mio Euro zulegte. Das Inlandsgeschäft wuchs um 5,1 Prozent auf 474,5 Mio Euro, die Mitarbeiterzahl auf 2.051 (1.929).

Einen großen Part in seiner fünfseitigen Aussendung zum abgelaufenen Geschäftsjahr widmet Schüller den Schwierigkeiten bei der Materialversorgung und der Materialpreisentwicklung. Dass es mit der eigenen Lieferfähigkeit trotz aller Hürden funktionierte, führt man in Herrieden u.a. auf einen hohen Eigenfertigungsanteil zurück.

Das Investitionsvolumen für 2021 gibt Schüller mit 73,8 Mio Euro an. Es umfasste neben der Fertigstellung von Gebäuden – auch in Herrieden wird bekanntlich massiv erweitert – technische Anlagen, Maschinen, Fuhrpark, sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung, Digitalisierung und die dafür erforderliche Infrastruktur.

Die Aussichten für das laufende Jahr sind nach Einschätzung der Schüller-Strategen ebenfalls positiv. Nächster Aufschlag im internationalen Geschäft wird die auf den Juni vertagte Eurocucina in Mailand sein.

  • Schlagzeile: Kreative Macher statt Tiere
  • H1: Next125 verabschiedet sich von Kampagnen-Tieren

Mit Tieren als Protagonisten der Marketingkampagnen hatte die Premiummarke Next125 aus dem Hause Schüller jahrelang auf sich aufmerksam gemacht. Kälbchen, Esel, Ziegen und weitere tierische Hauptdarsteller ließen sich an außergewöhnlichen Orten in den Next-Küchen ablichten. Zur Eurocucina im Juni werden die Herriedener einen anderen Ansatz wählen: Anstelle von Tieren werden künftig „Creative Makers“, laut Schüller „Menschen, die mit ihrer Haltung und ihren Themen die Marke gestalten, inspirieren und leben“ Hauptdarsteller der Kampagnen sein. Gleichzeitig wurden Logo und sämtliche typografischen Bestandteile im Auftritt von Next125 überarbeitet. Die verschiedenen Elemente des neuen Looks sollen in Kürze im Handel und im Marketing verwendet werden.

Neue Lead-Agentur für Herrieden ist seit dem vergangenen Jahr Strichpunkt aus Stuttgart, die als erstes Projekt den neuen Auftritt von Schüller.C umgesetzt hat. Zur Herbstmesse trat Schüller mit dem Motto „Live, love, cook“ auf. Strichpunkt zählt u.a. auch Porsche, Otto, DHL, den DFB, Bosch oder Audi zu seinen Kunden.

Einen kleinen Einblick in die neue Gestaltung gibt es in diesem Video: https://www.next125.com/fileadmin/user_upload/Presse/next125-brand-movie-de.mp4

  • Schlagzeile: Möfa-Sponsor
  • H1: Schüller als Möfa-Goldsponsor

Nach der Leonberger Verbundgruppe Der Kreis hat sich nun auch der Küchenbauer Schüller für die kommenden drei Jahre als „Gold“-Sponsor zur Kölner Möbelfachschule Möfa bekannt. Im Rahmen der Kooperation, deren Ziel es ist, neue Fachkräfte fit für die Branche zu machen, hat auch Schüller einen Raum umgestaltet und zwar einen Raum für Materialkunde, der künftig Schüller-Training-Center heißt. Anhand der Küchen und Möbel von Schüller und Next125 können Materialschulungen nun unmittelbar am Produkt durchgeführt werden.

Weitere Eckpunkte der Zusammenarbeit werden Vorträge und Projektarbeiten sowie Exkursionen nach Herrieden sein.

  • Schlagzeile: "Küchen und Möbel"

Im House4Kitchen in OWL, wieder in guter Gesellschaft von Franke, Gaggenau und Neff sowie der neuen BSH-Marke Solitaire, wird Schüller zur Herbstmesse das Motto aus Mailand nochmal aufgreifen: „At home with Schüller“.

Inszeniert wird der neue Produkt- und Markenauftritt von Next125, der schon auf der Eurocucina Premiere feierte. Und „die brandneue Collection 2023 von Schüller Küchen und Möbel“. Schon diese Formulierung auf der Einladung weist darauf hin, dass dem Wohnen-Bereich bei Schüller.C heuer wieder viel Bedeutung beigemessen wird.

  • Schlagzeile: Kulturwandel
  • H1: Schüller: Kulturwandel

Bei Schüller wurde die Messe im House4Kitchen in diesem Jahr auch genutzt, um über Veränderungen im Unternehmen zu informieren. Zum einen natürlich über die amtlichen Investitionen in die Produktionserweiterung (INSIDE 1142). Zum anderen aber auch über die eigenen Werte, die im Rahmen eines Führungskräfteworkshops zu Papier gebracht wurden. Auf Mut, Vertrauen, Wertschätzung und Verantwortung fiel die Wahl.

Aus den definierten Werten haben sie in Herrieden dann Projekte abgeleitet wie beispielsweise eine neue Besprechungskultur. Das läuft dann so: Nach jedem Meeting online wie offline sind 15 Minuten Pause angesetzt. Das bedeutet für die Länge einer Besprechung, dass sie 45 Minuten dauern kann oder 1,5 Stunden. Eine komplette, zwei oder drei Stunden sind aber nicht drin. Vorab wird zudem an alle Teilnehmer eine Agenda verschickt und ein Ziel definiert.

Mit Verbesserungen beschäftigten sich die Schüllers auch bei ihren Messeneuheiten. Der Tipon-Beschlag zum Beispiel wird nun ab Werk eingebohrt. Das spart dem Monteur Zeit. Hohe Hochschränke gibt es nun auch mit durchgehender Front. Zudem wurde für die Kollektion 2023 von Echt- auf Smartglas matt umgestellt, was mehr Optionen bei der Verarbeitung bietet. Im Bereich Services stand die Planungsprüfung im Vordergrund, die nach KPS im letztes Jahr nun auch für Carat und Winner zur Verfügung steht.

Mit dem Motto „@Home mit Schüller“ zeigte das Unternehmen, dass sich mit seinen Produkten ganze Wohnbereiche einrichten lassen, von der Garderobe mit Schuhschrank bis zum Hauswirtschaftsraum. Das Angebot der Living-Elemente hat Schüller um das Regalsystem Visio erweitert und zur einfacheren Planung fünf Sets vordefiniert.

Schwerpunkt der Schüller-Präsentation, die sich klar von dem schon in Mailand gefeierten Neuauftritt der Premiummarke Next125 abgrenzt, war Vielfalt mit vielen Farben.

  • Schlagzeile: 12,2 Prozent mehr
  • H1: Schüller hat 2022 um 12,2 Prozent zugelegt

In den Reigen der Umsatzveröffentlichungen aus der Küchenmöbelindustrie reiht sich heute auch Schüller-Küchen ein und wird dabei etwas präziser als die vorausgegangenen Marktbegleiter. Auch schwierige Themen werden nicht ausgespart. So liest man gleich im ersten Part von den Kostensteigerungen, die 2022 bekanntermaßen zu unterjährigen Preisanpassungen geführt haben. „Das über Jahrzehnte gewohnte Kalkulationsverhalten geriet aus den Fugen“, heißt es. Und: „Die steigende Inflationsrate nahm ihren Lauf. Die fiskalpolitische Maßnahme der Erhöhung des Leitzinses führte zu steigenden Zinsraten bei Konsum- und Bau-krediten. Das Jahr 2022 forderte verstärkt die Flexibilität der Handelspartner. Die Kombination aus fehlenden Fachkräften und nicht eingehaltenen Baufertigstellungsterminen führte zwangsläufig zur anhaltenden Korrektur von Lieferterminen. Für die Schüller Möbelwerk KG eine riesige Herausforderung und Drahtseilakt zwischen Kapazität und Logistik über Monate hinweg.“

Den Umsatz konnte Schüller Küchen im abgelaufenen Jahr um 12,2 Prozent auf 753,2 Mio Euro (netto vor Erlösschmälerungen) verbessern, sowohl durch Mengenwachstum als auch durch die Preisanhebungen. Im Export stieg der Umsatz mit 17,1 Prozent noch stärker als im Inland (+10, Prozent), so dass die traditionell eher niedrige Exportquote der Herriedener nun 30 Prozent knapp übertraf. Die Mitarbeiterzahl belief sich 2022 auf durchschnittlich 2.209.

Zu den jüngst abgeschlossenen Investitionen gehört eine 4,6 MW Photovoltaik-Anlage, die am 12.1.2023 in Betrieb genommen wurde. Sie umfasst eine Fläche von rund 22.000 qm.

  • Schlagzeile: Übernimmt UK-Agentur

Wayne Dance, Inhaber der britischen Handelsagentur Inhouse Inspired Room Design, hat sein Geschäft an den langjährigen Geschäftspartner Schüller verkauft. Schüller vermarktet auf den britischen Inseln seit 18 Jahren über Inhouse.

___STEADY_PAYWALL___Wayne Dance, der in diesem Jahr 65 Jahre alt wird, regelt mit dem Verkauf seine Altersnachfolge. Darüber haben die beiden Firmen die britische Presse informiert. Die weiteren bisherigen Anteilseigner Stuart Dance, Malo Tasle und Chris Dance, bleiben im Unternehmen tätig.

Inhouse beliefert um die 500 Küchenstudios und erwirtschaftet um die 20 Mio Britische Pfund, erfährt man in einem wenige Jahre alten Podcast mit Wayne Dance als Gast. Zum Unternehmen gehört ein Showroom in Hexham, in dem das Headquarter angesiedelt ist. 63 Küchen (Schüller und Next125), Schlafzimmer (Colombini Casa) und Bäder (Pelipal und Leonardo) sind dort ausgestellt.

  • Schlagzeile: Auf dem Weg
  • H1: Schüller: Auf dem Weg

„In unserer neuen Kollektion verwenden wir bewusst Materialien, die in einem hohen Grad aus recycelten oder recycelbaren Wertstoffen hergestellt werden“, sagt Markus Schüller, geschäftsführender Gesellschafter von Schüller Küchen. „Uns ist das Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ökonomie wichtig. Als Unternehmen sind wir seit 2020 als klimaneutraler Hersteller zertifiziert. Unser diesjähriges Messemotto beantwortet unsere Einstellung hierzu, glaube ich, sehr gut. Es lautet: ,Auf dem Weg: Unsere Verantwortung. Unsere Zukunft.‘"

Beim neuen Programm Matera werden Griffe aus recyceltem Kunststoff eingesetzt. Die Innenausstattung aus OrganiQ – für diesen Verbundwerkstoff hat das Holzwerk Rockenhausen den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design bekommen – besteht aus den schnell (nach-)wachsenden Pflanzen Hanf und Kenaf und einem wasserbasierten Bindemittel.

Im House4Kitchen wurde die komplette Schüller-Ausstellungsfläche neu gestaltet, sowohl in der Möbelpräsentation als auch in der Integration der Aspekte Services, Retail-Marketing und Nachhaltigkeit.

  • Schlagzeile: Leicht überm Schnitt
  • H1: Schüller ist 2023 leicht gewachsen

Anstelle des üblichen Fotos vom Geschäftsführertrio versandte der mittelfränkische Küchenbauer Schüller in dieser Woche mit den Unternehmenszahlen 2023 eine imposante Luftaufnahme, auf der der in den vergangenen Jahren erheblich erweiterte Produktionsstandort des Unternehmens zu sehen ist. Darauf ist man stolz in Herrieden: der einzige Produktionsstandort. 170.000 Küchen werden hier jährlich gefertigt.

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