Über Jahre hat man sich gefragt, wie die rasant aufgebauten Produktionskapazitäten in der europäischen Küchenmöbelindustrie eigentlich ausgelastet werden sollen, wenn die Sondereffekte wie Alno-Pleite und Corona-Boom abflauen. Die Frage kann man sich heute mehr denn je stellen. Investiert haben schließlich nicht nur die deutschen Küchenbauer, sondern auch andere Europäer von Nobia über die Groupe Fournier bis Wren Kitchens. Vor wenigen Wochen wurde in Spanien ein weiterer Werksneubau verkündet.___STEADY_PAYWALL___
Dort haben sich der Holzwerkstoffhersteller Finsa und der französische Einzelhandelskonzern Adeo zusammengetan, um am Standort Teruel, wo Finsa in 10 km Entfernung eins seiner zehn Werke (Cella) betreibt, eine Küchen- und Möbelproduktion zu errichten.
Auf der Webseite des regionalen Eisenbahn-Projekts Plataforma Logística de Teruel wurde bekannt gegeben, dass bis zur Umsetzung Mitte 2025 133 direkte und bis zu 400 indirekte Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. 2028 sollen es dann bereits 213 bzw. 639 Stellen sein. Insgesamt werden 75,2 Mio Euro in das Projekt investiert.
Im Finsa-Werk Cella werden nach Unternehmensangaben über 80 Prozent Recyclingholz zu beschichteten Spanplatten verarbeitet, die dann in der neuen Zerlegtküchenproduktion zum Einsatz kommen.
Adeo betreibt Baumärkte in insgesamt 16 Ländern und gehört der Familie Mulliez, die auch an Décathlon, dem Möbelhändler Alinéa, der Supermarktkette Auchan, Orsay, Pimkie und X weiteren Einzelhandelsunternehmen beteiligt ist. Zu Adeo zählen u.a. die Vertriebsschienen Leroy Merlin, Bricoman und Weldom (zuvor Mr. Bricolage), die auch Küchen vermarkten.